 |
DVD-Besprechung - November
Story:
Bei einem nächtlichen Stop an einem Laden kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Hugh (James LeGros) erschossen wird. Seine Lebensgefährtin Sophie (Courteney Cox) durchlebt die Nacht in ihren Gedanken immer wieder neu und jedes Mal entdeckt sie dabei neue Perspektiven auf das Geschehen. Und mit jedem neuen Aspekt fühlt sie sich immer tiefer in einen alptraumhaften Sog hineingezogen.
Meinung zum Film:
"November" ist eine kleine Independent-Produktion, die mit einer Digital-Kamera aufgenommen wurde. Durch diese Art der Aufnahme erhält der Filme eine sterile Stimmung, die am Ende dafür verantwortlich ist, dass der Funke beim Zuschauer nicht so recht überspringen möchte und sich der Film wie die keimfreie und emotionslose Atmosphäre anfühlt, wie man sie aus einem Zahnarztstuhl vor der Behandlung heraus erlebt. Es gibt zwar genügend positiv erwähnenswerte Punkte, die versuchen, gegen diese sterile Atmosphäre anzukämpfen, müssen sich am Ende jedoch machtlos dieser ergeben.
Zu erst wären da die Darsteller, die alles andere als Hobbymimen sind. Allen voran Courtney Cox Arquette, die durch ihre Darstellung der Monica in der Erfolgs-Sitcom "Friends" auf der ganzen Welt bekannt wurde und durch ihre Darstellung im Kult-Slasher "Scream" auch den Sprung auf die große Leinwand schaffte. Ihren Filmpartner spielt James LeGros, der ebenfalls durch eine TV-Serie Bekanntheit erlangte - als Rechtsanwalt an der Seite von "Ally McBeal". Der Schütze des Todesschuss wird von Matthew Carey dargestellt, der in der Serie "24" schon eine entscheidende Rolle spielt und sich jüngst in der Gewalt von "2001 Manicas" befand. Auch die altgediente Darstellerin Anne Archer ("Eine verhängnisvolle Affäre") ist alles andere als unbekannt. Für eine Independent-Produktion ist die Darstellerschar relativ hochwertig, was dem Film auch eindeutig zu Gute kommt.
Aber die Darsteller werden von den visuellen Eindrücken des Films noch übertroffen. Regisseur und Schnittmeister Greg Harrison hat in seinem zweiten Spielfilm sehr intensive Bilder hervorgebracht, die eine unangenehme Stimmung hervorrufen. Schnelle Schnitte, intensive Spielereien mit der Farbe der Beleuchtung und der Mischungen aus Nahaufnahmen, Totalen und Weitwinkelnn sorgen für den Rest. Die Geschichte selbst ist stellenweise allerdings mit deutlichen Längen versehen und wer das Genre der Mystery-Filme ein wenig kennt, wird schon recht bald erahnen, was in "November" vor sich geht und was der Spannung einen deutlichen Abbruch verschafft, aber nicht das generelle Problem des Films darstellt. Das größte Problem bleibt ohne jeden Zweifel die sterile Stimmung, die durch das digitale Handheld-Filmgerät hervorgerufen wird. Sie reißt die gut aufgebaute Atmosphäre immer wieder ein und nimmt dem Film seine Kraft, die er durch Bilder und Darsteller immer wieder gekonnt aufbaut. Somit ist "November" wohl nur etwas für ein Publikum, das einen Film trotz steriler TV-Doku-Optik und einer früh durchschaubaren Story genießen kann.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist auf einem ordentlichen Level, wenn man es mit den Maßstäben einer Low-Budget-Produktion, die mit Handheld-Digicam gedreht wurde, betrachtet. So gibt es zwar unter anderem deutliches Rauschen und immer mal wieder Treppeneffekte zu erkennen, was aber allesamt nicht am Mastering liegen dürfte. Der deutsche Ton ist klar verständlich und hat auch den ein oder anderen Räumlichkeitseffekt zu bieten.
Als Extra gibt es zwei sehr interessante Audiokommentare, die sehr informativ sind, einiges über den Prozess der Entstehung des Films bieten und in denen man unter anderem erfahren kann, wie und warum während des Drehs einzelne Szenen abgeändert wurden. Das große Problem bei den Kommentaren ist, dass diese nur in englischer Sprache vorliegen und keine Untertitel vorhanden sind. Das Making Of mit dem Titel " November's Digital Design" und die "Alternative Anfangssequenz" sind vergleichbar mit einem Audiokommentar, bei denen Bilder aus dem Film gezeigt werden und der Regisseur zusammen mit dem Drehbuchautor und der Kamerafrau aus dem Off über ihre Intentionen bei den Dreharbeiten berichten. Diese Beiträge sind mit deutschen Untertiteln versehen. Es folgen noch eine animierte Fotogalerie und der Trailer zum Film.
Fazit:
"November" ist für eine Independent-Produktion in Sachen Darsteller und visueller Eindrücke absolut hochwertig. Das große Problem ist allerdings, dass das langsame Tempo und das vorhersehbare Ende, gepaart mit dem sterilen Gesamteindruck den Film sehr stark prägen und ihn daher nicht gerade sonderlich leicht zugänglich machen.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
78:21 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar mit Greg Harrison und Kamerafrau Nancy Schreiber
- Audiokommentar mit Grag Harrison und Drehbuchautor Benjamin Brand
- Alternative Anfangssequenz
- November's Digital Design
- Fotogalerie
|
|  |
November
November
Visuell interessant, inhaltlich okay, aber viel zu steril und mit zähem Tempo
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Greg Harrison Drehbuch: Benjamin Brand Darsteller: Courteney Cox, James LeGros, Michael Ealy, Nora Dunn, Nick Offerman, Anne Archer, Matthew Carey
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 30.06.2006
|