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DVD-Besprechung - Silent Killer

Story:
Killa (Shin Ha-Kyun) ist stumm. Eine Operation an seinen Stimmbändern zur Behebung dieser Beeinträchtigung würde 100.000 Dollar kosten. Um diese gewaltige Summe zusammen zu bekommen, beschließt Killa, ein Profikiller zu werden, allerdings mit der Einschränkung, wirklich nur kriminellen Abschaum zu töten. Sein Partner Ballet (Kim Min-Jun) führt ihn in die Kunst des Tötens ein und wird sein bester Freund. Sein Leben verläuft jedoch in äußerst unruhigen Bahnen, als sich plötzlich die schöne She (Yun Ji-Hye) und ein obdachloser, kleiner Junge bei ihm einnisten. She ist mit einem Gangsterboss liiert, mit dessen Schergen Killa bald aneinander gerät.

Meinung zum Film:
"Silent Killer" ist das Regiedebüt von Park Cheol-Hee, der zuvor jedoch bereits am Drehbuch des südkoreanischen Horrorfilms "Face" aus dem Jahr 2004 beteiligt, und bei "Silent Killer" diesmal alleinverantwortlich für das Drehbuch war. Hauptdarsteller Shin Ha-Kyun ("Save the Green Planet") spielte bereits in "Sympathy for Mr. Vengeance" von Park Chan-Wook eine tragende Rolle als Taubstummer namens Ryu.

"Silent Killer" vereint eine Vielzahl von Elementen verschiedenster Genres zu einem äußerst gelungenen Gesamtbild. Die Aufträge von Killa und seinem Partner Ballet, der seinen Namen seiner früheren Tätigkeit als Balletttänzer und seinem jetzigen Kampfstil verdankt, sind für einen Actionfilm vielleicht etwas kurz geraten und nicht zahlreich genug, überzeugen aber durch eine knackige Inszenierung bar falscher Sentimentalitäten, ohne dabei jedoch übertrieben blutig auszufallen. Die Rückblenden in Killas Kindheit im Heim, sowie Probleme mit seiner "Sprachlosigkeit", tragen beinahe die Züge eines Dramas, auch das sich anbahnende, unausweichliche Ende geht in diese Richtung. Der Erzählstil und die Inszenierung des Films hingegen sind mit viel Ironie gewürzt und tragen die Elemente einer schwarzen Komödie. Killa selbst ist der begleitende Erzähler aus dem Off und kommentiert humorvoll die Ereignisse des Films. Zu erwähnen ist noch, nicht nur bezüglich des Erzählers, sondern auch aller anderen Charaktere im Film, die wirklich hervorragende Synchronisation des Films. Die gewählten Sprecher passen hervorragend zu den jeweiligen Darstellern und die Dialoge wirken sehr natürlich. Die vorliegende Synchronisation kann als absolut beispielhaft gelten und trägt sehr viel zum Sehvergnügen bei, was gerade bei asiatischen Film ja leider nicht die Regel ist. Die Erinnerungen von Killa an seine Jugendliebe, sowie die komplizierte Beziehung zu She, die von eben dieser überschattet wird, präsentieren sich als unaufdringliche Love-Story zweier äußerst gegensätzlicher Charaktere mit den logischerweise daraus resultierenden Problemen.

"Silent Killer" hat auch optisch einiges zu bieten und überzeugt mit wunderschönen Bildern und interessanten, abwechslungsreichen Kameraeinstellungen. Die humorvollen Szenen des Films sind äußerst gelungen und speisen sich zu großen Teilen aus Situationskomik der gehobenen Art. Killa scheitert auf witzige Art und Weise beim Eintreten einer Tür oder blamiert sich bei einem Auftrag mit der für ihn ungewohnten Pistole bei dem Versuch, sich möglichst cool abzurollen. In einer anderen Szene bringt ihm der Sozialdienst den kleinen Jungen zurück, Killa steht mit tränenden Augen in der Tür und der Sozialarbeiter bricht daraufhin in Tränen der Rührung aus, Killa litt jedoch lediglich unter der Einwirkung von zu scharfem Essen. Für das Gelingen solcher Szenen ohne in Albernheiten abzurutschen, ist natürlich die Leistung des Hauptdarsteller eminent wichtig. Shin Ha-Kyun, der sich hier ja nur auf seine Mimik verlassen muss, leistet in dieser Hinsicht jedoch hervorragende Arbeit und bietet eine vollauf gelungene Vorstellung. Er ist dabei immer in der Lage, sowohl die komödiantischen, als auch die tragischen Untertöne perfekt zu nuancieren. Witzige und innovative Einfälle, z.B. die verschiedenen Kampfstile der Killer oder der gemeinsame Betriebsausflug der Killergilde lockern die Geschichte auf. Die Hauptcharaktere der Handlung werden aber trotzdem erstaunlich vielschichtig dargestellt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kann als sehr gelungen bezeichnet werden, lediglich ein leichtes Bildrauschen fällt ins Auge. Die beiden Tonspuren weisen ebenfalls keine besonderen Schwächen auf.

Die zum Test vorliegende Verleih-DVD enthält keinerlei Extras. Die Limited Gold Edition des Films soll jedoch unter anderem ein Behind the Scenes, Interviews und Bilder von der Premiere des Films, sowie der zugehörigen Pressekonferenz bieten.

Fazit:
"Silent Killer" ist ein erfrischend ironisch inszenierter Film aus dem Killermilieu, der jedoch auch tragische Untertöne und eine gewisse Härte aufweist. Die Synchronisation ist hervorragend, die Optik äußerst gelungen und die Darsteller, besonders Shin Ha-Kyun, leisten sehr gute Arbeit. Auch wenn der Film gegen Ende ein wenig an Fahrt verliert und die Actionsequenzen nicht sehr zahlreich sind, bietet "Silent Killer" durchgehend gute Unterhaltung und krönt die Geschichte mit einem sehr gelungenen, düsteren Ende, ohne dabei jedoch im Pathos zu versinken.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
109:07 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Silent Killer - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Silent Killer
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Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Die gelungene südkoreanische Antwort auf "Grosse Pointe Blank"


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2006
Regie:
Park Cheol-Hee
Drehbuch:
Park Cheol-Hee
Darsteller:
Shin Ha-Kyun, Kim Min-Jun, Yun Ji-Hye, Kang San, Park Kil-Soo, Park Chung-Seon

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
29.06.2007