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DVD-Besprechung - Lonely Hearts Killers
Story:
Der Polizist Elmer Robinson (John Travolta) versucht verzweifelt, den Selbstmord seiner Frau Annie zu verstehen und vernachlässigt dabei seine Polizeiarbeit. Als jedoch ein vermeintlicher Selbstmord einer jungen Frau gemeldet wird, begibt sich Robinson an den Tatort und verbeißt sich in den Fall. An einen Selbstmord glaubt er nicht. Schon bald kommen er und sein Partner Charles Hildebrandt (James Gandolfini) bei ihren Ermittlungen einem Gaunerpaar, bestehend aus Raymond Fernandez (Jared Leto) und Martha Beck (Salma Hayek), auf die Spur, welches alleinstehende Frauen um ihr Geld betrügt und dabei eine Spur von Leichen hinterlässt.
Meinung zum Film:
Regisseur und Drehbuchautor Todd Robinson ("Twelve City Blocks") ist der Enkel des von John Travolta ("Pulp Fiction") im Film verkörperten Polizisten Edward E. Robinson. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten. Raymond Fernandez und Martha Beck, die "Lonely-Hearts Killer", wurden in den Jahren 1947 bis 1949 zwanzig Morde zur Last gelegt, weshalb sie schließlich am 8. März 1951 in Sing Sing hingerichtet wurden. Diese Geschichte wurde bereits im Jahre 1970 von Regisseur Leonard Castle unter dem Titel "Honeymoon Killers" verfilmt. Regisseur Todd Robinson wurde beim "San Sebastian International Film Festival" 2006 für die "Goldene Muschel" nominiert.
"Lonely Hearts Killers" bietet dem Zuschauer ein Großaufgebot an Stars. Dem Duo der Ermittler, bestehend aus John Travolta und James Gandolfini ("Die Sopranos"), steht das Gaunerpaar der "Lonely Hearts-Killer", gebildet aus Jared Leto ("Requiem for a Dream") und Salma Hayek ("From Dusk Till Dawn"), gegenüber. Der Film gesteht dabei beiden Parteien in etwa die gleiche Spielzeit zu, wobei Travolta und Hayek auf ihrer Seite jeweils dominieren. An der Seite der beiden Cops ermittelt noch der grünschnäblige und streitsüchtige Scott Caan ("Nur noch 60 Sekunden"), während Laura Dern ("Jurassic Park 3") eine Affäre mit John Travolta hat. Eben diese Affäre zwischen Elmer Robinson und Rene Fodie (Laura Dern) wird jedoch nur angerissen und kaum vertieft. Auch der Konflikt zwischen der potentiellen neuen Mutter und dem Sohn von Elmer Robinson, Eddie (Dan Byrd), wird nur gestreift und hemmt somit lediglich den Erzählfluss. Positiv fällt bei "Lonely Hearts Killers" sofort die sehr authentisch und edel wirkende 40er-Jahre Optik ins Auge, die eine gewisse Film-Noir-Atmosphäre transportiert. Inhaltlich sind die Schwerpunkte jedoch gänzlich anders gesetzt, denn die Ermittlungen der Polizisten stehen viel weniger im Blickpunkt, als vielmehr ihre Persönlichkeiten. Die Entwicklung der Geschichte verläuft absolut linear, ohne jegliche Wendungen. Spannung kommt somit nie wirklich auf, zumal der Anfang des Films bereits den Ausgang der Geschichte vorweg nimmt.
Die erste Hälfte des Films bietet trotz der ernsten Thematik und der persönlichen Krise des Elmer Robinson durchaus noch Raum für einige humorvolle Momente, z.B. Streitereien zwischen Hildebrandt und Reilly (Scott Caan). Mit fortlaufender Spielzeit wird der Film jedoch immer ernster und düsterer. Durch die eher ruhige Gangart mit entsprechender musikalischer Untermalung, verfehlen gerade die sporadisch auftretenden Ausbrüche von Gewalt nicht ihre Wirkung und sind in ihrer drastischen Darstellung umso verstörender. Auf Seiten der Schauspieler gibt es Licht und Schatten, wobei insgesamt aber der positive Eindruck überwiegt. John Travolta spielt die Rolle des gebrochenen Polizisten, dessen Lebenswille durch die Serie von Morden neu entfacht wird und der den Fall persönlich nimmt, sehr souverän, auch wenn hin und wieder ein wenig die Tiefe des Ausdrucks fehlt. James Gandolfini verkörpert hingegen den Typ Polizist, der den Dienst streng nach Vorschrift interpretiert. In der ersten Hälfte fungiert er noch als beinahe gleichwertiger Gegenpart und Sprücheklopfer und kann in dieser Rolle voll überzeugen, tritt dann aber zunehmend in den Hintergrund. Jared Leto zeigt in seiner Rolle einiges an Wandlungsfähigkeit, bewegt sich aber in einigen Szenen am Rande des Overacting. Trotzdem liefert er hier eine starke Leistung ab. Problematischer ist die Rolle von Salma Hayek, die hier die prototypische Femme fatale verkörpert. Das reale Vorbild der Martha Beck war alles andere als attraktiv oder gar eine Sexbombe. Ihre Rolle wirkt daher mit Salma Hayek völlig fehlbesetzt und ihr laszives Spiel völlig übertrieben. Die Frage, warum ausgerechnet eine solch attraktive Frau Raymond Fernandez verfallen sollte, der nur in seiner gespielten Rolle als Ladykiller bei den Frauen Punkte sammelt, jedoch von ihr auf Anhieb durchschaut wurde, bleibt dadurch im Raum stehen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität des Films ist sehr überzeugend ausgefallen. Die Tonspuren sind zu jeder Zeit gut verständlich, die akustische Untermalung verläuft eher dezent im Hintergrund.
Die Extras der DVD sind äußerst bescheiden. Die DVD enthält ein Making Of, dessen Laufzeit lediglich rund 12 Minuten beträgt, und das zudem noch zahlreiche Filmszenen enthält. Der Informations- und Unterhaltungswert ist daher äußerst begrenzt. Weiterhin befinden sich auf der DVD der deutsche und der US-Kinotrailer, eine Bildergalerie, sowie Bio-/Filmographien, erstaunlicherweise aber trotz der prominenten Besetzung lediglich von John Travolta, Jared Leto und Salma Hayek.
Fazit:
"Lonely Hearts Killers" punktet mit einer sehr überzeugenden Optik, seiner düsteren Atmosphäre und einer erlesenen Riege von Darstellern. Der Film verläuft jedoch furchtbar linear und ohne interessante Wendungen, so dass die Spannung beinahe gegen Null geht. Die interessanten Charaktere heben den Film jedoch über den Durchschnitt, auch wenn einige nur halbherzig thematisierte Storyelemente den Fluss des Films ein wenig stören.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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103:11 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Deutscher Kinotrailer und US-Kinotrailer
- Bildergalerie
- Bio-/Filmographien
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Lonely Hearts Killers
Lonely Hearts
Ein Film mit wunderschöner Optik, guten Schauspielern und düsterer Atmosphäre, aber beinahe ohne Spannung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Todd Robinson Drehbuch: Todd Robinson Darsteller: John Travolta, Jared Leto, James Gandolfini, Salma Hayek, Scott Caan, Laura Dern
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 13.09.2007
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