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Blu-ray-Besprechung - Die Schöne und die Bestie
Story:
Als sich ein alter Mann (Marcel André) eines Tages im Wald verirrt, gerät er in das Schloss der unheimlichen Bestie (Jean Marais), die wie eine Mischung aus Mensch und Tier aussieht. Die Bestie schenkt dem verirrten Mann unter der Voraussetzung sein Leben, dass dessen Tochter Bella (Josette Day) statt seiner auf das Schloss kommt. Mit ihrem Charme und ihrer liebevollen Art schafft es die junge Frau, das über die Jahre immer mehr verkümmerte Herz der Bestie Stück für Stück zu erweichen und Gefühle in ihm zu wecken.
Meinung zum Film:
Schon lange bevor die Disney-Studios mit „Die Schöne und das Biest“, ihrer preisgekrönten Umsetzung des Märchens um Belle und das Biest für große Furore sorgten, brachte der französische Avantgarde-Regisseur Jean Cocteau ("Das Blut eines Dichters") mit „Die Schöne und die Bestie“ das Märchen von Jean-Marie Leprince de Beaumont auf die große Leinwand. Dies geschah 1946 zu einer Zeit, als ein vom 2. Weltkrieg gezeichnetes Europa etwas Abwechslung vom noch immer grauen Alltag suchte und sich gern in eine magische Märchenwelt entführen ließ. Und seinen Märchen-Ursprung sieht man dem Film durchweg recht deutlich an. Der Regisseur, der selbst auch das Drehbuch nach der Märchenvorlage verfasste, hat es aber auch gar nicht versucht, seine Märchenwurzeln zu leugnen. Jean Cocteau war sich schon früh sicher, dass auch ein Märchen ein erwachsenes Publikum finden würde.
Ein Grund für den Zauber, den der Film ohne Zweifel ausstrahlt, sind die malerischen Kulissen und die Kameraarbeit, die auch ohne Farben ihren Glanz zu versprühen verstehen und in den entsprechenden Momenten für eine wohlig düstere Atmosphäre sorgen. Vor allem das verwunschene Schloss glänzt voller phantasievoller Accessoires. Die Kerzen werden von Halterungen an der Wand gehalten, die aus menschlichen Armen bestehen. Die in den Stein gehauenen Gesichter am Kamin blicken im Raum umher und der als Verzierung gedachte Löwenkopf am Stuhl beginnt zu fauchen. Auch die Maske der Bestie ist für damalige Verhältnisse außerordentlich gut gelungen. Wie wichtig die Maske ist, wird spätestens beim ersten Aufeinandertreffen mit Belle klar, da hier ein weniger gelungenes Kostüm der Atmosphäre nachhaltig geschadet hätte. Dank der hervorragenden Arbeit von Maskenbildner Hagop Arakelian ("...und immer lockt das Weib") wirkt die Magie zwischen der Schönen und der Bestie so hervorragend, dass der Funke zwischen den Beiden auch schnell auf den Zuschauer überspringt. Doch nicht nur bei der Aufmachung der Bestie wurde ganze Arbeit geleistet, sämtliche Kostüme im Film wurden mit viel Liebe zum Detail gefertigt.
