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DVD-Besprechung - The Riverman
Story:
Kriminal-Professor Robert Keppel (Bruce Greenwood) hat sich seit seiner erfolgreichen Unterstützung der Polizei bei der Jagd nach dem Serienkiller Ted Bundy (Cary Elwes) von den ganz harten Fällen zurückgezogen, da die abartigen menschlichen Seiten, die er dabei aufdeckte, ihm immer mehr zu schaffen machten und begannen, ihn zu verändern. Als ein anderer Serien-Killer beginnt, Prostituierte zu ermorden, unterstützt er den auf Drängen des jungen Detectives Dave Reichert (Sam Jaeger) die Ermittler bei der Suche nach der Identität des Mörders. Als sie nicht weiter kommen, bietet auf einmal noch jemand seine Hilfe bei der Suche an - niemand anders als Ted Bundy selbst, der sich durch seine Unterstützung eine Aufhebung des Todesurteils verspricht.
Meinung zum Film:
In den 70er Jahren sorgte der Serienkiller Theodore Robert Bundy für Angst unter der Bevölkerung. Durch seinen Charme schaffte es der hochintelligente Psychoath, mehr als 30 Frauen um den Finger zu wickeln, nur um sie später brutal zu töten. 1978 konnte er gefasst und zum Tode verurteilt werden. Als Anfang der 80er Jahre ein weiterer Killer von sich reden machte, bot Bundy aus der Todeszelle heraus an, bei den Ermittlungen zu helfen. Die Behörden lehnten diese Hilfe ohne ernsthaft darüber nachzudenken rigoros ab, doch alleine das Angebot sorgte für reichlich Aufsehen. Das Autoren-Duo Robert Keppel und William Burnes ließ der Gedanke nicht mehr los und so schrieben sie einen Roman, in dem die Ermittler die Hilfe des Serienkillers annahmen. Thomas Harris griff die Grundidee des Buches auf und basierte auf ihr seinen Roman "Das Schweigen der Lämmer", der von Jonathan Demme ebenfalls verfilmt wurde.
2004 nahmen sich der später auch für die US-Erfolgs-Serie "C.S.I." arbeitende Regisseur Bill Eagles dem Buch an und schuf mit "The Riverman" einen TV-Film, der weitaus näher an der ursprünglichen Buchvorlage ist als der Film mit Anthony Hopkins. Das geringe Budget versuchte er durch teils verwackelte, dadurch sehr intim wirkende Aufnahmen mit der Handkamera und dem Einsatz von Farbfiltern zu erreichen, was ihm über weite Strecken auch ganz ordentlich gelingt. Der TV-Charakter kommt dafür umso stärker bei der deutschen Synchronisation durch, die stellenweise nicht einmal das Niveau einer Vorabend-Soap aus den 80er Jahren erreicht. Lustlos, vollkommen hingeschludert und nervtötend schafft es die deutsche Tonspur, nahezu jeden Funken Atmosphäre, den der Film im Original ohne jeden Zweifel besitzt, zu zerstören. Außer der deutschen Stimme von Robert Keppel, die zumindest noch im Durchschnitt der Verträglichkeitsskala angesiedelt werden kann, versagen die anderen Sprecher fast gänzlich bei der Ausübung ihres Jobs. Wer keine Möglichkeit hat, den Film im englischen Original zu sehen, wird sicherlich nur ganz wenig Freude an ihm finden können. Leider hat es e-m-s verpasst, deutsche Untertitel zu produzieren, wodurch sehr viele auf die deutsche Tonspur angewiesen sein werden, wodurch der Film bei vielen nicht sonderlich zu gefallen weiß.
Aber auch die Darsteller liefern nicht unbedingt immer tadellose Leistungen ab. Bruce Greenwood ("Thirteen Days") ist so ziemlich der einzige, der seinem Charakter im Film das richtige Gesicht verleihen kann und die Probleme von Keppel und seine raffinierte Art im Psychoduell mit Bundy sehr gut herüberbringt. Cary Elwes ("SAW") in der Rolle von Ted Bundy kann nur als Fehlbesetzung angesehen werden, da er nichts von dem immer wieder berichteten gefährlichen Charme des Killers herüberbringen kann, mit dem er sein Gegenüber erst gewinnt, nur um dann unbemerkt sein gefährliches Psychospiel zu starten. Hier wirkt er viel zu harmlos und selbst von einer subtilen Gefahr ist bei ihm nichts zu spüren. Übertroffen im negativen Sinne wird die Leistung von Cary Elwes aber noch vom recht unbekannten Sam Jaeger ("Lucky Number Slevin"), der vor allem durch eines auffällt - überzogene Reaktionen auf die meisten Aktionen. Das Drehbuch hält zwar ebenfalls die ein oder andere Schwäche bereit, zieht insgesamt aber ein recht interessantes Psychoduell zwischen Keppel und Bundy auf, das bei der passenden Besetzung und einer durchschnittlich guten deutschen Synchronisation durchaus interessant geworden wäre. So wie der Film letzten Endes als deutsche DVD vorliegt, kann er durch die vielen Unschönheiten aber nur leidlich unterhalten.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt in Außenaufnahmen bei den Farben reichlich kraftlos und leichtes Rauschen macht sich bemerkbar. Ansonsten ist es für eine TV-Produktion ganz gut gelungen. Der deutsche Ton ist technisch betrachtet gut gelungen, bleibt jedoch im vorderen Bereich hängen.
Extras gibt es abgesehen vom Trailer keine auf der DVD.
Fazit:
"The Riverman" leider unter zwei Dingen - fatalen Fehlbesetzungen und einer fürchterlichen deutschen Synchronisation. Die Story ist interessant aufgebaut, Bruce Greenwood liefert eine gute Leistung ab und auch einige Aufnahmen des Films erzielen ihre Wirkung. Doch die negativen Eindrücken überwiegen den Film und nur wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte ihn in den Player legen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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86:27 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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The Riverman
The Riverman
Wenn die deutsche Synchronisation schwerer zu ertragen ist als die im Film gezeigten Morde
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Bill Eagles Drehbuch: Tom Towler (nach dem Roman "The Riverman: Ted Bundy and I Hunt for the Green River Killer" von Robert Keppel und William Burnes) Darsteller: Bruce Greenwood, Sam Jaeger, Cary Elwes, Sarah Manninen, Kathleen Quinlan, Jeremy Akerman
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 17.08.2006
Vertrieb :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart : 17.08.2006
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