Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Das Schnelle Geld
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Das Schnelle Geld

Story:
Brandon Langs (Matthew McConaughey) Traum von einer großen Karriere als Footballprofi wird durch eine schwere Verletzung zerstört. Stattdessen muss er sich mit der Arbeit bei einer Service-Hotline über Wasser halten. Seine große Stunde schlägt aber, als er aushilfsweise die Wetthotline betreut und auf Anhieb eine Trefferquote von 80% erzielt. Die Wetthotline wird zur gefragtesten im ganzen Land, was sich schnell herumspricht. Schon bald meldet sich Walter Abrams (Al Pacino) bei ihm und verpflichtet ihn als neuen Hoffnungsträger für die größte Wettagentur des Landes.

Meinung zum Film:
Regisseur D.J. Caruso sorgte mit seinem Kinoerstling "The Salton Sea" mit Val Kilmer in der Hauptrolle für einiges Aufsehen. Sein zweites Werk "Taking Lives" kam hingegen bei Kritik und Publikum trotz Starbesetzung (u.a. Angelina Jolie, Ethan Hawke) weitaus schlechter an. Mit "Das Schnelle Geld" wollte Caruso nun an alte Stärke anknüpfen und als Drehbuchschreiber stand ihm dabei Dan Gilroy ("Freejack - Geisel der Zukunft") zur Seite.

Leider wurde bei diesem Film so ziemlich alles falsch gemacht, was falsch gemacht werden konnte. Das beginnt schon mit der Stoßrichtung des Films. Es bietet sich bei einem Film über das Wettgeschäft, hier speziell für die Sportart American Football, natürlich an, einerseits die Faszination für die Sportart selbst herüberzubringen, andererseits aber auch die Wett-, bzw. Spielleidenschaft zu vermitteln. "Das Schnelle Geld" ist aber weder ein Drama, noch ein Sportfilm. Die gezeigten Spielszenen sind ziemlich unspektakulär, über die Hintergründe und die NFL erfährt man rein gar nichts, und meistens werden die Szenen auch nur auf einem Fernseher gezeigt. Auch die Wettleidenschaft kann der Film überhaupt nicht vermitteln. Das liegt vor allem daran, dass eben nicht die Seite der Spieler, sondern die Seite der Wettbüros thematisiert wird. Ihnen geht es vor allem darum, den Spielern möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen, da sie an den Provisionen verdienen. Somit geht für sie ausschließlich um Geld, bzw. ums Geschäft, und nicht um Leidenschaft. Ein weiteres Problem des Films ist, dass er dem Zuschauer keinerlei Sympathieträger offeriert. Zu Beginn lässt Matthew McConaughey ("Sahara - Abenteuer in der Wüste") noch sein gutes Aussehen und seinen naiven Charme spielen, als er jedoch in die Fänge von Walter Abrams, gespielt von Al Pacino ("Carlito`s Way") gerät, verwandelt er sich in die von Walter konzipierte Figur des "John Anthony". Ein aalglatter Typ, der vollkommen von sich überzeugt ist und dem der Ruhm schnell zu Kopf steigt, weil sein Aufstieg viel zu rasant verläuft. Schauspielerisch verblasst die Leistung von Matthew McConaughey erwartungsgemäß vollkommen in jeder Szene in der auch Al Pacino präsent ist. Pacino übertreibt es hier allerdings auch ein wenig und tendiert zu einem gewissen Overacting. Abrams ist ein Macher, er hat sich alles selbst erarbeitet, weiß alles besser und muss das auch alle spüren lassen. Sein Mundwerk steht nicht still, auch wenn größtenteils vor allem dumme Sprüche dabei herausspringen. Als Sympathieträger ist er weder charakterlich, noch durch seine Handlungen, mit denen er nicht nur Brandon manipuliert und bevormundet, sondern sogar seine eigene Frau zum Objekt degradiert, geeignet. Es entsteht der Eindruck, Al Pacino würde hier mit aller gegen die oberflächliche Charakterzeichnung und das schwache Drehbuch anspielen, was dann aber leider sehr gezwungen und übertrieben wirkt.

Einen echten Einblick in die "Wettindustrie" erhält man durch den Film überhaupt nicht, auch mit der Spielsucht oder der amoralischen Seite des Wettgeschäfts findet keinerlei kritische Auseinandersetzung statt. Es geht im Grunde, wie schon der Titel suggeriert, vor allem um eines, um das schnelle Geld. Das hollywoodtypische Ende zerstört dann auch noch zusätzlich jegliches dramatische Potential des Films, das vor allem darin besteht, dass Brandon und Walter sich aneinanderklammernd in einem stetigen Abwärtsstrudel gegenseitig in den Abgrund ziehen. Grundsätzlich reisst der Film einfach zuviele Gedanken an, die er dann aber nicht weiterspinnt.

Digitale Aufarbeitung:
Während die beiden Tonspuren sich keine Blöße geben, hat das Bild leider mit einem durchgehenden stärkeren Rauschen zu kämpfen.

Die Extras der DVD sind äußerst reichhaltig ausgefallen. Es gibt einen Audiokommentar zum Film mit Regisseur D.J. Caruso und Drehbuchautor Dan Gilroy, sowie ein rund elfminütiges Making Of zum Film, die beide recht informativ ausgefallen sind. Weiterhin finden sich auf der DVD der obligatorische Trailer zum Film, ein etwa sechzehnminütiges "Insider-Interview" mit dem echten Brandon Link, sowie acht Deleted Scenes, ebenfalls mit optionalem Audiokommentar versehen.

Fazit:
"Das Schnelle Geld" ist leider weder Fisch noch Fleisch und weiß nicht, welchem Genre er gerne angehören würde, dadurch ergeben die einzelnen Elemente des Films kein einheitliches Ganzes. Den Todesstoss versetzen dem unkritischen und oberflächlichen Film die unsympathischen und zweidimensionalen Charaktere, sowie das vollkommen mutlose und uninspirierte Ende.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
117:33 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Hebräisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar von Regisseur D.J. Caruso und Drehbuchautor Dan Gilroy
  • Making Of
  • Insider-Interview: Der echte Brandon
  • Unveröffentlichte Szenen (mit optionalem Kommentar)
  • Trailer
Das Schnelle Geld - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Schnelle Geld
Two for the Money

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Wer sein Geld auf diesen Film setzt, hat schon verloren!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
D.J. Caruso
Drehbuch:
Dan Gilroy
Darsteller:
Al Pacino, Matthew McConaughey, Rene Russo, Armand Assante, Charles Carroll, Ralph Garman

Label Deutschland :
Universal Pictures Germany
Verkaufsstart Deutschland :
27.07.2006