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DVD-Besprechung - Night of the Living Dead (SteelBook)

Story:
Barbara (Judith O'Dea) und Johnny (Russell Streiner) wollten eigentlich nur den jährlichen Besuch des Grabes ihrer Eltern abstatten, als sie von einem wiederauferstandenen Toten gejagt werden und Johnny von diesem sogar getötet wird. Barbara rettet sich in ein abgelegenes Haus, in dem sich weitere Menschen flüchten, um sich vor der immer größer werdenden Schar der lebenden Toten in Sicherheit zu bringen. Doch aus dem Zufluchtsort wird immer mehr ein Gefängnis, das von verwesten lebenden Leichnamen belagert wird und aus dem es keine Fluchtmöglichkeit zu geben scheint.

Meinung zum Film:
Es gibt nur wenige Filme, die von sich behaupten können, Generationen von Filmemachern beeinflusst und geprägt zu haben. Einer dieser Vertreter ist ohne jeden Zweifel "Night of the living dead" von George A. Romero ("Stephen Kings Stark"), der mit diesem Schwarz-Weiß-Film nicht nur seine eigene Zombie-Trilogie startete, sondern damit auch das Zombie-Sub-Genre begründete, welches später vor allem durch italienische Regisseure wie Lucio Fulci ("Geisterstadt der Zombies") oder Bruno Mattei ("Virus") zu einem blutigen Höhepunkt gelangte. Vor den Dreharbeiten überlegten sich George A. Romero und Co-Autor John A. Russo, wie man die aus Filmen wie "Ich folgte einem Zombie" bekannten lebenden Toten noch gefährlicher erscheinen lassen könnte. Dabei kam heraus, dass kannibalistische Tendenzen eindeutig die wohl grauenerregendste Lösung sei. Eine künstlerische Entscheidung, die den modernen Horrorfilm maßgeblich prägen sollte. In "Nacht der lebenden Toten" fiel die Bezeichnung "Zombie" allerdings nicht ein einziges Mal. Dies sparte sich Romero für seinen zweiten Teil der Trilogie mit dem Namen "Zombie - Dawn of the dead" auf, der endgültig den Startschuss zum Erfolgszug der lebenden Toten unter Verwendung von großen Mengen an Kunstblut und künstlicher Körperteile im Horrorkino gab.

Dem geneigten Filmfreund ist sicherlich aufgefallen, dass es in letzter Zeit unzählige DVD-Veröffentlichungen des Filmes gab. Dies liegt daran, dass man es verpasste, am Ende des Filmes einen Copyright-Vermerk zu setzen. Noch bis März 1989 ging man davon aus, dass Filme ohne entsprechenden Vermerk "Public Domain" und somit für jedermann frei verfügbar seien. Der Film steht sogar zum legalen und freien Download unter der Adresse http://www.archive.org/details/night_of_the_living_dead im Internet bereit. Ein Umstand, der für die Filmemacher im Nachhinein sicherlich ärgerlich ist, da er so manchen Dollar durch die Finger gleiten liess, aber immerhin kann man sich mit der Erkenntnis trösten, dass der Film nicht sonderlich viel in der Entstehung gekostet hat. So stand z.B. das für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellte Haus, in dem die Menschen sich vor den lebenden Toten in Sicherheit brachten, kurz vor dem Abriss und folglich konnte man sich dort nach Herzenslust auslassen, ohne Rücksicht auf evtl. Schäden nehmen zu müssen. Das Fleisch, welches die Zombies im Film verspeisten, wurde von einem Investoren, der Fleischer war, gespendet und Schauspieler Karl Hardman betätigte sich nebenbei unter anderem auch noch als MakeUp-Artist und Sound-Effects-Techniker. Für die MakeUp-Effekte war eigentlich Tom Savini vorgesehen, der dann allerdings vom Militär einberufen wurde, um in Vietnam als Foto-Berichterstatter tätig zu sein. Seine große Stunde kam somit erst bei "Dawn of the dead".

