 |
DVD-Besprechung - SAW II
Story:
Jigsaw (Tobin Bell) ist zurück und mit ihm auch seine tödlichen Spielchen. Während sich eine Gruppe Menschen in einem von ihm präparierten Haus befindet und versucht sich der Wirkung eines tödlichen Nervengases zu entziehen, liefert sich der Killer der Polizei aus. Unter der Leitung von Detective Eric Matthews (Donnie Wahlberg) und seiner Kollegin Kerry (Dina Myers) erfahren die Beamten von den gefangenen Menschen und werden selbst ein Teil des teuflischen Spiels des Psychopathen. Erschwert wird die ganze Arbeit der Polizisten dadurch, dass auch Daniel (Erik Knudsen), der Sohn von Eric, unter den eingeschlossenen Personen ist.
Meinung zum Film:
"Saw" war ein großer Überraschungserfolg und ist einer der wenigen blutigen Horror-Thriller, die auch im Kino Erfolge erzielen konnten. Einen großen Reiz des Filmes machten vor allem die ausgeklügelten und fantasiereichen Tötungsspiele aus, die im Gegensatz zu den Morden in Filmen wie "Freitag, der 13." oder den "Halloween"-Sequels eine gewisse Innovation an den Tag legten und gemeinsam mit den Todesarten in der "Final Destination"-Reihe zu den interessantesten der Branche gehören. Neben den Morden war es aber auch das perfekt inszenierte Verwirrspiel, welches Mastermind Jigsaw inszeniert hatte und damit die Ermittler und die potentiellen Opfer gleichermaßen auf die Probe stellte. Und wie es in Hollywood nun mal so ist, gibt es kaum einen erfolgreichen Film, der nicht bei entsprechender drehbuchtechnischer Möglichkeit eine Fortsetzung nach sich zieht. Vor allem dann nicht, wenn das Ende so offen gestaltet ist wie im Original. Eine Änderung gab es noch vor Drehbeginn, denn es ist nicht mehr James Wan, der den Platz auf dem Regiestuhl erhielt.. Seinen Platz übernahm der noch unverbrauchte Darren Lynn Bousman, der auch gleich zusammen mit Saw-Autor und -Hauptdarsteller Leigh Whannell das Drehbuch zum Sequel schrieb.
Die Geschichte variiert dabei ein wenig vom Original, was aber auch zwingend erforderlich ist, will man die gleiche Geschichte nicht lediglich noch einmal in anderen Bildern erzählen. Eine der augenscheinlichsten Neuerungen ist, dass sich Jigsaw gleich in die Hände der Polizei begibt. Natürlich ist von vornherein klar, dass dies nichts anderes als ein weiteres Puzzle-Stück seines perfiden Plans ist. Der große Reiz dabei ist es zu erraten und zu erleben, wie sich dieses Stück in das Gesamtbild fügt und wie sich der Killer diesmal am Ende präsentiert. Durch das Einschließen von 8 Personen in einem verschlossenen Haus gibt es ebenfalls eine neue Ausgangslage, im Vergleich zu den zwei Personen in einer heruntergekommenen Sanitäranlage aus dem ersten Teil. Sie bekommen zu Beginn einen Hinweis darauf, wie sie sich aus ihrer tödlichen Lage befreien können. Sie sind aber mit fortschreitender Dauer so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie sich kaum auf die Aufgabe konzentrieren können. Ein Grund hierfür ist vor allem, dass sie als Charaktere einfach zu gegensätzlich sind und durch den auf ihnen lastenden psychischen Druck keinen Weg finden, vernünftig an einer Lösung des Rätsels zu arbeiten.
Die Geschichte kann dieses Mal allerdings nicht ganz so überzeugen, da es doch einige Holprigkeiten und weniger gelungene Passagen zu überstehen gilt. Auch die Funktion einer der Personen im Haus kann recht schnell durchschaut werden, obgleich sie am Ende noch eine Überraschung bereithält. Gleich geblieben ist, dass es erneut stark verfremdete, meist düstere Bilder zu sehen gibt, die vor allem durch eine rasante Schnitttechnik geprägt sind. Letztere ist nicht immer zum Vorteil des Films, da einzelne Bilder teilweise nur für den Bruchteil einer Sekunde gezeigt werden und das Stakkato der Bilderflut nicht sonderlich gut verdaulich ist. Da dies jedoch das einzige offensichtliche Zugeständnis an die MTV-Clip-Generation ist, kann man "Saw II" getrost als gelungene Fortsetzung betrachten, die Freunden des Originals erneut rund 90 fesselnde Minuten bereiten wird.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild zu bewerten fällt ähnlich schwer wie schon beim ersten Teil, da wieder ein fast durchgehender Einsatz von Filtern vorgenommen wurde. An den Stellen, wo das Bild zumindest einigermaßen unverfälscht wirkt ist es jedoch ein wenig zu tief im Kontrast. Der deutsche Ton liegt sowohl in Dolby Digital 5.1, wie auch in dts vor, und macht bestmöglichen Gebrauch von den Surroundlautsprechern, was der unheimlichen Stimmung sehr zu gute kommt.
Die Extras der zum Test vorliegenden Verleihfassung fallen etwas spärlich aus. Das einzig wirklich bemerkenswerte ist der Audiokommentar mit dem Regisseur und zweien der Darsteller, der eine Mischung aus Informationen über den Dreh, und der ein oder anderen Anekdote, bereit hält. Weiterhin finden sich noch Promo, Teaser und Trailer zum Film, ein kurzes Werbefeature und eine Fotogalerie auf der DVD. Als Verkaufsfassung wird es neben der Single-Disc-Version noch eine Special Edition mit mehr Extras geben.
Fazit:
"Saw II" zählt ganz sicher zu den gelungenen Fortsetzungen im Horror-Genre. Basierend auf den Ereignissen im Original erzählt der Film eine neue Geschichte, die erneut reichlich spannende Unterhaltung bietet und auch die Frage nach dem Ausgang des inszenierten Spiels von Jigsaw sorgt wieder für reichlich Rätselraten.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
88:58 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
Englisch Dolby Surround |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar von Regisseur/Co-Autor Darren Lynn Bousman und den Darstellern Donnie Wahlberg und Beverley Mitchell
- Jigsaw's Game-Featurette
- Fotogalrie
- Promo, Teaser & Trailer
|
|  |
SAW II
SAW II
Wenn nur alle Fortsetzungen so gut und unterhaltsam wie diese wären
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Darren Lynn Bousman Drehbuch: Darren Lynn Bousman, Leigh Whannell Darsteller: Tobin Bell, Shawnee Smith, Donnie Wahlberg, Glenn Plummer, Emmanuelle Vaugier, Beverley Mitchell, Tim Burd, Dina Meyer
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 08.09.2006
|