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DVD-Besprechung - Straßen der Gewalt
Story:
Kim Byung-Doo (Jo In-Seong) ist ein kleiner Gangster mit einer Handvoll Untergebener, der mit seiner Tätigkeit versucht, die eigene Familie, vor allem seine kranke Mutter, zu ernähren. Das große Geld hat der mittlerweile 29-jährige mit seiner kriminellen Karriere aber noch nicht gemacht. Ganz im Gegenteil, er scheint auf der Karriereleiter einen toten Punkt erreicht zu haben und sein Boss Sang Chul (Yoon Je-Moon) hält ihn absichtlich an der kurzen Leine. Als der große Boss Hwang (Jeon Ho-Jin) jedoch einen eiskalten Gangster für den Mord an dem einflussreichen Staatsanwalt Park, der ihn in der Hand hat, sucht, schlägt Kims große Stunde.
Meinung zum Film:
"Straßen der Gewalt" wurde bei den diesjährigen Grand Bell Awards in Südkorea in vier Kategorien nominiert, und zwar für den besten Film, das beste Drehbuch, den besten Hauptdarsteller (Jo In-Seong) und den besten Nebendarsteller (Cheon Ho-Jin). Regisseur und Drehbuchautor Yu Ha ("Marriage is a crazy thing") sorgte zuletzt mit seinem Jugenddrama im Highschool-Milieu "Once upon a time in High School" für Aufsehen, der auch bisher als sein einziger Film in Deutschland veröffentlicht wurde. In der Hauptrolle als kleiner Gangster, der versucht, sich rücksichtslos nach oben zu arbeiten, glänzt Jo In-Seong ("Madeleine"), der normalerweise eher durch romantische Filme bekannt wurde, und hier die Gelegenheit erhielt, sein bisheriges Image völlig auf den Kopf zu stellen.
"Straßen der Gewalt" folgt dem Aufstieg und Fall des kleinen, aber ehrgeizigen Gangsters Kim Byung-Doo, bewegt sich also in den klassischen Pfaden des Gangsterdramas. Während sich Kim jedoch innerhalb seines Milieus zunehmend rücksichtsloser gibt, fällt die Darstellung in seinem Privatleben eher genau konträr aus. Kim begegnet erneut seiner Jugendliebe Hyun-Ju (Lee Bo-Young) und beginnt sie zunächst recht schüchtern zu umgarnen. Seine Annäherungsversuche werden jedoch durch seine gewählte Profession zurückgeworfen, denn Hyun-Ju hasst Gewalt und hat sogar Angst vor ihm. Sie kann nicht verstehen, wie aus dem einst so einfühlsamen Jungen ein Gangster werden konnte. Aber auch mit seiner Mutter gibt es ähnliche gelagerte Probleme. Sie macht sich ständig Sorgen um ihren Sohn und schämt sich für den von ihm eingeschlagenen Lebensweg, an dem sie sich teilweise selbst die Schuld gibt, während ihr Sohn alles tut, um die Familie finanziell über Wasser zu halten. Yu Ha wählte bei "Strassen der Gewalt" einen eher realistischen Ansatz. Kim Byung-Doo ist ein Mensch mit Stärken und Schwächen, ein vielschichtiger Charakter, die üblichen, schablonenhaften Gangster in ultracoolen Outfits sucht man hier vergebens. Anders als in klassischen Mafiafilmen westlicher Prägung gibt es in "Straßen der Gewalt" keinen Ehrenkodex oder ein Berufsethos der Unterwelt. Das Motto lautet "Fressen und gefressen werden". Aber auch der größte Fisch im Teich kann sich seiner Position niemals sicher sein. Loyalität gegenüber höhergestellten Bandenmitgliedern stützt sich schlichtweg auf deren durch größere Machtfülle bedingte Unangreifbarkeit, sowie den Nutzen, den der Untergebene aus seiner Rolle heraus für sich erzielen kann.
Als Kim eben diesen Nutzen nicht mehr erkennen kann und sein Aufstieg durch Sang-Chul dauerhaft ausgebremst wird, trifft er eine harte, aber für ihn nur logische Entscheidung. Er sucht sich schlichtweg einen einflussreicheren Mentor und beschließt, den Platz von Sang-Chul einzunehmen. Diese Karriere wird in äußerst düsteren Bildern vermittelt, immer wieder unterbrochen durch plötzliche Ausbrüche von Gewalt, Auseinandersetzungen mit Fäusten, Messern oder Baseballschlägern. Diese Kämpfe präsentieren sich relativ bodenständig und sind sehr überzeugend choreographiert, verzichten aber auf übertrieben durchgestylte Bilder oder eine Glorifizierung der dargestellten Gewalt. In "Straßen der Gewalt" sind diese Auseinandersetzungen schlichtweg der nackte Kampf ums Überleben. Die Protagonisten fallen wie die Tiere übereinander her, da ist kein Platz für Coolness oder flotte Sprüche. Aber "Straßen der Gewalt" besitzt auch ein paar Schwächen. Da wäre zunächst die Überlänge zu erwähnen, die von der Geschichte her nicht wirklich nötig gewesen wäre. Die Romanze mit Hyun-Ju, und das ständige Auf und Ab in der Beziehung nimmt einfach zuviel Raum ein. Außerdem nerven die ständigen Karaoke-Einlagen nach einer Weile gewaltig. Weiterhin stört das penetrante Dauergegrinse des Schauspielers Nam Gung-Min in der Rolle des Kim Min-Ho.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von "Straßen der Gewalt" kann, wie auch schon bei den letzten Splendid-Veröffentlichungen, als sehr gelungen bezeichnet werden, lediglich ein leichtes Bildrauschen fällt ins Auge. Die beiden Tonspuren sind ohne Fehl und Tadel.
Die zum Test vorliegende Verleih-DVD enthält keinerlei Extras. Die Limited Gold Edition des Films soll jedoch unter anderem ein Making Of, einen Audiokommentar und Deleted Scenes enthalten.
Fazit:
"Straßen der Gewalt" erzählt in düsteren Bildern die altbekannte Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Gangsters, legt dabei aber, neben der gediegenen Optik, gehobenen Wert auf die Vielschichtigkeit der Charaktere. Trotz des teilweise ein wenig langatmig anmutenden Plots stimmt die Dramaturgie und die Actionsequenzen sind ebenso wohldosiert wie überzeugend choreographiert. Die Darsteller können, bis auf Nam Gung-Min, ebenfalls voll überzeugen. Insgesamt ist "Straßen der Gewalt", trotz seiner Vorhersehbarkeit und anderer kleinerer Schwächen ein sehr gelungenes Gangsterdrama geworden, das Genre erfindet der Film allerdings keinesfalls neu.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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134:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Koreanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Straßen der Gewalt
Biyeolhan geori
Ein düsteres Gangsterdrama über Aufstieg und Fall eines unbedeutenden, aber ehrgeizigen Clanmitglieds
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2006 Regie: Yu Ha Drehbuch: Yu Ha Darsteller: Yoon Je-Moon, Jo In-Seong, Cheon Ho-Jin, Nam Gung-Min, Lee Bo-Young, Jin Goo
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 29.06.2007
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