In der Steelbook-Edition von "Night of the living Dead" enthalten ist neben dem originalen Schwarz-Weiß-Film auch noch die nachkolorierte Fassung. Die Meinungen der Fans über diese Version gehen weit auseinander und viele sagen, dass dies ein Vergehen am Original sei. Zugegeben, die Stimmung des Originals geht durch die Farben zum großen Teil verloren und auch die Intensität einzelner Szenen ist ziemlich verwässert. Am Ende ist diese Variante nicht mehr als eine nette Spielerei, die man mehr als Dokumentation ansehen sollte, wie alles bei den Dreharbeiten in Farbe ausgesehen haben mag, und diese Fassung weniger als Spielfilm mit der Intention zu gruseln betrachten. Die in der Edition vorhandene Version ist dabei die erste deutschsprachige Veröffentlichung der nachkolorierten Version, und somit hat das die Veröffentlichung tatsächlich etwas vollkommen Neues in Sachen Film zu bieten, dass sie gegenüber der Flut an anderen Veröffentlichungen zusätzlich zu dem stilvollen Steelbook hervorhebt.

Digitale Aufarbeitung:
Bild und Ton sind sowohl von der Schwarz-Weiß-, wie auch von nachkolorierten Fassung dem Alter entsprechend gut gelungen und lassen keine Wünsche offen. Dies betrifft auch die deutsche Synchronisation der Farbfassung, die aus Lizenzgründen Extra angefertigt werden musste und einen durchaus professionellen Eindruck macht.

Das Bonusmaterial der Edition ist sehr umfangreich. Neben dem Film in Schwarz-Weiß und Farbe liegt dem schicken Steelbook neben dem Booklet mit Hintergrundinfos noch eine DVD mit Bonusmaterial bei. Auf dieser ist vor allem das ausführliche, knapp 80-Minütige Making Of zu empfehlen, in dem einiges über die Entstehung des Films berichtet wird und in dem unter anderem auch damalige Akteure in aktuell geführten Interviews zu Wort kommen.

Fazit:
Egal, ob man bereits eine der unzähligen bisher veröffentlichten "Night of the living dead"-Versionen hat, diese Veröffentlichung von KSM stellt das Non-Plus-Ultra dar. Eine sehr gute Version des Originals in Schwarz-Weiß, eine ebensolche Variante der nachkolorierten Fassung mit einer guten neuen deutschen Synchronisation, dazu noch eine sehr interessante Dokumentation und ein schickes Steelbook - so und nicht anders gehört ein Kultfilm ins DVD-Regal.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
95:52 Minuten (s/w)

91:55 Minuten (farbe) Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Dokumentation "Reflections On The Living Dead"
  • Audiokommentar von Mike Nelson zur nachkolorierten Fassung
  • Making Of
  • Musikvideo "Anti Trust - Hand in Hand"
  • DVD- und VHS-Motive
  • Sammlerstücke
  • Bildergalerien
  • Artworks
  • Filmografien
  • Textinterviews
  • Produktionsnotizen
  • Goofs
  • Drehbuchinfos
  • Das Phänomen
  • Trailer & TV Spots
  • Booklet mit Hintergrundinformationen
Night of the Living Dead (SteelBook) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Nacht der lebenden Toten
Night of the Living Dead

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Die mit Abstand beste DVD-VÖ des Zombie-Klassikers, die man als Zombie-Freund unbedingt haben sollte


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1968
Regie:
George A. Romero
Drehbuch:
George A. Romero, John A. Russo
Darsteller:
Duane Jones, Judith O'Dea, Karl Hardman, Marilyn Eastman, Keith Wayne, Judith Ridley, Kyra Schon, S. William "Bill" Hinzman, George Kosana, Bill 'Chilly Billy' Cardille

Label Deutschland :
NewKSM
Verkaufsstart Deutschland :
19.06.2006