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DVD-Besprechung - Nachtschicht - Volume 3: Tod im Supermarkt
Story:
Der Hamburger Kriminaldauerdienst wird anonym von der Mitarbeiterin eines Mega Marktes darüber informiert, dass dort eine Ladendiebin festgesetzt wurde, die jedoch beim Sicherheitsdienst alles andere als in guten Händen wäre. Vor Ort berichtet die aufgeflogene Ladendiebin Mona Lopez (Susanne Bormann), vom Sicherheitsdienst sexuell belästigt, bzw. genötigt worden zu sein. Die Anzeichen verdichten sich, dass diese Verfehlung kein Einzelfall war und auch häufiger übermäßige Gewalt gegen Störenfriede angewendet wurde. Jedoch geraten nicht nur die Sicherheitsleute, sondern auch der Filialleiter selbst unter Verdacht. Dann wird eine Leiche gefunden.
Meinung zum Film:
Nach "Amok" und "Vatertag" ist "Tod im Supermarkt" bereits die dritte Folge aus der TV-Krimireihe "Nachtschicht". Mit 6,2 Millionen Zuschauern bei ihrer Erstausstrahlung im ZDF konnte sie ihre beiden Vorgänger dabei sogar noch übertrumpfen.
Auch "Tod im Supermarkt" kann wieder mit vielen bekannten Darstellern auftrumpfen, wobei einige der hervorragend besetzten Nebenrollen dem KDD-Team, bestehend aus dem "Pulverfass" Erich Bo Erichsen (Armin Rohde), dem ruhenden Gegenpol Paula Bloom (Katharina Böhm), dem respektlosen Teddy Schrader (Ken Duken) und der jungen Mimi Hu (Minh-Khai Phan-Thi), beinahe die Schau stehlen. Besonders hervorzuheben sind hier der Filialleiter Theo, gespielt von Devid Striesow ("Napola - Elite für den Führer"), sowie Vadim Glowna ("Steiner - Das Eiserne Kreuz") als blinder Obdachloser. Striesow unterstreicht mehr noch als die anderen auftretenden Charaktere den ironischen Unterton der Reihe "Nachtschicht". Beispielsweise hält er bei seiner Vernehmung den Beamten des KDD Vorträge über Regaloptimierung und "glänzt" ansonsten vor allem mit ganz speziellen Methoden, seine Filiale "sauber" zu halten. So gibt es eine öffentliche Pinnwand mit den Fotos der ertappten Ladendiebe ("Shaming"), rabiate Vorgehensweisen seiner Sicherheitsleute werden noch gefördert und wer nicht kooperativ ist, wird auch schon mal an den Stuhl gefesselt. Die Figur des Theo ist dabei, trotz all seiner Bösartigkeit, so extrem weltfremd und überzogen angelegt, dass sein Auftauchen immer ein Schmunzeln beim Zuschauer garantiert. Die einzige Darstellerin im gesamten Film, die nicht so recht überzeugen kann, ist Minh-Khai Phan-Ti. Sie wirkt innerhalb des Films beinahe wie ein Fremdkörper und ihre Darstellung wirkt äußerst kindisch und platt. Armin Rohde ("Der Campus") ist hingegen wieder voll in seinem Element als unwirscher Ermittlungsleiter und kann seine Durchsetzungsfähigkeit im wahrsten Sinne des Wortes auch handfest unter Beweis stellen.
Der Fall selber beginnt zunächst recht unspektakulär, nimmt aber schnell ungeahnte Ausmaße an und führt zu überraschenden Entwicklungen. Einer der Wachmänner ist bereits mehrfach wegen Körperverletzung und sexueller Belästigung vorbestraft, die ganze Filiale hält gegen die Ermittler zusammen, weil sie um ihre Arbeitsplätze fürchten, und die Obdachlosen rüsten verbal zum Kampf gegen den rücksichtslosen Sicherheitsdienst. Als dann auch noch einer der Sicherheitsleute tot aufgefunden wird, gibt es eine große Zahl von Verdächtigen, da dieser alles andere als beliebt war. Die Geschichte wird dabei nicht nur fortlaufend und chronologisch erzählt, sondern es werden während der Vernehmungen Rückblenden zur Rekonstruktion der Geschehnisse eingestreut. Der Fall entwickelt sich während der Ermittlungen in verschiedene Richtungen, der Freund eines der Belästigungsopfer gerät unter Mordverdacht, der Filialleiter selber rückt immer mehr in den Fokus der Ermittlungen bezüglich sexueller Belästigungen und auch eine der Kassiererinnen scheint ein ganz besonderes Verhältnis zu dem verstorbenen Sicherheitsmann gepflegt zu haben. Weiterhin sieht sich Erichsen, in Kontinuität zu den beiden vorherigen Folgen, erneut mit Unterschlagungsverdächtigungen konfrontiert und sein Chef stellt ihm intern sogar einen "Aufpasser" an die Seite. "Tod im Supermarkt" lebt besonders von der Dynamik der Geschehnisse und der Beziehungen der handelnden Personen untereinander, ohne nur stur der Polizeiarbeit des KDD zu folgen. Sehr ansprechend präsentiert sich auch die Optik des Films, in der einerseits grelles Neonlicht und andererseits düstere Umgebungen dominieren und sich zu einem reizvollen Kontrast verbinden.
Digitale Aufarbeitung:
Die Schärfe des Bildes geht insgesamt in Ordnung, es liegt aber ein durchaus wahrnehmbares Bildrauschen vor. Der deutsche Ton hat keine besonderen Schwächen.
Das einzige Extra sind die äußerst kärglichen Darstellerinfos in Textform.
Fazit:
"Tod im Supermarkt" überzeugt mit absolut schrägen Charakteren, bis in die Nebenrollen hervorragenden Darstellern und vielen überraschenden Wendungen. Der Film bietet eine sehr gelungene Mischung aus ironischem Unterton und klassischer Kriminalunterhaltung und wird nie langweilig. Wer mit innovativer Krimikost jenseits des Mainstream etwas anfangen kann, ist bei "Tod im Supermarkt" bestens aufgehoben!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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88:25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Nachtschicht - Tod im Supermarkt
Nachtschicht - Tod im Supermarkt
Gehobene Krimiunterhaltung der innovativ-ironischen Art!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2005 Regie: Lars Becker Drehbuch: Lars Becker Darsteller: Armin Rohde, Katharina Böhm, Minh-Khai Phan-Ti, Ken Duken, Marie Bäumer, Susanne Bormann
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 29.03.2007
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