Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Running Scared
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Running Scared

Story:
Joey Gazelle (Joey Gazelle) ist ein kleiner Krimineller, der im Auftrag eines Gangsterbosses kleinere Deals erledigt. Eines dieser Geschäfte läuft jedoch schief und ein korrupter Cop wird dabei erschossen. Joey versteckt die Waffe, mit der die Tat begangen wurde bei sich im Keller, unglücklicherweise nimmt jedoch Oleg (Cameron Bright), der beste Freund von Joeys Sohn Nicky (Alex Neuberger) heimlich die Waffe an sich, schießt damit auf seinen Vater Anzor (Karel Roden), als dieser mal wieder einen seiner Wutausbrüche hat und rennt anschließend weg. Joey muss die Waffe und das Kind schnellstens wiederfinden, damit keine Verbindung zwischen ihm und der Pistole hergestellt werden kann. Doch die Suche ist nicht leicht, da so wohl korrupte Polizisten als auch brutale Gangster verschiedener Fraktionen das gleiche Ziel verfolgen.

Meinung zum Film:
Regisseur und Drehbuchautor Wayne Kramer konnte mit "The Cooler" seine erste Duftmarke in der Kinolandschaft hinterlassen und mit seinem Drehbuch zu dem Psycho-Thriller "Mindhunters" noch einmal von sich reden machen. Mit "Running Scared" liefert er nun einen Beitrag ab, der in der Tradition von erfolgreichen Tarantino-Filmen zu stehen scheint. Er zeigt immer wieder neue Schauplätze und Charaktere, die mit der Handlung auf den ersten Blick erst mal nichts zu tun zu haben scheinen, doch wenn man am wenigsten damit rechnet, bekommen sie doch noch ihren Platz als Rad im Getriebe des Geschehens. Sehr interessant fallen die teilweise eingeflochtenen, erklärenden Rückblenden einzelner Szenen aus, bei denen aus dem Jetzt in einem flüssigen Übergang in die Vergangenheit gesprungen wird. So sieht man in einer Szene Joey im Haus seines Nachbarn stehen und seine Erkenntnis über den Flug einer Pistolenkugel endet damit, dass aus seiner Perspektive der Flug der Kugel verfolgt wird, welche dann durch eine Scheibe schlägt und knapp an seiner Nase vorbei fliegt in einer Szene, die man kurz zuvor gesehen hat.

Was ebenfalls auffällt ist die Gewalt im Film. Für eine FSK-16-Freigabe gibt es reichlich Filmblut zu sehen und der Einsatz von körperlicher Malträtierung ist vielfältig. Wahrscheinlich ist es die eher comichafte Gesamtauslegung des Filmes, die ihn vor einer KJ-Freigabe verschont hat. Denn in vielen Abschnitten kann man "Runnung Scared" ganz einfach nicht mehr richtig ernst nehmen. Es werden immer kurze Nebenstränge, u.a. mit pädophilen Kindermördern oder einer Prostituierten mit Muttergefühlen, eingestreut. Auch der kleine Oleg erscheint ein ums andere mal alles andere als natürlich und für sein Alter deutlich zu cool und abgeklärt. Es gibt viele kleine und große Dinge, die es dem Zuschauer sehr schwer machen, das Geschehen anzunehmen. Auch der Hintergrund, den Joey im Verlauf des Filmes verpasst bekommt, lässt doch so einige Zweifel aufkommen, ob Wayne Kramer da nicht ein wenig zu tief in den Kitsch gegriffen hat und damit am Ziel vorbeischoss. Wendungen werden so einige in der Geschichte geboten, aber auch hier gilt, dass einige sehr überraschend und gut gelungen ausfallen, aber bei weitem nicht alle.

Im Kontrast zu der teils lockeren Art gibt es aber auch immer wieder Szenen, die sehr hart und depressiv erscheinen. Wie zum Beispiel das Martyrium, das Oleg zu durchleben hat oder aber die Gewalt, die Joey auf dem kalten Eis einer Sporthalle über sich ergehen lassen muss. Diese Momente wirken überhaupt nicht lustig und stehen im starken Kontrast der ansonsten eher doch eher leichten Action-Atmosphäre. Doch das zügige Tempo im Film, der ein oder andere witzige Moment, so manch spannende und einige actionreiche Einlagen sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Mit Darstellern wie Paul Walker ("The Fast and the Furious"), Vera Farmiga ("Der Manchurian Kandidat"), Karel Roden ("Hellboy") und Chazz Palminteri ("Reine Nervensache") ist der Film überdies auch ganz gut und passend besetzt. Wayne Kramer orientierte sich mit dem Erzählstil von "Running Scared" sicherlich ein wenig an Quentin Tarantinos "Pulp Fiction", ist dabei jedoch gescheitert, da die Mischung aus Action und Komik bei ihm zu unausgewogen wirkt. Aber dennoch bietet der Film unterhaltsame knappe 2 Stunden, die man allerdings nicht zu ernst nehmen sollte. Im Grunde kann man dies aber ohnehin nicht.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt sehr düster, der Kontrast ist relativ tief gesetzt, die Farben besitzen kaum Kraft und feines Rauschen ist zu erkennen. Inwieweit dies ein gewolltes Stilmittel ist, ist schwer zu sagen, aber zumindest zum Teil anzunehmen. Der deutsche Ton liegt wahlweise in Dolby Digital 5.1 oder dts vor und klingt in beiden Varianten ausgeglichen abgestimmt und bietet ein gutes Surroundbild.

Als Extra gibt es lediglich den Trailer zum Film.

Fazit:
"Running Scared" ist ein teils sehr harter, andererseits aber auch weitestgehend comichaft inszenierter Actionthriller, der von der Mischung her nicht sehr harmonisch wirkt. Sieht man aber von der unstimmigen Mischung ab, bietet der Film rund 2 Stunden kurzweilige, wenn auch harte Unterhaltung.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
116:46 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Running Scared - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Running Scared
Running Scared

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Überdrehte Action, brutale Bilder, mit einer teils comichaften Handlung


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / USA, 2006
Regie:
Wayne Kramer
Drehbuch:
Wayne Kramer
Darsteller:
Paul Walker, Cameron Bright, Vera Farmiga, Karel Roden, Johnny Messner, Ivana Milicevic, Chazz Palminteri, Alex Neuberger, Michael Cudlitz, John Noble

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
14.09.2006