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DVD-Besprechung - Shadow of Fear

Story:
An einem stark verregneten Abend ist Harrison French (Matthew Davis) nach dem Platzen eines wichtigen Geschäftes auf dem Highway unterwegs. Da er sich nicht so recht auf die Straße konzentriert, fährt er einen Menschen an und setzt seine Fahrt ohne zu zögern fort. Als die Polizei die Leiche findet und sich herausstellt, dass es sich bei dem Opfer um den Bruder seiner Frau handelt, gerät Harrison in immer größere Schwierigkeiten. Hilfe naht in Form des gerissenen William Ashbury (James Spader), der ihn in einen elitären Männerclub einführt, der sich in allen Belangen um das Wohl seiner Mitglieder kümmert. Die Komplikation mit der Leiche ist schnell aus der Welt geschafft, dafür entsteht eine neue Situation durch die Mitgliedschaft im Club, die weitaus schwerwiegender ist als eine möglicherweise belastende Leiche.

Meinung zum Film:
Geheime Männerbunde, in denen sich die Mitglieder der gegenseitigen Hilfe ohne Wenn und Aber gewiss sein können, üben immer wieder eine gewisse Anziehungskraft auf Filmemacher aus, wie zuletzt unter anderem an den drei Teilen von "The Skulls" zu erkennen war. Regisseur Rich Cowan ("The Basket") konnte dem Lockruf ebenfalls nicht widerstehen und inszenierte einen Film rund um einen elitären Bund von Männern, die allesamt eines gemeinsam haben - einen großen Fehler im Leben gemacht zu haben, der durch die Mitgliedschaft im Club ausgemerzt wurde. Geschrieben wurde das Drehbuch des Films vom Neulings-Duo Matthew Hollaway und Arthur Marcum, die als zweite Arbeit ihrer frisch gestarteten Laufbahn gleich den Auftrag bekamen, den Marvel Comic "Iron Man" für die große Leinwand umzusetzen.

Natürlich geht es nach dem Beitritt in den Männerbund für Harrison nicht gut weiter. Durch den bekommenen Gefallen stellt er sich selbst in die Schuld der anderen. Club-Boss Harrison ist ebenfalls kein Wohltäter am Menschen und verfolgt seine eigenen Ziele. Um diese zu erreichen, verstrickt er seine marionettenhaften Club-Mitglieder in engmaschige Netze, aus denen es kaum ein Entrinnen gibt. Allerdings ist in der Geschichte nicht alles immer schlüssig und um das Konstrukt des Spiels von William aufbauen zu können, wird auf so manch unglaubwürdiges Mittel zurückgegriffen. Die Story hält ohne jeden Zweifel keiner näheren Betrachtung stand und bedarf einer großen Portion an Toleranz gegenüber Logiklöchern und ungeklärten Fragen. Das größte Manko stellt ohne jeden Zweifel die mehr als oberflächliche Darstellung der Männervereinigung dar, die nicht einmal ansatzweise dazu ausreicht zu verstehen, wie sich dieser überhaupt zusammensetzt oder was genau seine Ziele sind. Im Grunde wird nicht einmal ein Argument aufgezeigt, warum es überhaupt diesen Club geben muss. Ashburys Ziele wären ohne Probleme auch ohne diesen zu erreichen, vielleicht sogar um einiges besser.

Der Beginn des Filmes lässt optisch und atmosphärisch einiges erwarten. Wenn Harrison durch den strömenden Regen in stockdunkler Nacht fährt und kaum der Wischer auf der Scheibe, geschweige denn die Straße zu erkennen ist, wird die Hoffnung an einen packenden Verschwörungs-Thriller geweckt. Danach sinkt die Spannung des Streifens allerdings rapide und anstelle von packenden Momenten gibt es eine Vielzahl an teils interessanten, teils aber auch banalen und langatmigen Dialogen zu erleben. Die großen Spannungsmomente mit fesselnder Atmosphäre sind nach der Eingangssequenz schlagartig vorbei und erst im Finale werden diese wieder kurzzeitig aufgegriffen. "Shadow of Fear" versinkt im Sumpf der durchschnittlichen, unwichtigen Thriller-Werke, die recht zäh eine Geschichte zu verkaufen versuchen, die in ähnlicher Form schon erzählt wurden, dabei allerdings dann allerdings um einiges schlüssiger und wesentlich temporeicher und spannender.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine kleine Produktion ganz ordentlich, kommt aber mit den oftmals gewohnten Randerscheinungen wie feinem Rauschen und fehlender Tiefenschärfe daher. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu vernehmen und wenn es die Situation erlaubt, wie etwa zu Beginn im strömenden Regen, gibt es auch im Surround-Bereich etwas zu hören.

Als Extra gibt es ein rund 15-minütiges Making Of, in dem die am Film Beteiligten ihre Sicht über den Inhalt zum Besten geben. Der obligatorische Trailer fehlt ebenfalls nicht.

Fazit:
"Shadow of Fear" beginnt atmosphärisch und vielversprechend, fällt dann aber recht schnell ab und kann nur noch leidlich für spannende Unterhaltung sorgen. Es gibt sicherlich schlechtere Filme als diesen, dafür aber auch eine ganze Reihe temporeicherer und spannenderer Thriller, die sich eher lohnen gesehen zu werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
84:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • "Behind the Shadow" - The Making Of "Shadow of Fear"
  • Trailer
Shadow of Fear - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Shadow of Fear
Shadow of Fear

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Nur ein seichter Schatten von Angst, der auf Grund seiner (Plot-)Löcher kaum zu erkennen ist


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
Rich Cowan
Drehbuch:
Matthew Hollaway, Arthur Marcum
Darsteller:
Matthew Davis, James Spader, Aidan Quinn, Peter Coyote, Robin Tunney, Alice Krige, Lacey Chabert

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
17.08.2006