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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Red Riding Hood

Story:
Nach der Ermordung ihres Vaters lebt die 12-jährige Jenny (Susanna Satta) bei ihrer Mutter, die allerdings kein allzu guter Umgang für das Mädchen darstellt. So taucht eines Tages ihre Großmutter (Kathleen Archebald) in Rom auf, um das Kind mit zu sich nach New York zu nehmen, damit sie dort gut behütet aufwachsen kann. Doch das Mädchen hat gar kein Interesse mit zu ihrer Oma nach Amerika zu gehen und ist auch alles andere als hilflos. Denn Nachts streift sie zusammen mit ihrem maskierten Freund George durch die Straßen Roms und tötet Menschen, die sich moralischer Vergehen schuldig gemacht haben.

Meinung zum Film:
"Red Riding Hood" ist sehr schnell als Produktion mit kleinerem Budget auszumachen. Regie führte der Italiener Giacomo Cimini, der mit dem Film sein Regiedebüt gab. Erfahrung brachte Co-Drehbuchautor und Co-Produzent Ovidio G. Assonitis in die Arbeit, der in den 80er-Jahren kleinere Horror- und Actionwerke als Produzent begleitet hatte und selbst das Drehbuch schrieb und Regie führte bei "Madhouse - Party des Schreckens". Vermarktet wird "Red Riding Hood" als eine Horrorvariation des Rotkäppchen-Märchens, was allerdings eine doch sehr freie Auslegung darstellt, die allerdings nicht weiter tragisch ins Gewicht fällt und nur dann enttäuschen kann, wenn man sich zu sehr an den Inhalt des Märchens klammert, eine tatsächliche Variation des Themas erwartet wird und dementsprechend Parallelen gefunden werden sollen.

Der Film lehnt sich in vielen Punkten an Giallo-Filme, eine spezielle Art italienischer Thriller, und dort vor allem an der "Style-over-Story"-Methode, die visuelle Stärken weit über dem Erzählen einer logischen Geschichte stellt. Dies ist dann auch der große Knackpunkt bei "Red Riding Hood". In vielen Momenten kommt packende Atmosphäre auf und die nächtlichen Bestrafungen der Sünder sind äußerst gelungen inszeniert. Dazwischen kommen dann allerdings immer wieder zu viel Albernheiten, wodurch die gute Stimmung gleich wieder zunichte gemacht wird. Ob diese Gewichtung an albernen Humor gewollt war, ist schwer zu sagen. Eine Portion zynischer Worte wäre sicherlich passend gewesen, doch wird im Film eine zigfache Menge von dem präsentiert, was der Story gut getan hätte. Die Auflösung der Geschehnisse ist nicht unbedingt sonderlich überraschend und die meisten dürften diese schon sehr früh erahnen. Die Abschlusssequenz ist dann ein weiterer Beweis dafür, dass den Filmemachern das Gespür für ihre Geschichte ein wenig fehlt. Anstatt alles weitestgehend ernst enden zu lassen, wird eine Einstellung präsentiert, die nur ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen wird wohl niemanden erfreuen dürfte.

Wer die Art von Giallo-Filmen mag, wird aber an "Red Riding Hood" dennoch, zumindest stellenweise Gefallen finden können. Die Kameraperspektiven auf das Geschehen sind sehr ansprechend und abwechslungsreich gewählt, die Möglichkeiten von Rom als Kulisse werden reichhaltig präsentiert und die Tötungssequenzen sind originell und gut gemacht. Ein wenig übertreibt es der Regisseur zwar mit seinen schnellen Schnittfolgen in manchen Momenten dafür entschädigen dann aber die Momente, in denen sich Jenny und ihr Killerfreund an die Opfer heranschleichen und dieses bis in den Tod verfolgen. Es ist wirklich schade, dass sich die Verantwortlichen dazu entschieden haben, der im Kern guten Idee einen überwiegend albernen Charakter zu verleihen. Als ernster und düsterer Horrorthriller hätte er ohne jeden Zweifel eine Menge Potential gehabt, ein richtiger guter Genrebeitrag zu werden. Durch die nicht einmal ein wenig witzigen Blödeleien wird dieser Ansatz aber weitestgehend im Keim erstickt und lässt somit ein maximal durchschnittliches Filmvergnügen zu.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine kleinere Produktion ganz gut gelungen, lediglich die Schärfe lässt schnell den Wunsch nach mehr aufkommen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich, hält sich im hinteren Bereich aber weitestgehend zurück. Zwischenzeitlich sind im Bild feste englische Untertitel zu sehen, die offensichtlich im für das DVD-Mastering vorliegenden Bildmaster fest integriert waren.

Als Extra gibt es den Trailer zum Film.

Fazit:
Die spannende Seite von "Red Riding Hood" wird durch den Einsatz von albernem Klamauk in der Geschichte zu deutlich dominiert und beraubt ihn dadurch seiner Stärken. Was bleibt, ist ein durchschnittlicher Mix aus Horrorthriller und Blödelfilm, der am Ende nur die Gewissheit lässt, dass aus dem Film deutlich mehr zu holen gewesen wäre.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
89:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Red Riding Hood - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Red Riding Hood
Red Riding Hood

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Aber Rotkäppchen, warum bist du denn so albern?


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 2003
Regie:
Giacomo Cimini
Drehbuch:
Ovidio G. Assonitis, Andrew Benker
Darsteller:
Kathleen Archebald, Susanna Satta, Roberto Purvis, Marco Fiorini, Justine Powell, Iaon Gunn

Label Deutschland :
Atomik Films
Verkaufsstart Deutschland :
21.11.2006