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DVD-Besprechung - Die Rache der Wikinger

Story:
Zwischen Briten und Wikingern kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Harald, König der Wikinger (Folco Lulli), erklärt sich aber zu Friedensverhandlungen bereit. Der Gesandte der Krone, Sir Rutford (Andrea Checchi), lockt ihn und seine Getreuen jedoch in eine Falle und metzelt sie nieder. Dabei werden seine Söhne Eron (Cameron Mitchell) und Erik (George Ardisson) getrennt. Eron flieht mit den überlebenden Wikingern, Erik hingegen wird von der britischen Königin adoptiert. Schließlich stehen sich beide als Oberbefehlshaber ihrer jeweiligen Armee auf dem Schlachtfeld gegenüber, ohne voneinander zu wissen.

Meinung zum Film:
"Die Rache der Wikinger" entstand im Jahre 1961 unter der Regie von Mario Bava. Seine Karriere startet Bava als Kameramann. Schließlich erhält er die Chance als Regisseur tätig zu werden. "Die Stunde, wenn Dracula kommt" ist sein erster wirklich eigener Film. Im Stil der Hammerfilme gedreht wird dieser ein internationaler Erfolg und besonders in den USA begeistert aufgenommen. In seinen Regiearbeiten nimmt er auch weiterhin massiv Einfluss auf die Kameraführung. Mit seinen beiden Werken "The Girl Who Knew Too Much" (1963) und "Blutige Seide" (1964) gilt er als Begründer des vor allem in Italien eine Weile sehr verbreiteten Genre des "Giallo". Es handelt sich dabei um eine besondere Spielart des Krimis/Thrillers, die sich nicht immer durch eine unbedingt logische Geschichte, aber meist vor allem durch eine opulente Optik auszeichnete. Als geistiges Vorbild für "Die Rache der Wikinger" lässt sich ziemlich deutlich der im Jahre 1958 gedrehte Film "Die Wikinger" von Richard Fleischer ausmachen, in dem ein ähnlicher Bruderkonflikt vorliegt.

Die Story des Films ist somit nicht wirklich originell und besitzt auch die typischen Elemente des zu dieser Zeit populären, sogenannten "Sandalenfilms". Da wäre zunächst der historische Hintergrund, hier in Form der Einfälle der Wikinger in Britannien, weiterhin ein strahlender, todesmutiger Held, der hier in Form von Eron, gespielt von Cameron Mitchell ("Minnesota Clay") und Erik, gespielt von George Ardisson ("Keinen Cent für Ringos Kopf"), sogar in zweifacher Ausfertigung vorhanden ist. Natürlich darf es auch an einer tragischen Liebesgeschichte, gegen äußere Hindernisse, und schönen Frauen nicht fehlen, wobei letzteren Part die in Deutschland nicht unbekannten Kessler-Zwillinge Alice und Ellen ("Vier Mädels aus der Wachau") übernehmen. Natürlich gibt es auch einen boshaften, intriganten, durch und durch verdorbenen Gegenspieler, nämlich Sir Rutford, gespielt von Andrea Checchi ("Töte Amigo"). Nicht fehlen dürfen auch diverse Schlachtengetümmel, wobei in "Die Rache der Wikinger" kaum wirkliche Massenszenen vorliegen, was vor allem auch am stark limitierten Budget gelegen haben dürfte. Auch klassische Zweikämpfe, z.B. um die Führerschaft der Wikinger und zwischen den beiden Brüdern sind typische Elemente.

Trotz der Tatsache, dass es sich hier größtenteils um einen typischen, wenn auch gut gemachten und unterhaltsamen "Sandalenfilm" handelt, finden sich immer wieder eindeutige Schaffensproben von Mario Bava, der neben der Regie auch für die Kameraführung verantwortlich zeichnet. Ein solches Highlight ist z.B. die Seeschlacht zwischen Briten und Wikingern innerhalb wabernder Nebelschwaden. Auch die für Bava typische, knallige Farbgebung und entsprechende Ausleuchtung findet sich in einigen Szenen wieder und versieht den Film mit einer größtenteils beeindruckenden Optik. Hier können beispielsweise das Opferritual zu Beginn oder die Vermählungsszene von Eron und Daja hervorgehoben werden. Der Film besitzt vor allem zu Beginn bei dem Gemetzel gegen die Wikinger einige Härten. Neben dem durch etliche blutige Pfeilwunden herbeigeführten Ende von König Harald wird so zu Beginn z.B. auch eine Frau mit ihrem Baby durch einen Speer aufgespießt. Als Auflockerung gibt es aber auch kleinere humoristische Einlagen, vor allem in Form eines allgemein eher belächelten Dieners von Erik, der hier zunächst als Trottel vom Dienst herhalten muss.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität des Films ist hervorragend. Er wurde sehr liebevoll restauriert und kommt bildtechnisch ohne große Schwächen daher, absolut vorbildlich! Der Film liegt in Deutsch, Englisch und Italienisch vor. Alle Tonspuren sind qualitativ der Bildqualität ebenbürtig und zeichnen sich durch klare Verständlichkeit ohne Defekte aus. Leider gibt es keinerlei Untertitel.

Auf der DVD befindet sich ein Trailer, sowie als Highlight die Dokumentation "Mario Bava Speaks" mit einer Laufzeit von fast 50 Minuten. Hier kommen einige Weggefährten Bavas zu Wort und es gibt umfangreiche Ausschnitte von zwei Auftritten Bavas in einer italienischen Talkshow. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Tricktechnik, bzw. den Effekten, die Bava und sein Team bei ihren Filmen eingesetzt haben und von denen hier einige exemplarisch erläutert werden. Die Dokumentation ist komplett italienisch, es gibt aber zuschaltbare deutsche und englische Untertitel.

Fazit:
"Die Rache der Wikinger" ist ein farbenprächtiges Spektakel mit opulenter Optik und einigen gelungenen, wohldosiert eingesetzten Actionsequenzen. Die Geschichte ist bis zum Ende offen und überrascht mit einem so nicht unbedingt zu erwartenden, recht tragischen Ausgang.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
86:20 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Dokumentation "Mario Bava Speaks"
Die Rache der Wikinger - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Rache der Wikinger
Gli Invasori

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Ein farbenprächtiger "Sandalenfilm" über das tragische Schicksal zweier Brüder


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien/Frankreich, 1961
Regie:
Mario Bava
Drehbuch:
Mario Bava, Oreste Biancoli
Darsteller:
Cameron Mitchell, George Ardisson, Alice Kessler, Ellen Kessler, Andrea Checchi, Françoise Christophe

Label Deutschland :
Colosseo Film
Verkaufsstart Deutschland :
16.11.2006