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DVD-Besprechung - Stadt ohne Mitleid
Story:
In einer fränkischen Garnisonsstadt vergewaltigen im September 1960 vier US-Soldaten ein 16-jähriges, deutsches Mädchen. Die Täter sind schnell gefasst und der zuständige US-Kommandeur will gegen sie mit aller Härte vorgehen, um ein Exempel zu statuieren. Aufgrund der Schwere des Verbrechens wäre sogar die Todesstrafe möglich, dafür müsste sich jedoch das Vergewaltigungsopfer einem Kreuzverhör durch die Verteidigung stellen. Der zuständige Verteidiger, Major Garrett (Kirk Douglas), möchte seinen Schutzbefohlenen die Todesstrafe, und dem Opfer das emotional äußerst belastende Kreuzverhör jedoch ersparen. Seine Argumente werden allerdings nicht ernst genommen.
Meinung zum Film:
"Stadt ohne Mitleid" ist eine amerikanische Produktion, die zum größten Teil im fränkischen Forchheim gedreht wurde. Der Film beruht auf keinem authentischen Fall, sondern auf dem Roman "Das Urteil" von Manfred Gregor, dem Pseudonym von Gregor Dorfmeister, der vor allem durch die Verfilmung seines Antikriegsromans "Die Brücke" durch Bernhard Wicki bekannt wurde. "Stadt ohne Mitleid" wurde für seinen Titelsong mit einem Golden Globe ausgezeichnet und für einen Oscar nominiert.
Der Film ist ein Drama, bei dem ein Happy-End von Anfang an ausgeschlossen erscheint. Vier angeheiterte US-Soldaten haben durch die Vergewaltigung der 16-jährigen Karin Steinhof (Christine Kaufmann) deren Leben zerstört. Ihre Schuld ist unbestritten und ihr Leben hängt an einem seidenen Faden. Selbst im günstigsten Fall müssen sie mit langjährigen Haftstrafen und der unehrenhaften Entlassung aus der Armee rechnen. Der Knackpunkt des Films ist die Forderung nach der Todesstrafe für die Vergewaltiger, die von den aufgebrachten Bewohnern des Ortes, allen voran der ansässige Bürgermeister und den Vater des Opfers, vehement eingefordert wird. Nach der Verfahrensordnung der US-Militärgerichtsbarkeit kann diese schwerste Bestrafung nur dann verhängt werden, wenn das Vergewaltigungsopfer vor Gericht aussagt und die Verteidigung die Möglichkeit zu einem Kreuzverhör erhält. Der zuständige US-Befehlshaber verfügt bereits im Vorfeld, um die Situation nicht eskalieren zu lassen, dass die Angelegenheit schnellstmöglich verhandelt werden soll und zwar in voller Öffentlichkeit und unter unerbittlicher Anwendung des Gesetzes. Major Garretts Versuch, den Prozess im Vorfeld durch eine mögliche Absprache zu verhindern scheitert, obwohl er für den Verzicht auf die Todesstrafe einen Schuldspruch für drei der Angeklagten über 20 Jahre Haft und eine unehrenhafte Entlassung akzeptieren würde.
Der gesamte Verlauf des Falles Karin Steinhof wird von der Journalistin Inge Körner (Barbara Rütting) aus dem Off kommentiert. Sie tritt jedoch auch als handelnde Person auf, die über den Fall für ihre Zeitung schreibt und regelmäßig das Gespräch mit Major Garrett sucht. Im Film nimmt sie dabei beinahe die Rolle des schlechten Gewissens des Majors ein. Sie versucht ihn mit ihren Fragen aus der Reserve zu locken und an seine Moral zu appellieren. Garrett ist sich der moralischen Verwerflichkeit seines Handelns jedoch nur zu gut bewusst. Er hat keinen Spaß an seiner Arbeit und sie belastet ihn. Jedoch ist es seine Aufgabe als Pflichtverteidiger, und er betont immer wieder, dass an seiner Arbeit auch das Leben von vier Menschen hängt. Garrett versucht zunächst alles, um die Vorladung der Zeugin zu verhindern und spricht sogar bei Karins Vater vor. Ihr Vater ist jedoch völlig verblendet und nicht in der Lage, die Weisheit von Garretts Vorschlag zu begreifen und seiner Tochter weiteres Unheil zu ersparen. Nach etwa der Hälfte der Spielzeit beginnt der zweite Teil des Films mit dem Beginn der Gerichtsverhandlung. Garretts Strategie ist es nun, den Ruf des Opfers zu diskreditieren, ihre Glaubwürdigkeit und moralische Integrität zu untergraben. Er hat keine Probleme, entsprechende Zeugen aufzutreiben, die aus Motiven wie Böswilligkeit oder übersteigertem Geltungsbedürfnis "Dreck" über der Hauptzeugin ausschütten. Im Kreuzverhör bricht Karin Steinhof schließlich zusammen, durch die Sensationsgier und Uneinsichtigkeit der Einwohner wurde sie ein zweites Mal, diesmal öffentlich und vor Gericht, vergewaltigt. Der melancholische Soundtrack unterstreicht noch die auswegslose Stimmung des Films.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist fast keine Beschädigungen und Verschmutzungen auf. Auch die Schärfe kann überzeugen, insgesamt ist das Bild äußerst gelungen und auch die Tonqualität ist einwandfrei.
Als Extras befinden sich auf der DVD eine Fotogalerie, Biographien von Barbara Rütting, Kirk Douglas und Christine Kaufmann, sowie im DVD-ROM-Teil Presseinformationen (50 Seiten) und Werberatschläge (20 Seiten) im PDF-Format. Weiterhin existieren von dem Film zwei verschiedene Schnittfassungen, die bei den Extras exemplarisch anhand ausgewählter Szenen verglichen werden.
Fazit:
"Stadt ohne Mitleid" ist ein bewegendes Drama über die systematische Opferung eines jungen Mädchens aus Rachegelüsten, Sensationsgier und geistiger Verblendung. Getragen wird der verstörende Film von hervorragenden Darstellern, herausragend sind hier vor allem die junge Christine Kaufmann sowie Kirk Douglas.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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98:01 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Szenenvergleich Deutsche und Englische Fassung
- Biographien von Barbara Rütting, Kirk Douglas und Christine Kaufmann
- Fotogalerie
- Presseinformation und Werberatschlag
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Stadt ohne Mitleid
Town without Pity
Ein junges Mädchen geht in einer sowohl den Vergewaltigern, wie auch ihr selbst als Opfer gegenüber mitleidslosen Stadt zu Grunde!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA/Deutschland/Schweiz, 1961 Regie: Gottfried Reinhardt Drehbuch: Manfred Gregor, George Hurdalek, Jan Lustig, Silvia Reinhardt Darsteller: Kirk Douglas, Christine Kaufmann, Barbara Rütting, E.G. Marshall, Ingrid van Bergen, Robert Blake
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 23.03.2007
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