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DVD-Besprechung - Samurai Commando - Mission 1549

Story:
Das japanische Militär schickt im Jahr 2003 bei einem Zeitreise-Experiment eine Einheit Soldaten und Kampffahrzeuge in das Japan des Jahres 1547. Kurz nach dem Experiment treten überall in Japan Zeitlöcher auf und bedrohen die Erde. Aufgrund dessen rekrutiert das Militär Oberleutnant Kashima (Yosuke Eguchi), der wegen seiner besonderen Fähigkeiten die Operation Romeo, eine zweite Zeitreise und Rückholaktion für die Experimentaleinheit, leiten soll. Als diese zweite Einheit im Jahre 1549 an gleicher Stelle eintrifft, muss sie feststellen, dass der Anführer der ersten Militäreinheit seine überlegene Technologie mittlerweile dazu verwendet hat, das Kommando vor Ort zu übernehmen.

Meinung zum Film:
Regisseur Masaaki Tezuka ("Godzilla - Tokyo SOS") wurde vor allem durch drei Godzillafilme jüngeren Datums bekannt. Szenenbildner Takeshi Shimizu ("Godzilla 2000: Millenium") wurde für "Samurai Commando - Mission 1549" auf dem Asia-Pacific Film Festival 2005 als "Best Art Director" ausgezeichnet. Der Film beruht auf dem ersten Teil einer Romantrilogie von Harutoshi Fukui. Bereits 1979 wurde dieser Stoff von der gleichen Firma, der Kadokawa Company, verfilmt, damals unter dem deutschen Titel "Time Slip - Tag der Apokalypse". Bei der von e-m-s veröffentlichten Fassung handelt es sich um die internationale Exportfassung, diese teilt das gleiche Schicksal wie die deutsche Fassung von "Time Slip" und ist deutlich kürzer als die japanische Originalfassung, die eine Laufzeit von 119 Minuten aufweist. Auch wenn "Samurai Commando" kein Remake von "Time Slip" darstellt, liegt es nahe, beide Filme aufgrund der gleichen Thematik und Vorlage miteinander zu vergleichen.

Während es sich bei "Time Slip" um keinen gewollten Zeitsprung handelte, hat man es bei diesem Film mit einem geplanten Experiment zu tun, das außer Kontrolle geraten ist. Die wissenschaftliche Grundlage, auf der dieses Experiment basiert, wird dabei nur angerissen, es handelt sich wohl um ein durch Sonnenplasma erzeugtes künstliches Magnetfeld, wirkt dabei aber so abstrus wie konstruiert. Bereits zu Beginn des Films, der Zeitreise der ersten Einheit, wird deutlich, dass "Samurai Commando" massiv auf CGI-Effekte setzt, während bei "Time Slip" noch alles in Handarbeit erstellt wurde. Die CGI-Effekte schwanken dabei qualitativ zwischen durchschnittlich, besonders zu Beginn, und kläglich, mit zunehmender Spielzeit des Films. Besonders die Kampfszenen sowie explodierende Teile der Umgebung leiden unter billigen Animationen aus dem Computer. Das ist umso schwerwiegender, da sich besonders die eher seltenen Kampfszenen in einem sehr kleinen Maßstab abspielen. Meist handelt es sich dabei um lokal sehr begrenzte Kämpfe mit Schusswaffen ausgestatteter Soldaten, gegen Hieb- und Stichwaffen einsetzende Samurai. Anders als in "Time Slip" verlaufen diese Kämpfe äußerst hektisch und kommen fast völlig ohne umherspritzende rote Säfte aus. Wurden in "Time Slip" noch abgeschlagene Köpfe und blutige Einschüsse geboten, so hinterlassen bei "Samurai Commando" einschlagende Kugeln nicht mal Spuren an den Rüstungen. Die eindrucksvollen Massenszenen und Materialschlachten mit Hunderten von Gegnern aus "Time Slip" werden nie auch nur annähernd erreicht, auf den Einsatz der Panzer wird hier auch, anders als bei "Time Slip", fast völlig verzichtet.

Weitere Schwächen von "Samurai Commando" sind neben der unglaublich zähen und uninspirierten Handlung vor allem die blassen Darsteller, von denen niemand über bestenfalls durchschnittliches Fernsehschauspielniveau hinauskommt. Hier fehlt ganz eindeutig ein markanter Darsteller, wie im ersten Teil Sonny Chiba ("Ninja Wars") in der Hauptrolle. Die Story des Films wird mit der Zeit immer unglaubwürdiger und glänzt mit dicken Logikfehlern. Allein die Idee nachgebauter Erdölraffinerien in der Vergangenheit des mit Rohstoffen wahrlich nicht gesegneten Japans verdient ein Kopfschütteln. Spätestens, wenn eine Miniaturatombombe ins Spiel kommt, driftet der Film endgültig ins Lächerliche ab.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild leidet unter einem deutlich wahrnehmbaren Rauschen, ansonsten geht die Bildqualität aber durchaus in Ordnung. Die Tonspuren sind alle klar verständlich, die japanische Tonspur besitzt deutsche Zwangsuntertitel.

Die DVD enthält den japanischen und deutschen Trailer zum Film, sowie eine Bildergalerie. Weiterhin gibt es einen unspektakulären, rund 10-minütigen Vergleich von Szenen aus dem Storyboard und dem endgültigen Film, der in Fenstern abläuft und nur einen Bruchteil des Bildschirms nutzt. Der negative Höhepunkt ist allerdings das "Behind the Scenes"-Feature. Wenn man nicht gerade dem Prasseln des Regens auf dem Mikro lauschen darf, schallt lediglich astreines Japanisch aus den Lautsprechern, ab und an unterlegt mit japanischen Untertiteln. Schenkt man allerdings den Bildern glauben, verpasst man dadurch nicht wirklich etwas, ein Witz ist diese Art der Präsentation aber trotzdem.

Fazit:
Erschreckenderweise muss sich die Neuverfilmung der Vorlage dem Original in jeder Hinsicht geschlagen geben. Die Darsteller agieren äußerst schwach, die Story hat viele Längen und Logiklöcher, die Computereffekte sind äußerst bescheiden und die Actionszenen sind unspektakulär und sehr hektisch geraten. Insgesamt entsteht beinahe der Eindruck, hier wäre ein Kinostoff mit bescheidenen Mitteln neu für das Fernsehen aufgelegt worden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
87:28 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Japanisch (mit Zwangs-untertiteln)
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Deutscher und Japanischer Trailer
  • Bildergalerie
  • Storyboard
  • Behind the Scenes
Samurai Commando - Mission 1549 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Samurai Commando - Mission 1549
Sengoku jieitai 1549

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Überflüssige Neuauflage eines interessanten Zeitreise-Stoffes, der bereits 1979 weit besser verfilmt wurde!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2005
Regie:
Masaaki Tezuka
Drehbuch:
Harutoshi Fukui, Ryo Hanmura
Darsteller:
Yosuke Eguchi, Kyoka Suzuki, Haruka Ayase, Masatô Ibu, Hoshi Ishida, Takeshi Kaga

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
10.05.2007