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DVD-Besprechung - Once upon a Time in High School
Story:
Hyeon-su (Sang-woo Kwone) zieht im Jahr 1978 mit seinem Vater in einen anderen Bezirk innerhalb Seouls. Er wechselt dabei an die Jungmoon High School, eine äußerst strenge Militärschule. Sein großes Vorbild ist Bruce Lee, er selbst geht jedoch handgreiflichen Auseinandersetzungen aus dem Weg und ist ziemlich schüchtern. An der Schule aber herrscht das eiserne Gesetz des Stärkeren. Er freundet sich jedoch bald mit dem älteren Schüler Woo-shik (Jeong-jin Lee) an, der ein ausgezeichneter Kämpfer ist und somit zu Hyeons Beschützer wird. Problematisch wird die Situation aber, als sich beide in die gleiche Frau verlieben.
Meinung zum Film:
Regisseur und Drehbuchautor Yu Ha verarbeitete in "Once upon a Time in High School" eigene Erfahrungen mit dem gewalttätigen koreanischen Schulsystem der späten 70er Jahre. "Once upon a Time in High School" ist der erste Film von Regisseur Yu Ha ("A Dirty Carnival"), der in Deutschland veröffentlicht wird. In Südkorea war der Film ein großer Erfolg an den Kinokassen.
"Once upon a Time in High School" ist konträr zu seiner Vermarktungsstrategie keineswegs ein Film über Bruce Lee oder seinen Kampfstil Jeet Kune Do. Vielmehr handelt es sich um ein Jugenddrama inklusive tragischer Liebesgeschichte und einigen gewalttätigen Auseinandersetzungen. Hyen-su durchläuft an der Jungmoon High School von Anfang an einen harten militärischen Drill. Es gibt Schuluniformen, sehr strenge Vorschriften und äußerst harte Bestrafungen bei Verstoß gegen diese Regeln. Die Lehrer prügeln hemmungslos auf die Schüler ein oder beleidigen und erniedrigen sie bei Fehlverhalten oder schlechten Leistungen. Die gepeinigten Schüler versuchen ihrerseits, den Druck von oben nach unten weiterzugeben, um ihre Frustrationen abzubauen und sich eine hervorgehobene Position im Schulsystem zu sichern. Die älteren und körperlich stärkeren Schüler drangsalieren dabei die jüngeren. Es gibt auch eine Schulpolizei, bestehend aus älteren Schülern, die weitgehend freie Hand hat und hemmungslos der Tyrannei der Schulleitung nacheifert. Somit gilt grundsätzlich an der gesamten Schule das Recht des Stärkeren und gewalttätige Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung. Vergünstigungen gibt es lediglich für die Kinder hochrangiger Militärs. In dieser Umgebung wirkt der junge, schüchterne Hyeon-su zunächst äußerst verloren und deplaziert. Zwar ist er weder ein Feigling, noch körperlich ein Schwächling, aufgrund seines sanften Gemüts wäre er jedoch ohne seinen Beschützer Woo-shik ein gefundenes Fressen für ältere Semester.
Hyeon-su ist einerseits fasziniert von Woo-Shiks Kampfkünsten und seiner Durchsetzungskraft, andererseits widerstrebt ihm aber auch Gewalt als Problemlösung und das aufbrausende, überhebliche Wesen von Woo-shik. Erste ernsthafte Risse bekommt die Freundschaft der beiden, als sie sich in das gleiche Mädchen verlieben, Hyeon-su jedoch aufgrund seiner Schüchternheit auf der Strecke bleibt. Diese tragische Liebesgeschichte nimmt einen großen Teil des Films ein und wird dazu genutzt, die zunehmende Verlorenheit und Frustration von Hyeon-su zu dokumentieren, die sich schließlich in einem äußerst gewaltsamen Finale entlädt. Als seine Liebe nicht erwidert wird und er sich auch noch mit Woo-shik entzweit, muss Hyeon-su die verhassten, gewalttätigen Prinzipien der Militärschule aufgreifen, um sich selbst und seine Selbstachtung erhalten, bzw. sich behaupten zu können. Letztendlich hat auch ihn das System dazu gebracht, seinen Sanftmut aufzugeben und das Recht des Stärkeren für sich in Anspruch zu nehmen. Er trainiert wie ein Wahnsinniger und verinnerlicht den Kampfstil von Bruce Lee, um Rache für all seine Demütigungen zu nehmen. "Once upon a Time in High School" bietet einen starken Kontrast zwischen eher ruhigen und beschaulichen Szenen und zwischen ständigen, sehr gut choreographierten, gewalttätigen Auseinandersetzungen, die sich schließlich im blutigen Finale auflösen, wenn Hyeon-su selbst das Faustrecht ausübt. Der Film überzeugt insgesamt mit guten Darstellern, vielschichtigen Charakteren und einer traurigen, jedoch nie kitschigen Liebesgeschichte.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist lediglich ein minimales, nicht störendes Bildrauschen auf. Wesentlich ärgerlicher sind dagegen ab und an auftretende Doppelkonturen, sowie mehrere Dropouts. Ansonsten verfügt das Bild über eine gute Schärfe und natürliche Farben. Die Tonspuren sind gut verständlich.
Die Extras der DVD sind leider so spärlich wie uninspiriert ausgefallen. Neben dem koreanischen und deutschen Trailer enthält die DVD eine Bildergalerie, knapp über zwei Minuten Outtakes, sowie ein völlig unkommentiertes Making Of. Dieses besteht aus kurzen Clips in schlechter Qualität mit einer Gesamtlaufzeit von etwas mehr als 15 Minuten, die größtenteils lediglich Filmszenen recyceln und keine wirklichen Einblicke hinter die Kulissen gewähren.
Fazit:
"Once upon a Time in High School" ist keineswegs ein Martial-Arts-Film oder eine große Verneigung vor Bruce Lee, wer mit diesen Erwartungen an den Film herangeht, wird auf jeden Fall enttäuscht werden. Als Jugenddrama mit sozialkritischem Ansatz, guten Darstellern, vielschichtigen Charakteren und gut choreographierten Schlägereien funktioniert der Film jedoch durchaus. Die technische Seite der DVD ist eher mittelprächtig geraten, die Extras dagegen sind bestenfalls eine Mogelpackung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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118:27 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Koreanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Deutscher und Koreanischer Trailer
- Outtakes
- Bildergalerie
- Making Of (Clips)
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One upon a Time in High School
Maljukgeori janhoksa
Wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2004 Regie: Yu Ha Drehbuch: Yu Ha Darsteller: Sang-woo Kwone, Jeong-jin Lee, Ga-in Han, Hyo-jun Park, Won-kwon Kim, Jong-hyeok Lee
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 26.04.2007
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