Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Red Eye

Story:
Lisa Reisert (Rachel McAdams) hat von vornherein kein gutes Gefühl beim Fliegen. Als ihr eigentlicher Heimflug nach Miami abgesagt wird, ist sie dennoch glücklich, den letzten Nachtflug nach Hause zu erwischen. Ein kurzes Glück, wie sich herausstellt, da nicht nur der holprige Start für einen Horror-Trip sorgt, sondern auch ihr anfangs sehr sympathisch erscheinender Sitznachbar Jackson Rippner (Cillian Murphy), der ganz eigene Pläne verfolgt, welche viel dramatischer sind als die pure Angst vorm Fliegen.

Meinung zum Film:
Ein neuer Film von Horror-Meister Wes Craven ("Scream")? Mit einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren? Und dann auch noch mit einer Laufzeit von nur knapp 82 Minuten inklusive Abspann? Kann das überhaupt spannend sein? Zugegeben, nach der letzten Enttäuschung mit "Cursed" treten diese Fragen sehr schnell bei dem Altmeister des Horrors auf. Doch man muss zugeben, dass "Red Eye" trotz einiger Probleme recht gut und spannend zu unterhalten weiß. Drehbuchautor Carl Ellsworth, der bislang nur einzelne Episoden zu "XENA" und "Buffy" geschrieben hat, schrieb auf einer Geschichte von ihm und Dan Foos, einen weiteren Film-Neuling, einen recht temporeichen Thriller, der zwar etwas braucht, bis er in Gang kommt, dann aber gut zu unterhalten weiß.

Der Aufbau der Geschichte erscheint allerdings nicht besonders ausgearbeitet. Das erste Drittel vergeht, ohne dass es groß vorangehen würde im Geschehen. Das einzig wirklich interessante zu diesem Moment ist die Frage, was schreckliches folgen wird. Dies aber auch nur dann, wenn man nicht unvorsichtigerweise den Text auf der Rückseite des Covers gelesen hat, der einiges an Spannung rausnimmt, da er grundlegende Teile der Handlung vorwegnimmt. Ab dem Moment, wo der Flieger in den Himmel abhebt, geht es aber endlich mit der Spannung los. Der bis dato sehr nette Jackson zeigt auf einmal ein Gesicht, das alles andere als schön ist. Es folgen in den letzten rund 60 Minuten so manche Momente, die höchst unrealistisch erscheinen. Filme, bei denen diese Einfälle nicht vorkommen, scheinen zu einer vom Aussterben bedrohten Art zu gehören.

Die Rolle der Lisa wird von Rachel McAdams gespielt, die vor allem durch ihre zu Tränen rührende Darstellung der Allie in der Verfilmung des Nicholas-Sparks-Romans "Wie ein einziger Tag" zu überzeugen wusste. Ihre Leistung in "Red Eye" ist ganz ordentlich, die junge Darstellerin wirkt aber etwas unpassend. Ähnliches gilt für ihr Gegenüber Cillian Murphy. Mit seinen kalten Augen war er die perfekte Besetzung für die Vogelscheuche in "Batman Begins", hier will aber auch er nicht so 100% stimmig wirken. Dies liegt zu einem nicht unerheblichen Teil aber auch daran, dass den Figuren nur ein recht oberflächlicher bis gar kein Hintergrund gegeben wurde. Das Motiv und der Umstand für das Vorgehen von Jackson wird mehr als stiefmütterlich behandelt, genauso wie im Grunde überhaupt nichts weiter erläutert wird. Und dies ist dann auch das größte Problem - man bekommt als Zuschauer Ereignisse vorgesetzt, ohne recht zu wissen, was man davon zu halten hat. Dabei wäre bei einer Laufzeit von gerade Mal 82 Minuten genügend Zeit für Hintergründe gewesen, ohne den Film zu lang geraten zu lassen. Man merkt dem Drehbuch deutlich an, dass der Autor eher an Serienformate gewohnt ist, die in einer Folge nur wenig Detailerläuterungen benötigen. Doch die ab dem Start der Maschine schnell vorangetriebene Geschichte sorgt zumindest dafür, dass die extrem oberflächliche Story und die realitätsfernen Momente in den Hintergrund rücken und der kurzweiligen Spannung den Vortritt lassen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und weiß vor allem durch seine natürlichen Farben zu überzeugen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut abgemischt und wann immer es das Geschehen erlaubt, wird auch der hintere Bereich beschallt.

Als Extra gibt es unter anderem einen Audiokommentar mit Regisseur Wes Craven, der von einer Produzentin und dem Editor unterstützt wird. Das Making Of zum Film stellt sich als recht kurzes Werbefeature heraus, das nur wenig Hintergründe vermitteln kann. Der Beitrag "Eine neue Art Thriller" ist in ähnlicher Weise verfasst und vermittelt auch nur bedingt neues. Die Gag-Rolle beweist dann zum Abschluss noch, dass auch bei einem Thriller viel Zeit für Spaß beim Dreh bleibt. Erfreulicherweise ist sämtliches Bonusmaterial mit deutschen Untertiteln versehen.

Fazit:
"Red Eye" ist sicherlich kein Film, den man unbedingt gesehen haben muss. Er ist aber einer der Filme, die man sich als kurzweilige Spannungsunterhaltung ohne Anspruch problemlos ansehen kann. Einschalten, völlig Abschalten und sich von den Bildern berieseln lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,40:1
2,40:1
81:42 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar von Wes Craven, Marianna Maddalena und Patrick Lussier
  • Making Of "Red Eye"
  • Wes Craven: Eine neue Art von Thriller
  • Gag-Rolle
Red Eye - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Red Eye
Red Eye

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein oberflächlicher Action-Thriller mit lückenhafter Story vom alten Meister des Grauens


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Wes Craven
Drehbuch:
Carl Ellsworth, Dan Foos
Darsteller:
Rachel McAdams, Cillian Murphy, Brian Cox, Jayma Mays, Angela Paton, Laura Johnson, Suzie Plakson, Max Kasch

Label Deutschland :
Universal Pictures Germany
Verkaufsstart Deutschland :
09.02.2006