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DVD-Besprechung - Schloss des Grauens

Story:
Mary Garson (Rossana Podestà) entdeckt in ihrem Schloss eine Frauenleiche in einer Eisernen Jungfrau. Die junge Frau macht sich selbst daran, dem Täter auf die Spur zu kommen. Dabei entdeckt sie ein altes Familiengeheimnis, das mit dem Vorfall in Verbindung zu stehen scheint. Die Frage ist nur - wer steckt hinter den nicht enden wollenden Morden? Ist der fürchterlich entstellte Edward (Christopher Lee) der unheimliche Folterknecht, der hinter den abscheulichen Taten steckt und in Anlehnung an die geschichtlichen Ereignissen Nacht für Nacht mit einer schwarzen Kapuze bekleidet durch das Gewölbe streift?

Meinung zum Film:
Italien war neben England die Hochburg des gothischen Horrorfilms. Nicht zu letzt durch Altmeister Mario Bava, der das Genre mit Beiträgen wie "Die Stunde wenn Dracula kommt" oder "Die toten Augen des Dr. Dracula" bereicherte. Zu den bekannteren italienischen Regisseuren gehört sicherlich auch Antonio Margheriti, der den meisten bekannter unter seinem Pseudonym Anthony M. Dawson sein dürfte, der allerdings eher als Ausnahme mit dem Gothik-Horror-Genre zu tun hatte. Zu Margheritis berüchtigten Streifen zählen Filme wie "Andy Warhol's Frankenstein/Dracula" oder "Asphalt-Kannibalen". Wenn er allerdings an gothischen Grusel-Werken, oder auch Gialli arbeitete, vermochte er es eine ähnliche Atmosphäre zu schaffen wie der legendäre Mario Bava.

Inhaltlich bietet der Film alles auf, was für spannende Unterhaltung notwendig ist. Co-Drehbuchautor Ernesto Gastaldi, der die Skripte zu Filmen wie "Der Schwanz des Skorpions" oder "Sartana - Töten war sein täglich Brot" verfasste und sicherlich zu den beschäftigten Autoren Italiens gehört, spickte das "Schloss des Grauens" mit unheimlichen Momenten und reichlich Fragen nach dem Täter. Rein optisch fasst man schnell den Schluss, dass der entstellte Charakter Christopher Lees als Henker in Frage kommt, doch auch Burt, der Gatte von Mary kann nicht unbedingt gleich von der Liste gestrichen werden. Zusammen mit der stimmungsvollen Musik, den atmosphärischen Bilden und der gruseligen Atmosphäre ergibt sich so ein sehr unterhaltendes Gesamtbild, das stellenweise sogar ein wenig an die guten Momente von Filmen aus der Edgar-Wallace-Reihe erinnert.

Italienische Horrorfilme sind berüchtigt für ihre detaillierte Gewaltdarstellung und nicht selten leiden die Filme unter drastischen Schnitten. Doch bei "Schloss des Grauens" waren es nicht die Schockeffekte, welche die Zensoren auf den Plan riefen, sondern die Bezüge zu der Nazi-Zeit. Während die Taten in der deutschen Fassung lediglich einem Wahn zugeordnet werden, gibt es im Original einen sehr interessanten Hintergrund, der dem Charakter des Täters fast schon Tiefe gibt und sein Äußeres eindeutig erklärt. Durch das Herausschneiden dieser Vergangenheit wurde dem Film auch ein sehr großer Teil seiner Dramatik genommen. In der DVD-Fassung wurde diese Vergangenheit nun wieder in den Film integriert, so dass sich nun jeder selbst ein Bild davon machen kann, was dem deutschen Zuschauer bislang entging.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und abgesehen von einer nur durchschnittlichen Schärfe bietet es trotz seines Alters keinen Anlasse zum Klagen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 hat kleine Schwächen in Form eines etwas dumpfen und leicht hallenden Klangs.

Als Bonusmaterial gibt es eine Bildergalerie mit internationalem Artwork, so wie den Original-Kinotrailer. Es ist zusätzlich ein doppelseitiges Booklet mit einigen Hintergrund-Informationen enthalten, das eindeutig das beste Extra darstellt. Auch das schön gestaltete Digipak stellt einen netten Blickfang dar. Nach ein paar eher spartanisch ausgestatteten Veröffentlichungen scheint man bei Koch Media wieder durch Qualität statt nur über den Preis das Käuferinteresse wecken zu wollen.

Fazit:
"Schloss des Grauens" ist italienischer Gothik-Horror der gehobenen Klasse. Mit einer gehörigen Portion Mystery und einer stimmigen Atmosphäre weiß er über die gesamte Länge spannend zu unterhalten. Die digitale Umsetzung ist gut gelungen und der Film endlich in ungekürzter Form zu genießen, darum sollte man bei Gefallen an diesem Genre unbedingt zugreifen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
80:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
  • Original Kinotrailer
  • Booklet
Schloss des Grauens - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Schloss des Grauens
La vergine di norimberga

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eines der stimmungsvollsten Werke Margheritis in seiner ungekürzten Form


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1963
Regie:
Anthonio Margheriti
Drehbuch:
Ernesto Gastaldi, Edmond T. Greville (nach dem Roman von Frank Bogart)
Darsteller:
Christopher Lee, Rossana Podesta, Georges Riviere, Jim Nolan, Lucille St. Somin, Patrik Walton, Rex Widor, James Borden

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
31.03.2005