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DVD-Besprechung - The Phantom of the Opera
Story:
Das Leben des berühmten Opern-Dirigenten Sandor Korvin (Maximilian Schell) nimmt eine steile Wendung, als sich seine geliebte Gattin Elena (Jane Seymour) nach einer vernichtenden Kritik das Leben nimmt. Sandor schwört Rache an den Schuldigen, verätzt sich aber bei der Umsetzung des Schwurs das Gesicht, lebt von da an in einer Katakombe unter dem Opernhaus und gelangt zu schauerlichem Ruhm als das Phantom der Oper. Als die junge Opernsängerin Maria Gianelli (Jane Seymour) an der Oper zu singen beginnt, erkennt er in ihr ein Ebenbild seine verstorbenen Elena und beginnt sie zu fördern. Selbst wenn dies bedeutet, dass er dafür töten muss.
Meinung zum Film:
Spätestens seit dem weltweiten Erfolg der Musical-Variante von Andrew Lloyd Webber zum Gaston-Leroux-Roman "Das Phantom der Oper" ist die tragische Gestalt des Mannes mit der Maske fast genauso berühmt wie die des Dracula oder Frankensteins Monster. Sie gehört zu den Figuren im Horror-Kino, die über Generationen hinweg für schaurige Unterhaltung sorgten. Bereits 1925 verlieh Lou Chaney der Figur des Phantoms ein Gesicht und ging als eines der legendären Universal-Monster in die Geschichte ein. 1989 stellte Horror-Fachmann Dwight H. Little seine düstere Horrorvariante des Romans mit Robert Englund in der Hauptrolle fertig, ohne dabei jedoch sonderlich überzeugen zu können. 1998 versuchte sich der italienische Kult-Regisseur Dario Argento an der literarischen Vorlage, veränderte den Stoff aber dahingehend, dass das Phantom unter der Erde von Ratten großgezogen wurde und somit zu einer Art Unterwelts-Tarzan der unfreiwillig komischen Sorte wurde. Erst 2004 kam wieder eine Version des Romans in die Kinos, die der Vorlage gerecht wurde und überzeugen konnte. Es ist sicherlich kein Zufall, dass es sich dabei um die Kinoversion des Lloyd-Webber-Musicals von Joel Schumacher handelte.
Mit dem TV-Film "The Phantom of the Opera" vom TV-Spezialisten Robert Markowitz aus dem Jahre 1983 bringt e-m-s eine Variante in die Heimkinos, die ein wenig von der Romanvorlage abweicht. Drehbuchautor Sherman Yellen, der schon andere schauerlich-literarische Klassiker für das TV aufbereitete, verlegte die Handlung von Paris nach Budapest, wo das Filmen sicherlich wesentlich kostengünstiger war und gab dem Phantom auch einen ganz anderen Hintergrund, durch den tragischen Selbstmord seiner geliebten Frau. Bei den Taten des Phantoms zeigte Yellen ebenfalls Phantasie und greift auch schon mal auf Raben zurück, die einen Menschen in einem engen, geschlossenen Raum zu Tode bringen. Neu ist auch, dass die Polizei wesentlich mehr in die Handlung mit einbezogen wird, wodurch die Liebe zwischen dem Schützling des Phantoms und Michael, der in diesem Fall der neue Regisseur des Theaters und kein wohlhabender Gönner des Etablissement ist, deutlich in den Hintergrund rückt. Änderungen, die sicherlich nicht jedem gefallen werden und bei denen man auch sicherlich darüber streiten kann, ob sie der Geschichte wirklich gut tun. Das Ende fällt dann allerdings so unbefriedigend aus, dass es wohl viele unzufrieden zurücklassen wird und eindeutig schlechter ausfällt als im Original...
Wer sich mit den Änderungen in der Geschichte anfreunden kann, sollte sich auch wie für TV-Produktionen üblich, auf weniger aufwendige Kulissen einrichten. Teilweise kommt eine sterile Studioatmosphäre durch, doch durch immer wieder eingestreute Fresken und Statuen, so wie mit der Maske des Phantoms, wird für eine teils düstere Stimmung gesorgt. Jane Seymour ("Dr. Quinn") in der Rolle der Elena/Maria spielt ansprechend und Maximilian Schell ("Das Urteil von Nürnberg") gibt eine gute Vorstellung als Phantom. Allerdings gilt ein Großteil des Lobs auch seinem Synchronsprecher Joachim Kerzel, der unter anderem die deutsche Stimme von Jack Nicholson und Jean Reno ist und durch seine Sprachkunst das Fehlen der Mimik auf Grund der Maske bestens ausgleichen kann. In weiteren Rollen spielen unter anderem Michael York ("Austin Powers") als Opern-Regisseur, Jeremy Kemp ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") in der Rolle des reichen Gönners der Oper und Paul Brooke ("Bridget Jones") als Inspektor. Letzterer spielte auch in der Variante von Joel Schmuacher mit, wenn dort auch nur in der eher kleinen Rolle des Auktionators.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht keinen sehr guten Eindruck. Es ist verrauscht, Rollenwechsel sind deutlich zu erkennen, genauso wie Verschmutzungen und Defekte. Hinzu kommt noch deutliches Ruckeln bei Kameraschwenks. Der deutsche Ton ist nicht sonderlich ausgewogen abgemischt, die Musik ist im Vergleich zur Sprache stellenweise viel zu laut, was Nachregeln oftmals notwendig macht.
Außer dem Trailer zum Film gibt es keine Extras.
Fazit:
"The Phantom of the Opera" weicht immer wieder von der literarischen Vorlage ab und es ist deutlich zu erkennen, dass der Film für das Fernsehen produziert wurde. Für rund 1,5 Stunden durchschnittlicher TV-Unterhaltung reicht es zwar aus, wer allerdings eine angemessene Umsetzung des Romans erwartet, sollte sich besser den Stummfilm mit Lou Chaney, oder aber die Musical-Verfilmung von Joel Schumacher ansehen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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95:49 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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The Phantom of the Opera
The Phantom of the Opera
Durchschnittliche TV-Produktion mit inhaltlichen Veränderungen zum Leroux-Roman
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1983 Regie: Robert Markowitz Drehbuch: Sherman Yellen (nach dem Roman von Gaston Leroux) Darsteller: Maximilian Schell, Jane Seymour, Michael York, Jeremy Kemp, Diana Quick, Paul Brooke, Philip Stone
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 06.07.2006
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