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Blu-ray-Besprechung - The Quiet Earth - Das letzte Experiment
Story:
Bei der Durchführung eines wissenschaftlichen Experiments verändert sich das Gefüge des Universums. Die organischen Lebensformen auf der Erde werden dadurch ausgerottet. Als der Wissenschaftler Zac Hobson (Bruno Lawrence) am Morgen nach dem Experiment erwacht, findet er sich auf einer menschenleeren Erde wieder. Er beginnt eine verzweifelte Suche nach anderen Überlebenden sowie nach der genauen Ursache und Natur der Veränderungen. Ist er nun ein Gott oder zum Leben verdammt?
Meinung zum Film:
Die Grundlage des Films "The Quiet Earth" ist der gleichnamige Science-Fiction-Roman des neuseeländischen Autors Craig Harrison aus dem Jahr 1981. Der Film gewann 1986 den großen Preis der Jury sowie den Publikumspreis auf dem "Festival des Phantastischen Films" in München. Für Regisseur Geoff Murphy ("Young Guns II") war der Film sein internationaler Durchbruch.
Am 27. Oktober des Jahres 2006 veröffentlichte Sunfilm Entertainment "The Quiet Earth" erstmals in Deutschland auf DVD. Anlässlich des fünfundzwanzigjährigen Jubiläums des Films erscheint nun, im Juli des Jahres 2011, die neue 25th Anniversary Edition von atlas film Home Entertainment parallel auf DVD und Blu-ray.
"The Quiet Earth" liegt die faszinierende und gleichzeitig erschreckende Frage zu Grunde, wie man sich als letzter Mensch auf Erden fühlen und verhalten würde. Der Protagonist Zac Hobson, gespielt von Bruno Lawrence ("Utu"), ist zunächst äußerst verstört und kann verständlicherweise nicht fassen, dass alles Leben sprichwörtlich über Nacht den Planeten verlassen haben soll. Er begibt sich auf die Suche nach weiteren Überlebenden und versucht sie mit allen Mitteln auf sich aufmerksam zu machen, z.B. übernimmt er eine Radiostation und strahlt den ganzen Tag eine von ihm selbst verfasste Nachricht mit der Bitte um Kontaktaufnahme aus. Nachdem Zac zunächst vor allem verzweifelt ist und in Aktionismus verfällt, beginnt er zunehmend seine Situation zu begreifen und in einem anderen Licht zu sehen. Er ist der Herr der Erde, niemand kann ihm seine Position streitig oder ihm Vorschriften machen, er kann tun und lassen, was ihm beliebt. In dieser Phase beginnt er sich mit Luxusgütern zu verwöhnen, zieht in eine edel ausgestattete Wohnung um oder fährt zum ersten Mal eine Eisenbahn. Die Effekte der totalen Vereinsamung und dadurch bedingten sozialen Desorientierung fallen aber immer stärker ins Gewicht. Er beginnt Selbstgespräche zu führen, streift Frauenkleider über, lässt sich körperlich völlig gehen und streift ziellos umher. Seine Stimmung wird zunehmend gewalttätiger, als er nach einem Ventil für seine isolierte Lage sucht. Als er sich seiner Veränderung angesichts der verzweifelten Lage bewusst wird, steht er dicht vor dem Selbstmord. Diese Phase des Entdeckens und der Selbsterkenntnis nimmt die ersten 35 Minuten des Films ein. "The Quiet Earth" bietet zu dieser Zeit eine einmalig beklemmende und gleichzeitig faszinierende Atmosphäre. Menschenleere Straßen, allgegenwärtige Zeichen des Verfalls und von vergangenen Katastrophen und mittendrin Zac, ein verlorenes Individuum auf einem ausgestorbenen Planeten. Trotz der Tatsache, dass der Zuschauer lediglich Zac als Beobachter folgt, wird der Film in dieser Phase niemals langweilig. Einerseits nimmt man daran teil, wie Zac den Planeten völlig neu entdeckt, andererseits sieht man sich selbst mit der Frage konfrontiert, wie man sich in einer vergleichbaren Situation verhalten würde.
