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DVD-Besprechung - The Last Sword
Story:
Der verarmte Samurai Kanichiro Yoshimura (Kiichi Nakai) verlässt seinen Clan, was einem Verrat gleichkommt. Um seine zurückgelassene Familie finanziell versorgen zu können, schließt er sich den Shinsengumi, den sogenannten "Wölfen von Mibu", als Schwertmeister an. Als es zwischen Tenno und Shogun Tokugawa zunehmend zu Auseinandersetzungen kommt, spalten sich auch die Shinsengumi in zwei Lager. Yoshimura gerät dadurch in einen Loyalitätskonflikt, der aber auch materieller Natur ist. Ein Überlaufen zum Kaiser würde sich finanziell auszahlen, während ihm sein Eid und die Tradition jedoch Loyalität zu Tokugawa gebieten.
Meinung zum Film:
Regisseur Yojiro Takita ("Ashura") wurde vor allem durch seinen Abenteuer/Fantasy-Mix "The Yin-Yang Master" und dessen Fortsetzung bekannt. "The Last Sword" basiert auf einer Buchvorlage von Jiro Asada und gewann im Jahr 2004 den "Award of the Japanese Academy" in den Kategorien "Bester Film", "Bester Hauptdarsteller" (Kiichi Nakai) und "Bester Nebendarsteller" (Koichi Sato). Kiichi Nakai ("The Yin-Yang Master 2") war zuletzt in "Dororo" zu sehen und Koichi Sato ("Samurai Resurrection") dürfte in Deutschland vor allem durch seine Hauptrolle in Takashi Ishiis "Gonin" bekannt sein.
"The Last Sword" spielt kurz vor und während der Meiji-Zeit (1868-1912). Zentral für den Film ist dabei der Konflikt zwischen dem damaligen Tenno (Kaiser) Mutsuhito, der für eine westlich orientierte Modernisierung Japans eintrat, sowie dem letzten Tokugawa-Shogun, der eine Politik der Abschottung Japans gegenüber dem Ausland und den Erhalt traditioneller Werte anstrebte. Die Hauptfigur des Films ist der Samurai niederen Ranges Kanichiro Yoshimura (Kiichi Nakai), die zweite tragende Rolle spielt der angesehene Samurai Hajime Saito (Koichi Sato). Der Film beginnt in der Gegenwart des Jahres 1899. Der gealterte Saito sucht mit seinem kranken Neffen den Arzt Dr. Chiako Ono auf und entdeckt dort ein altes Foto von Yoshimura. Sowohl Saito, ein Weggefährte Yoshimuras, als auch der Arzt, dessen Verbindung mit Yoshimura zunächst unklar ist, beginnen sich an seine Person zu erinnern. Diese Erinnerungen sind zunächst unabhängig voneinander, ein Wortwechsel zwischen beiden entspinnt sich erst langsam, und spielen sich auf verschiedenen Zeitebenen ab. Durch diese Erzählweise bietet der Film zwei verschiedene Perspektiven auf das Leben von Yoshimura, während der Arzt ihn bewundert, verachtet Saito ihn. Denn obwohl Saito von höherer Herkunft ist fühlt er sich neben Yoshimura klein und korrumpiert. Yoshimura stellt die Loyalität zu seinem Shogun, seinen Treueeid, über alles. Obwohl er kein Opfer scheut um seine gesamte Familie zu versorgen kommt an erster Stelle, noch vor eben jener Familie, der Shogun.
Die unterschiedlichen Lebensphilosophien der beiden Samurai bringt ein kurzer Dialog auf den Punkt. In diesem meint Saito, er lebe nur, weil ihn keiner tötet. Yoshimura hingegen äußert, dass er nur tötet, um nicht zu sterben. Diese Gegenpole aus edlem Samurai und eiskaltem Schlächter machen die Geschichte sehr reizvoll. Ansonsten entpuppt sich "The Last Sword" als ruhig erzähltes Samurai-Drama alter Schule. Der Film bietet wunderbare Locations, eine hochwertige, stets passende Musikuntermalung, sehr authentisch wirkende Sets, Waffen und Kostüme und perfekt choreographierte Kämpfe. Bei den Kämpfen gibt es zwar keine echten Massenszenen, wie z.B. bei "The Last Samurai", sie sind aber dafür perfekt choreographiert und durchaus nicht unblutig ausgefallen. Die üblichen, übertriebenen Blutfontänen fehlen aber. Die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen lassen den Film nicht streng linear wirken und sorgen für einen steten, aber abwechslungsreichen Erzählfluss. "The Last Sword" bietet Einblicke in zahlreiche Problematiken des Samurailebens, Konflikte zwischen der Loyalität für die eigene Familie und dem eigenen Herrn, Sinn und Unsinn des Seppuku, sowie Konflikte zwischen materieller Armut, dem Willen zu überleben und andererseits der unbedingten Einhaltung des eigenen Ehrenkodex. Gegen Ende des Films sind die Samurai schließlich nur noch eine aussterbende Kaste, denn der Tenno setzt moderne Schusswaffen ein, denen die Samurai nicht gewachsen sind. Es gibt zwar auch hier zwar keine Gemetzel wie in "The Last Samurai", das Ergebnis ist jedoch das Gleiche.
Digitale Aufarbeitung:
Der Film wird von einem leichten Bildrauschen begleitet und auch die Kompression macht sich hin und wieder bemerkbar. Die Schärfe und der Kontrast gehen aber in Ordnung, somit ist die Bildqualität durchaus zufriedenstellend. Sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur sind gut verständlich, das akustische Geschehen spielt sich aber vor allem im Frontbereich ab.
Die Extras sind extrem enttäuschend ausgefallen. Neben dem deutsch/japanischen Trailer gibt es lediglich drei Ausschnitte von den Dreharbeiten mit einer Gesamtlaufzeit von lediglich rund 21 Minuten. Diese Szenen sind entweder unkommentiert, oder komplett japanisch, und ohne jegliche Untertitel. Der Informations- und Unterhaltungswert ist daher leider gleich Null. Der Verzicht auf die reichhaltigen Extras der britischen und japanischen DVDs ist bedauerlich.
Fazit:
"The Last Sword" ist ein gelungener Abgesang auf die alte Tradition der Samurai mit zwei hervorragenden Darstellern als ungleiche Leidensgenossen. Die Bildsprache ist beinahe poetisch, während die Erzählung geradezu episch anmutet und außerdem sehr authentisch wirkt. Die Ausstattung des Films ist hochwertig und die wenigen Kampfszenen sind exzellent choreographiert. Die Extras der DVD sind jedoch leider sehr schwach ausgefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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131:52 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Japanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer (Deutsch/Japanisch)
- Dreharbeiten für die Schwertkampfschule
- Dreharbeiten zum letzten Feldzug der Wölfe von Mibu
- Dreharbeiten zu Mizus Selbstmordversuch
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The Last Sword - Die Wölfe von Mibu
Mibu gishi den
Ein hochwertiges, ruhig erzähltes Samuraidrama mit hervorragenden Darstellern und authentischer Ausstattung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2003 Regie: Yojiro Takita Drehbuch: Jiro Asada, Takehiro Nakajima Darsteller: Kiichi Nakai, Koichi Sato, Yui Natsukawa, Takehiro Murata, Miki Nakatani, Yuji Miyake
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 02.08.2007
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