 |
DVD-Besprechung - Das Omen
Story:
Nach dem tragischen Unfalltod des designierten amerikanischen Botschafters in England bekommt Robert Thorn (Liev Schreiber) den Posten. Gemeinsam mit seiner Frau Katherine (Julia Stiles) und dem gerade geborenen Sohn Damien (Seamus Davey-Fitzpatrick) zieht er in die britische Metropole. An Damiens 3. Geburtstag nehmen schreckliche Ereignisse ihren Lauf, als sich sein Kindermädchen vor den Augen sämtlicher Geburtstaggäste vom Dach des Hauses stürzt und sich erhängt. Das neue Kindermädchen Mrs. Baylock (Mia Farrow) scheint ein guter Ersatz zu sein, doch Father Brennan (Pete Postlethwaite) sorgt für neuen Kummer - seiner Aussage nach ist Damien der Antichrist und es gilt ihn zu töten. Durch weitere Informationen, die Thorn vom Fotoreporter Keith Jennings (David Thewlis) erhält und Geschehnissen in seinem Umfeld, kommt der Botschafter nicht mehr umhin, sich mit den Behauptungen ernsthaft auseinander zu setzen.
Meinung zum Film:
1976 erschien der Originale "Das Omen" in den Kinos, der unter der Regie von Richard Donner ("Zwei stahlharte Profis") zu einem großen Erfolg wurde, dies allerdings nicht unbedingt zur Freude der Kirche. 30 Jahre später erschien mit "Das Omen" das Remake des Mystikhorrorklassikers und wie schon beim Original war es das Drehbuch von David Seltzer ("Im Zeichen der Libelle"), das beim Dreh genutzt wurde. Der Regiestuhl wurde mit John Moore ("Der Flug der Phoenix") besetzt und es war dessen Aufgabe, den Kern des Originals beizubehalten, aber einen eigenständigen Film daraus zu schaffen. Leider ging er dabei zu sehr auf Nummer sicher und veränderte die Geschichte nur an ganz wenigen Stellen, was dazu führte, dass das Remake von "Das Omen" eine größtenteils 1:1-Umsetzung des Originals in einem zeitgemäßen Umfeld ist.
Dass der Regisseur und die Darsteller sich den Vergleich mit dem Original gefallen lassen müssen, war sicherlich jedem von vornherein klar. Wenn der Damien aus dem Original mit dem aus dem Remake verglichen wird, dann ist dies wie ein Vergleich zwischen dem Anführer einer Kindergang und dem schüchternen und verwöhnten Schulstreber. Der neue Damien erscheint vielmehr wie ein verzogenes, stets bockendes Kind und es geht kaum ein Funken Gefahr von ihm aus. Im Original konnte allein der böse Blick des Kindes für reichlich Furcht sorgen, im Remake helfen da selbst als gemein gedachte Aktionen nicht weiter. Auch Liev Schreiber ("Der Manchurian Kandidat") hinterlässt als Politiker einen eher blassen Eindruck, der nicht einmal annähernd an die Leistung von Gregory Peck im Original heranreicht. Gleiches gilt für Julia Stiles ("Mona Lisas Lächeln"), die nicht nur zu jung für die Rolle erscheint, sondern auch jegliche Ausstrahlung vermissen lässt, mit der Lee Remick im Original zum Gelingen des Filmes beitrug. Mia Farrow ("Rosemary's Baby") in der Rolle des Kindermädchens ist eine der wenigen in der Darstellerriege, die vergleichbar gut zum Part im Original agieren kann. Gleiches gilt für die beiden Harry-Potter-erprobten Mimen Michael Gambon ("Professor Dumbledore") als Forscher Carl Bugenhagen und David Thewlis ("Professor Lupin") als Fotoreporter Keith Jennings. Ein wenig fehlbesetzt wirkt wiederum Pete Postlethwaite ("Der ewige Gärtner") als katholischer Priester, da ihm der treue Diener Gottes nicht so recht abgenommen wird.
Somit stellt sich recht schnell die Frage, warum ein und derselbe Film mit kleineren Variationen noch einmal gedreht werden musste, da das Original auch noch heute sehr gelungene Gruselunterhaltung darstellt und die Darsteller ohne Ausfälle daherkamen. Hätte es das Original nicht gegeben, "Das Omen" wäre sicherlich ein sehenswerter und empfehlenswerter Film. Das es jedoch das Original gibt und dieses mit der eindeutig besseren Besetzung daher kommt, gibt es im Grunde kaum einen Grund, warum man sich als Zuschauer mit einem weitaus weniger angsteinflößenden Teufel in Kindesgestalt zufrieden geben sollte. Wenn es unbedingt ein Remake eines gelungenen Klassikers geben muss, dann sollte dieses nicht nur die fast haargenau gleiche Geschichte noch einmal erzählen, sondern dem Thema zusätzlich auch etwas neues hinzufügen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht größtenteils einen sehr guten Eindruck. Bei manchen Weitwinkelaufnahmen gehen Details zwar ab und an ein wenig verloren, was aber nur am Rande stört. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 oder dts ist klar zu verstehen und sorgt auch mit dezentem Raumklang für Atmosphäre.
Als Extras gibt es zuerst einen Audiokommentar mit Regisseur John Moore, Produzent Glenn Williamson und Cutter Dan Zimmerman. Es folgt mit "omenismen" ein Making Of, bei dem sich alle zu Wort kommenden bemühen, der Produktion etwas mystisches anhaften zu lassen, was allerdings misslingt. In der "Abbey Road Session" kann ein Einblick in die Komposition und Aufnahme des Soundtracks genommen werden, die "Offenbarung 666" beschäftigt sich mit der Mystik um die angeblich teuflische Zahlenfolge "666". Es folgen noch 2 nicht verwendete Szenen, die allerdings eher leicht erweiterte Szenen sind und auch das "alternative Ende" unterscheidet sich nur sehr gering vom genutzten Ausgang. Zum Schluss gibt es noch den Trailer zum Film zu betrachten.
Fazit:
"Das Omen" gehört ohne jeden Zweifel in die Kategorie "Remakes, die die Welt nicht braucht". Mit lediglich marginalen Erweiterungen zum Original erzählt er fast haargenau die gleiche Geschichte wie die alte Version. Wer die Möglichkeit hat, sieht sich von daher besser "Das Omen" von 1976 an, der von der schauspielerischen Leistung eindeutig besser abschneidet.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
105:20 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Türkisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar mit John Moore, Glenn Williamson und Dan Zimmerman
- Omenismen
- Die Abbey Road Sessions
- Die Offenbarung 666
- Nicht verwendete Szenen und alternatives Ende
- Trailer
|
|  |
Das Omen
The Omen
Gleiche Geschichte, mit lediglich neuer Besetzung
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: John Moore Drehbuch: David Seltzer Darsteller: Liev Schreiber, Julia Stiles, Mia Farrow, Seamus Davey-Fitzpatrick, David Thewlis, Pete Postlethwaite, Michael Gambon
Label :
20th Century Fox Home Entertainment
Verkaufsstart : 15.01.2005
|