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DVD-Besprechung - Rent

Story:
Mark Cohen (Anthony Rapp) und Roger Davis (Adam Pascal) sind zwei Jungkünstler, die sich eine Wohnung in New York teilen und ums Überleben kämpfen. Zusammen mit ihren Freunden Tom Collins (Jesse L. Martin), Angel Dumott Schunard (Wilson Jermaine Heredia), Mimi Marquez (Rosario Dawson), Maureen Johnson (Idina Menzel) und Joanne Jefferson (Tracie Thoms) erleben sie die Höhen und Tiefen des Lebens als mittellose Künstler.

Meinung zum Film:
Jonathan Larson ließ sich von Giacomo Puccinis Oper "La Bohéme" aus dem Jahre 1896 inspirieren und brachte fast ein Jahrhundert später seine Variation des Themas an den Broadway, die dem wilden und unkonventionellen Leben des ausgehenden 20. Jahrhunderts Rechnung trug. Sein mit teils sehr bedrückenden menschlichen Schicksalsschlägen versetztes Musical konnte neben dem Publikum vor allem die Kritiker überzeugen, was sich in zahlreichen renommierten Auszeichnungen wie vier Tony-Awards und den Pulizer-Preis in der Kategorie Drama wiederspiegelte. Larson selber konnte den Erfolg seines Stücks allerdings nicht mehr miterleben, da er am Abend der ersten Vorpremiere an einer Arterienerweiterung verstarb. Der Zeitpunkt seines Todes ist so dramatisch, er könnte fast Bestandteil seines eigenen Stückes sein.

2005 kam unter der Regie von Chris Columbus ("Harry Potter und der Stein der Weisen") die Kinoversion des Musicals in die Lichtspielhäuser und der Großteil der Hauptrollen wurde mit den Darstellern besetzt, die auch bei der Broadway-Premiere auf der Bühne standen. Zu diesen gehören Anthony Rapp ("A beautiful mind"), Adam Pascal ("School of Rock"), Idina Menzel ("Ask the Dust"), Wilson Jermaine Heredia ("Makellos"), Jesse L. Martin ("Law & Order") und Taye Diggs ("House on Haunted Hill"). Die Rolle von Daphne Rubin-Vega ("Wild Things") wurde von Rosario Dawson ("Sin City") übernommen, den Part von Fredi Walker übernahm Tracie Thoms ("Cold Case"). Grund für die Umbesetzung war, dass die Broadway-Darsteller zwischenzeitlich auf Grund ihres Alters nicht mehr in die Rollen passten. Die Entscheidung, weitestgehend auf die originale Besetzung zurückzugreifen, die mittlerweile zum größten Teil Fuß gefasst hat in TV und Kino, war sicherlich keine schlechte, denn während andere Musicalverfilmungen oftmals das Gleichgewicht zwischen Gesang und Schauspiel vermissen lassen, stimmt dieses in diesem Fall.

Die Geschichte von "Rent" ist an sehr vielen Stellen deprimierend, dadurch aber auch authentisch. Die Sorgen der Protagonisten darüber, wie die Miete gezahlt werden soll, die Angst davor, in der Liebe verletzt oder gar verlassen zu werden, AIDS infizierte Freunde, die täglich am Ausbruch der Krankheit sterben können und Drogenkonsum sind in Kreisen der heutigen Bohéme, von der es in New York sicherlich einige Vertreter gibt, weit verbreitet. Und die natürlich erscheinenden Sorgen, die authentischen Charaktere und der wenig geschönte Alltag sind es letzten Endes, die dem Musical und somit auch dem Film seine Kraft verleihen. Niemand sollte erwarten, eine heile Welt präsentiert zu bekommen, in der sich Probleme irgendwann in Luft auflösen. Doch man muss auch kein Künstler mit Hoffnungen und unkonventionellen Idealen sein, um an "Rent" gefallen finden zu können. Ein wenig Interesse an ansprechenden Charakteren, etwas Geschmack für populäre und rockige Musicalklänge und rund 2 Stunden Zeit reichen aus, um mit einem Haufen New Yorker Jungkünstler mitfiebern zu können und auf ein versöhnliches Ende für alle zu offen. Und dies selbst dann, wenn schon früh zu erahnen ist, dass dies nur schwer möglich sein wird.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck und lässt keine Wünsche offen. Auch der Ton, der nur in englischer oder französischer Sprache mit deutschen Untertiteln vorliegt, sorgt für ein angenehmes Raumklanggefühl, das natürlich in erster Linie durch die Musik entsteht.

Der Single-Disc-Version von "Rent" liegt nur ein Audiokommentar mit Regisseur Chris Columbus und den Darstellern Anthony Rapp und Adam Pascal bei. Wer mehr Hintergründe zu erfahren wünscht, greift zu Special Edition des Films mit separater Bonus-DVD.

Fazit:
"Rent" ist die Verfilmung eines eher ernsten Musicals, das ohne viel Schönmalerei den Alltag von jungen Künstlern in New York zeigt und dabei sehr authentisch herüber kommt. Die Darsteller, die in weiten Teilen der Besetzung der Broadway-Premiere entsprechen, leisten sehr gute Arbeit und machen den Film sehenswert.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,40:1
2,40:1
129:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Chris Columbus und den Darstellern Anthony Rapp und Adam Pascal
Rent - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Rent
Rent

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Die moderne Bohéme mit ihren Höhen und Tiefen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Chris Columbus
Drehbuch:
Stephen Chbosky (nach dem Broadway-Musical von Jonathan Larson)
Darsteller:
Anthony Rapp, Adam Pascal, Rosario Dawson, Idina Menzel, Wilson Jermaine Heredia, Jesse L. Martin, Tracie Thoms, Taye Diggs

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
17.10.2006

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
17.10.2006