Der 1998 verstorbene Jean Marais, der Darsteller der Bestie, musste wohl mit der Erkenntnis leben, dass seine beiden wohl bekanntesten Rollen in erster Linie hinter einer Maske stattfanden. Zum Einen ist dies die hier gekonnt dargestellte Figur der Bestie, zum Anderen die des maskierten Bösewichts "Fantomas" im gleichnamigen Film aus dem Jahre 1964. Doch während er als vornehmer Gauner nur zweiter Star hinter Louis de Funès war, ist er in "Die Schöne und die Bestie" ohne jeden Zweifel die zentrale Figur und in seinen Szenen gehört ihm auch der Bildschirm. Der prächtigen und würdevollen Präsentation der Bestie ist es zu einem großen Teil zu verdanken, dass der Film von Jean Cocteau zu einem zeitlosen Meisterwerk wurde, das auch noch in der heutigen Zeit phantasievoll-unterhaltsames Märchenkino darstellt, ein Märchen, auch für Erwachsene.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray hat die kleineren Schwächen der DVD-Auflage aus dem Jahr 2005 übernommen. Der Bildstand weist immer mal wieder kurze Unruhen auf, der Kontrast unterliegt vereinzelt kleineren Schwankungen und es ist durchweg grobes Filmkorn zu erkennen. Auch analoge Defekte in Form von Dropouts machen sich vereinzelt bemerkbar. Der Detailgrad und die Schärfe sind für einen Film aus der Mitte der 40er-Jahre die meiste Zeit über durchaus als gelungen zu betrachten. An heutige Produktionen reichen sie natürlich nicht heran, lassen aber immer wieder feine Details erkennen. Der deutsche Ton liegt in DTS-HD Master Audio 2.0 vor und ist gut zu verstehen. Stellenweise klingt er allerdings ein wenig dumpf.
Die Extras entsprechen im Großen und Ganzen denen der alten Collector’s-Edition-DVD. Den Beginn macht der erneut ohne Untertitel vorliegende, äußerst interessante Audiokommentar des britischen Filmwissenschaftlers Sir Christopher Frayling, in dem dieser einige Vergleiche zwischen der literarischen Vorlage und der filmischen Umsetzung erläutert und zudem auf gestalterische Eigenheiten eingeht. Interessant - und wie der Rest der Extras mit deutschen Untertiteln versehen - ist der Beitrag "Aufführung im Majestic", bei dem es sich um das Making Of zu „Die Schöne und die Bestie“ handelt und in dem es, durch Aussagen von Zeitzeugen und Besuchen an den Drehplätzen, einiges über die Entstehung des Filmes zu erfahren gibt. Ausführliche Interviews mit dem Kameramann und dem Maskenbildner bieten weiteren Aufschluss über die Dreharbeiten sowie die künstlerische Seite bei der Entstehung des Films und sind eher als Making Of-Featurettes anzusehen. Es folgen der Trailer in einer unbearbeiteten sowie einer restaurierten Version und als neues Extra ein rund vierminütiger Bericht über die Restauration von Bild und Ton. Abschließend folgt noch eine rund vierzehnminütige selbstablaufende Bildergalerie mit verschiedenen Postermotiven und Bildern zum Film. Zusätzlich zur Blu-ray liegt der Film auch in der DVD-Fassung bei.
Fazit:
"Die Schöne und die Bestie" ist eine wunderschöne Verfilmung des romantischen Märchenklassikers von Jean-Marie Leprince de Beaumont , dessen Stärke neben den phantasievollen Kulissen vor allem die tragische Darstellung der Bestie ausmacht. Der Film ist ein Stück zeitloses Kino, das für jede Generation eine eigene Form von Magie bereithält.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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93:40 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0 | Französisch DTS-HD Master Audio 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar des Filmwissenschaftlers Sir Christopher Frayling
- Dokumentation "Aufführung in Majestic"
- Interview mit Kameramann Henri Alekam
- Interview mit Maskenbildner Hagop Arakelian
- Originaltrailer
- Trailer nach der Restauration
- Dokumentation der Restauration
- Bildergalerie
- DVD-Fassung des Films
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Es war einmal
Le Belle et la Bête
Eine Bestie mit einem Herz aus Gold im zeitlosen Gewand
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 1946 Regie: Jean Cocteau Drehbuch: Jean Cocteau (nach dem Märchen von Jean-Marie Leprince de Beaumont) Darsteller: Jean Maris, Josette Day, Mila Parély, Nane Germon, Michel Auclair, Marcel André, Josette Day, Raoul Marco, Noël Blin, Christian Marquand, Gilles Watteaux
Label :
Alamode Film Verkaufsstart : 29.07.2011
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