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DVD-Besprechung - Room 6
Story:
Amy (Christine Taylor) wird immer wieder von Albträumen geplagt, die mit ihrer Krankenhausphobie zusammenhängen. Nach einem Autounfall, den sie gemeinsam mit ihrem Freund Nick (Shane Brolly) durchlebt, bekommen ihre Ängste ganz neue Höhen, als der Krankenwagen, mit dem Nick zur Behandlung ins Hospital gebracht wird, nicht Preis gibt, welches Krankenhaus er anfährt. Trotz intensiver Suche scheint Nick wie vom Erdboden verschwunden. Während Amy sich mit dem am Unfall beteiligten Lucas (Jerry O'Connell), dessen verletzte und abtransportierte Schwester ebenfalls verschwunden zu sein scheint, auf die Suche nach den Vermissten macht, plagen Sie immer stärkere Visionen von geisterhaften Gestalten, die nun nicht mehr auf ihre Träume beschränkt sind.
Meinung zum Film:
Zu Beginn erscheint "Room 6" ein wenig wie der Larry-Cohen-Klassiker "Ambulance", in dem nach einem Unfall eine Person ebenfalls von einem Krankenwagen abgeholt wird, dann aber in keiner Klinik der Stadt auftaucht. Doch während Larry Cohen in seinem Film weitestgehend rationale Handlungen bevorzugte, zieht es Regisseur und Co-Drehbuchautor Michael Hurst ("House of the Dead 2") durch den Einsatz von Visionen und Albträumen ziemlich offensichtlich in den übernatürlichen Mysterybereich. Seine Aufnahmen wechseln immer wieder in den Realitäten, wodurch der Gang in einem Krankenhaus mal als von einem Brand gezeichneter, düsterer Tunnel gezeigt wird, in der nächsten Einstellung dann wieder als spärlich beleuchteter, grün gefliester Krankenhausgang. Gleiches Stilmittel nutzt er für die Darstellung der Gesichter einzelner Personen, die erst als gewöhnliche Antlitze gezeigt werden, in der nächsten Einstellung dann aber entstellten Monsterfratzen gleichen.
Durch die unterschiedlichen Realitätsebenen bekommt "Room 6" die Atmosphäre eines Albtraums. Immer wieder muss Amy miterleben, wie aus harmlosen Situationen, wie der Besuch einer Kirche zu einem Aufeinandertreffen mit grotesken Höllenkreaturen wird. Diese Szenen stellen eindeutig die positiven Momente des Films dar, lassen aber auch schnell die Frage aufkommen, wie die einzelnen Szenen am Ende zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengefügt werden und der Plot sich darstellen wird. Die Antwort hierauf lautet - gar nicht. Denn der Regisseur hat es zusammen mit seinem Co-Drehbuchautor Mark A. Altman ("House of the dead") nicht geschafft, eine akzeptable Auflösung der Geschehnisse zu finden. Das Finale gerät zu einer höchst kitschigen, völlig albernen Veranstaltung, die in einem Kontrast zu dem bisher Gesehenen steht und den Gesamteindruck des Filmes dadurch schlichtweg zerstört. Vor allem wird einiges offen gelassen und vieles, was bisher gesehen wurde, ergibt keinen Sinn. Mit dem Ende von "Room 6" hissen die beiden Autoren die weiße Fahne und geben offen zu, dass sie keine Idee hatten, wie sie das präsentierte Szenario am besten erklären können.
Da hilft es dann auch nicht, dass die ordentlichen Darsteller weitestgehend ansprechende Leistungen bringen. Hauptdarstellerin Christine Taylor ("Dodgeball - Voll auf die Nüsse") übertreibt es in mancher Szene zwar mit der Darstellung von Angst und Sorge, liefert für eine kleinere Produktion aber eine durchaus annehmbare Leistung ab. Gleiches gilt für Shane Brolly ("Underworld: Evolution") in der Rolle des verschleppten Nick und Jerry O'Connell ("Scream 2") als unterstützender Sucher nach den Vermissten. Nicht ganz mithalten bei der künstlerischen Leistung kann die deutsche Synchronisation, die in der Wahl der Stimmen ein wenig unglücklich erscheint und sich vom Niveau her mehr in Richtung der Auflösung des Films orientiert, denn an der Leistung der Darsteller. Doch letzten Endes hätte auch die beste Blockbustersynchronisation nichts an der Tatsache ändern können, dass der Story am Ende immer mehr die Ideen ausgehen und die bis dahin aufgebaute, düstere Mysterystimmung durch eine ideenlosen und kitschige Auflösung zerstört wird.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kann in Sachen Schärfe und Bildrauschen nicht ganz überzeugen, liegt aber trotzdem auf einem ordentlichen Niveau. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist stets klar verständlich und ist auch bemüht über die Surroundlautsprecher für zusätzliche Atmosphäre zu sorgen.
Als Extra gibt es ein rund 40-minütiges Making Of, das einen sehr guten Einblick in die Dreharbeiten und die Gedanken der Künstler hinter der Kamera bietet. Für eine kleine Produktion sehr bemerkenswert, allerdings wegen fehlender deutscher Untertitel nicht für jeden von großem Nutzwert.
Fazit:
"Room 6" hätte ein unterhaltender und interessanter Mysterythriller werden können, wenn er nicht zum Ende hin immer mehr in sentimentalem Kitsch verfallen würde, was im krassen Gegensatz zu der bis dahin gezeigten Albtraumatmosphäre steht. So ist er leider nur ein weiterer Vertreter verpasster Filmchancen, die nach dem Sehen unerklärbare und dadurch sinnlose Szenen zurücklassen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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89:51 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of "Hospital from Hell"
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Room 6
Room 6
Ein albtraumhafter Verlauf mit einem ideenlosen und kitschigen Ausgang
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Michael Hurst Drehbuch: Michael Hurst, Mark A. Altman Darsteller: Christine Taylor, Jerry O'Connell, Shane Brolly, Mark A. Altman, Marshall Bell, Billy Gardell, Mary Pat Gleason, Chloe Moretz
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 24.11.2006
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