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DVD-Besprechung - Out of the Blue (Special Edition)
Story:
Cindy "CeBe" Barnes (Linda Manz) muss als kleines Kind in der Rolle der Beifahrerin miterleben, wie ihr alkoholisierter Vater Don (Dennis Hopper) mit seinem Truck einen Schulbus rammt, in dem etliche Kinder sterben. Ihr Vater wandert dafür für fünf Jahre ins Gefängnis, ihre Mutter beginnt in dieser Zeit eine Affäre mit ihrem Chef und wird außerdem drogensüchtig. Cindy ist dadurch gezwungen schnell erwachsen zu werden und versucht ihre Probleme mit Punkrock, Alkohol und Drogen zu lösen. Als ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wird und auch direkt einen Job bekommt, scheint eine Wende hin zum Guten greifbar nahe. Diese Illusion verblasst jedoch sehr schnell.
Meinung zum Film:
"Out of the Blue" stellt die dritte Regiearbeit von Dennis Hopper nach seinem Kultfilm "Easy Rider" und seinem wohl umstrittendsten Film "The Last Movie" dar. Erst zehn Jahre nach seinem persönlichen Fiasko mit "The Last Movie" bekam er mehr durch Zufall eine neue Chance als Regisseur. Die Produktion von "Out of the Blue", ursprünglich "The Case of Cindy Barnes", für die Hopper bereits als Schauspieler unter Vertrag war, stand kurz vor dem Scheitern. Hopper sprang daraufhin als Regisseur ein, veränderte das Drehbuch und nahm einige Umbesetzungen vor. Der fertige Film sollte dann eigentlich 1980 auf dem Festival in Cannes als kanadischer Beitrag laufen. Kanada distanzierte sich jedoch von dem Film und somit lief er als staatenloser Beitrag. Erst im Jahr 1982 erreichte der Film die USA und konnte zumindest bei den Kritikern punkten. Das reichte aber nicht, um ihn in Hollywood als Regisseur wieder salonfähig zu machen, wodurch es bis 1988 dauern sollte, ehe er bei "Colors - Farben der Gewalt" erneut den Regiestuhl übernehmen sollte.
Der Film erzählt die Geschichte von Cindy Barnes, die in bemitleidenswerten Verhältnissen aufwächst. Ihr Vater sitzt im Gefängnis, ihre Mutter wirkt orientierungslos und verlottert. Sie kann für ihre Tochter keine Vorbildfunktion ausüben, da sie nichtmal mit ihrem eigenen Leben klarkommt und drogenabhängig wird. Cindy baut sich deshalb ihre eigene Gegengesellschaft auf. Sie legt sich nach außen hin eine harte Schale zu und sieht sich als von allen verlassener Rebell. Den Ausdruck finden ihre Aggression und Rebellion gegen die verhasste Gesellschaft und staatliche Autorität in der Bewegung des Punkrock, die für sie die Anarchie verkörpert. Analog zu ihren Eltern konsumiert sie Alkohol und Drogen. Liebe und Zuneigung findet sie hingegen nirgends, Männer sind für sie Schweine, mit denen sie nichts zu tun haben will. Als ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wird scheint sich ihre Lebenssituation zu verbessern und sie fügt sich direkt wieder in die kumpelhafte Beziehung zu ihrem Vater ein. Ihr Vater wird jedoch sowohl mit seinem inneren Feind, sich selbst und seiner Alkoholsucht, als auch mit seinen äußeren Feinden, den Vertretern der gutbürgerlichen Gesellschaft, die ihm seine "Todesfahrt" nicht verziehen haben, ihn schikanieren und ihm Steine in den Weg legen, nicht fertig. Seine Frau ist nicht in der Lage ihm Halt zu geben, da sie ihr eigenes Gleichgewicht bisher nicht gefunden hat, und auch die Beziehung zu seiner Tochter bekommt schnell eine böse Wendung. Cindys aufgestaute Aggressionen und Verzweiflung entladen sich schliesslich in einer gewaltigen Explosion.
"Out of the Blue" ist ein Drama, das vor allem von seiner düsteren und emotionalen Stimmung lebt, die durch die Musikuntermalung, z.B. Neil Youngs Titelsong "Out of the blue into the black", hervorragend unterstrichen wird. Die Charaktere im Film sind ganz unten, vor allem aber weil sie an sich selbst gescheitert sind. Es gibt für sie keine Hoffnung mehr.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild des Films wurde von Koch Media aufwändig restauriert und ist hervorragend. Bis auf ein leichtes, nie störendes Bildrauschen hat das Bild keine Schwächen. Die DVD beinhaltet drei verschiedene Tonspuren. Neben der englischen Originalfassung liegen zwei deutsche Tonspuren, nämlich die Kino-Synchronisation und die TV-Synchronisation, vor. Die englische Tonspur und die deutsche TV-Synchronisation klingen dabei sehr klar und gut verständlich. Die deutsche Kino-Synchronisation hingegen klingt doch etwas verzerrt, verrauscht und dumpf.
Auf der ersten DVD befindet sich ein informativer Audiokommentar von Regisseur Dennis Hopper, dem Produzenten Paul Lewis, sowie dem Verleiher John Alan Simon. Weiterhin gibt es einen Trailer, eine Bildergalerie und einen Radiospot von Jack Nicholson. Auf der zweiten DVD befindet sich ein Interview mit Dennis Hopper aus dem Jahr 1982, das rund 93 Minuten läuft und schwerpunktmäßig seine Karriere, sowie seine beiden Filme "The Last Movie" und "Easy Rider" behandelt. Weiterhin liegt der Special Edition ein 24-seitiges, sehr gelungenes Booklet mit interessanten Hintergrund-Informationen zum Film und über Dennis Hopper bei. Das Bonusmaterial ist damit insgesamt sehr umfangreich und vielschichtig ausgefallen.
Fazit:
"Out of the Blue" ist ein düsteres Teenager-Drama der Punk-Generation. Es überzeugt durch seine intensive und realistische Darstellung, hervorragende Schauspieler und einer gelungenen, den Eindruck verstärkenden Musikuntermalung. Das Ende des Films ist dabei so konsequent wie unausweichlich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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89:33 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Booklet
- Audiokommentar mit Regisseur Dennis Hopper, Produzent Paul Lewis und Verleiher John Alan Simon
- Interview mit Dennis Hopper
- Trailer
- Radiospot
- Bildergalerie
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Out of the Blue
Out of the Blue
Zeitloses Porträt einer gescheiterten Rebellion
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1980 Regie: Dennis Hopper Drehbuch: Brenda Nielson, Leonard Yakir Darsteller: Dennis Hopper, Linda Manz, Sharon Farrell, Don Gordon, Raymond Burr
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 25.08.2006
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