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DVD-Besprechung - Das Leben nach dem Tod in Denver
Story:
Der "heilige" Jimmy (Andy Garcia), ein früherer Gentleman-Gangster, muss aufgrund finanzieller Verpflichtungen erneut für seinen ehemaligen Boss, den "Mann mit dem Plan" (Christopher Walken), einen kleinen Auftrag erledigen. Er engagiert zur Unterstützung seine ehemaligen Kumpane "Pieces" (Christopher Lloyd), "Franchise" (William Forsythe), "Easy Wind" (Bill Nunn) und "Critical Bill" (Treat Williams). Bei dem Einsatz läuft jedoch alles völlig aus dem Ruder und sie werden vom Boss zu "Freiwild" erklärt, ihr Ende ist damit vorgezeichnet.
Meinung zum Film:
"Das Leben nach dem Tod in Denver" entstand im Jahre 1995 im Fahrwasser von "Pulp Fiction". Gewisse stilistische Einflüsse sind daher unübersehbar. Regisseur Gary Fleder ("...denn zum Küssen sind sie da"), der zuvor relativ unbekannt war, fand hier jedoch seinen ganz eigenen Stil. Zur Seite stand ihm bei diesen Film ein beeindruckendes Ensemble von Stars. Diese sollen sich förmlich um die Rollen gerissen haben, was vor allem dem hervorragenden Drehbuch von Scott Rosenberg ("Con Air") mit dessen skurrilen, aber absolut glaubwürdigen Charakteren, gestundet ist. Die Rollen wurden dabei nicht nach Proporz oder großem Namen, sondern absolut den Figuren entsprechend besetzt.
Andy Garcia ("Internal Affairs - Trau ihm...er ist ein Cop") ist der "heilige" Jimmy, ein ehemaliger Gangster vom alten Schlag, mit guten Manieren und einem großen Herz, der sich mehr schlecht als recht als ehrbarer Geschäftsmann versucht. Jimmy hat eine soziale Ader und versucht immer wieder anderen, z.B. einer jungen Prostituierten, aus der Patsche zu helfen. Auch die Anwerbung seiner alten Kumpanen betreibt er, um ihnen mit einem einfachen Job finanziell ein wenig auszuhelfen. Sie alle befinden sich nämlich nicht auf der Sonnenseite des Lebens. "Pieces" z.B., der todkrank ist und ein Gliedmaß nach dem anderen verliert, ist Filmvorführer in einem schäbigen Pornokino und auch die anderen hat es kaum besser getroffen. Die Tragik des Films entfaltet sich nun darin, dass sich die angedachte Schützenhilfe in das völlige Gegenteil verkehrt. Anstatt mit dem Geld für den Job ihre Lebenssituation verbessern zu können, blicken danach alle dem Sensenmann ins Auge. Jimmy steht auch hier bis zur letzten Minute für seine Freunde ein, kann jedoch beim "Mann mit dem Plan" nichts erreichen. Christopher Walken ("True Romance") brilliert hier in seinen wenigen Szenen als körperlicher Krüppel, der aus den Seelenqualen seiner Artgenossen seine Lebenskraft zieht. Er ist absolut gnadenlos und das genaue Gegenteil von Jimmy, denn sein Wort bedeutet ihm überhaupt nichts. Die Freunde müssen sich im Angesicht des Todes nun entscheiden, wie und ob sie der Gefahr begegnen wollen. Jeder geht dabei seinen eigenen Weg, "Easy Wind" taucht unter, "Franchise" flüchtet mit seiner Familie, "Pieces" will es nur noch hinter sich bringen und "Critical Bill" erwartet den Killer zum letzten Showdown. Treat Williams ("Es war einmal in Amerika") als "Critical Bill" ist dabei das absolute Highlight des Films, selten gab es einen durchgeknallteren Charakter auf der Leinwand zu bestaunen. Wenn beispielsweise Jimmy seinen verlotterten, stinkenden Unterschlupf besucht und Bill ihm, während er mit einer Hand einen Kanister hält, in den er vor seinen Augen hineinpinkelt, etwas zu Essen anbietet, bleibt dabei kein Auge trocken. Man gewinnt den Eindruck, die Blitze in seinen Pupillen regelrecht sehen zu können, die bei ihm jederzeit zu verheerenden Kurzschlussreaktionen mit katastrophaler Wirkung führen können.
Die Story selber schwankt zwischen Gangsterfilm und Drama, wobei der Film es immer wieder auf ausgeklügelte Art und Weise versteht, düstere Untertöne, Szenen mit teils heftigen Gewaltausbrüchen und Dialoge, die einfach nur zum Schießen sind, glaubwürdig miteinander zu verknüpfen. Die einzige, echte Schwäche des Films ist dabei der etwas verschleppte Spannungsaufbau, der angesichts der Stärken des Films aber über die gesamte Spielzeit kaum ins Gewicht fällt.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität geht in Ordnung, ist aber alles andere als überragend, da die DVD mit einem durchgehend verrauschten Bild zu kämpfen hat. Die deutsche und englische Tonspur haben keine größeren Schwächen, die englische Tonspur ist jedoch bei einigen Dialogen etwas leise ausgefallen.
Die DVD enthält als Extras Kurzinterviews und eine Featurette. Das gesamte Material der Interviews ist jedoch in der Featurette erneut erhalten und diese läuft lediglich um die 5 Minuten. Weiterhin finden sich auf der DVD ein Trailer zum Film, eine musikunterlegte Fotogalerie mit Szenen aus dem Film, sowie ein paar Produktionsnotizen in Form von Texttafeln. Die zusätzliche Ausstattung des Films fällt somit sehr kläglich aus. Die Neuauflage von Kinowelt hat älteren Veröffentlichungen dafür aber das korrekte Bildformat und die englische Originaltonspur voraus.
Fazit:
"Das Leben nach dem Tod in Denver" ist ein brillantes Gangsterdrama, mit viel Humor aber auch einigen Härten. Die große Stärke des Films sind neben den lebensnahen, augenzwinkernden Dialogen, die hervorragenden Darsteller, die die Charaktere glaubhaft mit Leben füllen können und sich hier gegenseitig an die Wand spielen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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110:43 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Fotogalerie
- Featurette
- Interviews
- Produktionsnotizen
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Das Leben nach dem Tod in Denver
Things to do in Denver when you`re dead
Düsteres und doch humorvolles Gangsterdrama mit skurillen, aber liebenswerten Charakteren
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1995 Regie: Gary Fleder Drehbuch: Scott Rosenberg Darsteller: Andy Garcia, Christopher Walken, Christopher Lloyd, William Forsythe, Treat Williams, Steve Buscemi, Bill Nunn, Jack Warden
Label :
Kinowelt
Verkaufsstart : 25.08.2006
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