Der Film nimmt schließlich eine Wende, wenn Zac auf weitere Überlebende stößt. Auch hier hat der Film einige starke Momente, z.B. wenn sich vollkommen fremde Menschen nach einer langen Zeit der Isolation in tiefer Intimität in die Arme fallen. Weiterhin ergibt sich aus der Zusammensetzung der Überlebenden wiederum eine gewisse Gruppendynamik, einerseits der Mensch als Herdentier, andererseits der Wunsch bzw. die Forderung nach Dominanz und einer klaren Hierarchie. Das Ende ist offen, denn neben Auseinandersetzungen zwischen den Überlebenden scheint die Sonne zunehmend instabiler zu werden. Geoff Murphy gelingt es, die Spannung des Films konstant hoch zu halten, Effekte werden sparsam, aber wohldosiert eingesetzt und das niedrige Budget wird niemals als Problem wahrnehmbar. Die Schauspieler leisten hervorragende Arbeit und die ruhige Machart des Films unterstreicht noch die aufgeworfenen philosophischen und moralischen Dilemmata.
Digitale Aufarbeitung:
Der Bildtransfer ist für einen rund 25 Jahre alten Low-Budget-Film durchaus zufriedenstellend ausgefallen, ohne das ganz große HD-Feeling zu verströmen. Die alte DVD von Sunfilm war ein normgewandelter NTSC-Port der Anchor Bay-RC1-DVD ohne PAL-Speedup, der leichte Ruckler und Nachzieheffekte aufwies. Trotzdem war diese DVD im korrekten Widescreenformat 1,85:1 den bisherigen TV-Ausstrahlungen im Vollbildformat bezüglich der Bildqualität deutlich überlegen. Die vorliegende Blu-ray läuft nun unüblicherweise mit 25 Bildern pro Sekunde, statt mit 24 Bildern, wie es der korrekten Kinogeschwindigkeit entsprechen würde. Aus diesen Gründen ergibt sich gegenüber der alten DVD (90:54) bei der vorliegenden Blu-ray (87:15) ein deutlicher Laufzeitunterschied von knapp unter vier Minuten. Gegenüber der alten DVD weist die vorliegende BD bei der Bildschärfe aber deutliche Vorteile auf. Auch die Kontrastwerte wirken gut austariert und die Farbgebung hinterlässt einen kräftigen sowie natürlichen Eindruck. Die Nachzieheffekte und Bewegungsunschärfen der alten DVD sind verschwunden, dafür trübt jetzt ein unruhiger Bildstand etwas den Gesamteindruck. Das Bild weist eine sehr starke Körnung und leichte Verschmutzungen auf. Hier wurde definitiv nicht großartig digital gefiltert, was allerdings eher einen Vorteil darstellt. Bei der verwendeten Vorlage scheint atlas film diesmal abweichend zur alten DVD ein Kinomaster abgetastet zu haben. Die Tonspuren sind allesamt klar verständlich und ausgewogen abgemischt. Die 5.1-Tonspuren stellen allerdings lediglich einen Upmix dar und die Produktion ist sowieso eher frontlastig ausgefallen. Daher sollten hier akustisch keine Wunder erwartet werden.
Das Bonusmaterial entspricht der alten DVD von Sunfilm Entertainment. Auf der Blu-ray befindet sich somit neben dem englischsprachigen Trailer mit deutschen Untertiteln ein ausführlicher Audiokommentar vom Produzenten Sam Pillsbury. Dieser Audiokommentar ist äußerst hörenswert und begeistert mit vielen kleinen Details, leider liegt er jedoch nur auf Englisch ohne Untertitel vor. Die Veröffentlichung befindet sich in einem Schuber, inklusive FSK-Kennzeichung. Die Veröffentlichung selbst verfügt jedoch über ein Wendecover.
Fazit:
"The Quiet Earth" ist ein atmosphärisch unglaublich dichter Film, der den Zuschauer in seinen Bann zieht und mit geringen Mitteln glaubhaft eine Endzeitvision heraufbeschwört. Es ist aber auch ein Film, der zum Nachdenken über "Menschlichkeit" und das Wesen des Menschen anregt. Die neue "Jubiläums"-Blu-ray-Premiere des Films ist zwar kein Wunderwerk in Full HD, was allerdings aufgrund der Produktionsbedingungen und der Materiallage zum Film auch nicht zu erwarten war, liefert aber gegenüber der alten DVD technisch einen deutlichen Mehrwert und bewegt sich qualitativ auf einem ordentlichen Niveau.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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87:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
Englisch DTS-HD Master Audio 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Produzent Sam Pillsbury
- Trailer
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The Quiet Earth - Das letzte Experiment
The Quiet Earth
Der letzte Mensch auf Erden - Ein Gott oder ein zum Leben Verdammter?
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Neuseeland, 1985 Regie: Geoff Murphy Drehbuch: Bill Baer u.a. (basierend auf dem Roman von Craig Harrison) Darsteller: Bruno Lawrence, Alison Routledge, Pete Smith
Label :
Atlas Film
Verkaufsstart : 24.06.2011
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