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DVD-Besprechung - Suicide Kings

Story:
Die vier Yuppies Avery Chasten (Henry Thomas), Max Minot (Sean Patrick Flanery), Brett Campbell (Jay Mohr) und T.K. (Jeremy Sisto) planen die Entführung des ehemaligen Mafiabosses Charlie Barret (Christopher Walken). Das Ziel dieser Aktion ist es, Barret dazu zu bringen, sie bei der Befreiung von Averys entführter Schwester zu unterstützen und das Lösegeld von 2 Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen. Charlie geht zunächst auf ihre Forderungen ein, versucht aber die jungen Männer gegeneinander auszuspielen, während seine Leute bereits nach ihm suchen.

Meinung zum Film:
"Suicide Kings" entstand mit einem Budget von lediglich rund 5 Millionen Dollar. In den Kinos floppte der Film nach einigen Problemen mit dem ersten Verleiher und spielte keine 2 Millionen Dollar ein. Er blieb neben "Die Wahrheit über Engel" mit Ray Liotta und Vanessa Redgrave der einzige Ausflug in die Welt des Kinos von Regisseur Peter O'Fallon ("Dr. House"), der jedoch als Regisseur zahlreicher TV-Serien, zuletzt "Blade: The Series" und "The Riches", gut beschäftigt ist. Für "Suicide Kings" wurden mehrere alternative Endsequenzen gedreht. Das nun vorliegende Ende wurde aufgrund der besten Resonanz bei Testvorführungen ausgewählt.

"Suicide Kings" lässt sich vom Charakter her am ehesten als Mischung aus Kammerspiel und Thriller mit einem ordentlichen Anteil schwarzen Humors beschreiben. Der Film spielt den Großteil der Zeit in dem Haus eines Freundes der Yuppies, wo Charlie Barret gefangengehalten wird. Christopher Walken ("Das Leben nach dem Tod in Denver") verbringt hier die meiste Zeit gefesselt auf einem Stuhl sitzend, beherrscht aber trotzdem eindeutig das Geschehen. Neben den Szenen im Haus werden parallel immer wieder die Aktivitäten von Charlies Anwalt Marty (Cliff De Young), der versucht sowohl die Entführer von Elise, als auch die von Charlie aufzuspüren, sowie Charlies Leibwächter, Fahrer und Killer Lono (Denis Leary), gezeigt. Somit heizt sich nicht nur die Atmosphäre zwischen den Entführern und Charlie zusehends auf, sondern auch der Druck von außen, den nur der Zuschauer wahrnimmt, steigt ebenfalls stetig an, da Lono den Entführern zusehends auf den Pelz rückt.

Charlie versucht seinen Entführern zunächst ins Gewissen zu reden und sie davon zu überzeugen, dass er längst kein Gangster mehr ist. Nachdem das nicht fruchtet kooperiert er, versucht aber einen Keil zwischen seine Entführer zu treiben, so dass die Psychologie immer stärker in den Mittelpunkt rückt. Zentrales Element der Taktik von Charlie ist dabei die von ihm gestreute Information, die Entführung von Elise sei ein Insiderjob gewesen. Das würde bedeuten, dass einer seiner Entführer auch an der Entführung von Elise beteiligt war. Es regt sich dadurch zunehmend Misstrauen zwischen den Freunden. Der Zuschauer hingegen weiß nicht, ob es einen Insider gibt, und wenn ja, wer es sein könnte. Der Film präsentiert dem Zuschauer einige Hinweise, aber auch falsche Fährten in dieser Richtung. Neben der Psychologie und Dramatik lebt der Film vor allem von seinem schwarzen Humor. Besonders hervorzuheben ist in dieser Hinsicht Denis Leary ("Wag the Dog") in seiner Rolle als Lono. Lono ist ein Mensch, der viel redet, aber schnell nervös wird, wenn ihm etwas nicht passt, und dessen Unmut sich dann in einer explosiven, meist gewalttätigen Handlung äußert. Neben diesen Aktionen fällt er vor allem durch ständige, amüsanten Monologe über seine sündhaft teuren Haifischstiefel auf, die ihm nach seinem Eindruck so ziemlich jeder miesmachen will. Weiterhin fallen einige sehr trockene Bemerkungen, der Freund der Yuppies, Ira (Johnny Galecki), macht sich ständig aus Angst vor seinen Eltern zum Affen und die Entführer von Elise führen gewalttätige Auseinandersetzungen um ihre Fernbedienung. Das Ende von "Suicide Kings" hat es dann allerdings wahrlich in sich und vereint gekonnt einige Plot-Twists, um einen Aha-Effekt beim Zuschauer zu erzielen. Die Tragik als Kontrastprogramm zum schwarzen Humor kommt dabei ebenfalls nicht zu kurz.

Digitale Aufarbeitung:
"Suicide Kings" weist ein deutliches Bildrauschen auf, geht aber ansonsten qualitativ weitestgehend in Ordnung, auch wenn die Schärfe ein wenig leidet. Die Veröffentlichung von Kinowelt beinhaltet als erste deutsche DVD des Films auch die englische Originaltonspur. Die englische und deutsche Tonspur können technisch voll überzeugen. Die Dialoge sind zu jeder Zeit klar verständlich, was bei einem derartig dialogstarken Film im Mittelpunkt steht.

Auf der DVD befinden sich der deutsche und englische Trailer, eine Bildergalerie zum Film, sowie eine Biographie von Christopher Walken, bestehend aus 4 Texttafeln. Herzstück der Extras ist der Audiokommentar von Regisseur Peter O'Fallon und Produzent Wayne Rice, der durchgehend sehr engagiert und abwechslungsreich erzählt wird und viele interessante Details und Hintergrundinformationen zum Film beinhaltet. Für den Audiokommentar gibt es deutsche Untertitel.

Fazit:
"Suicide Kings" ist ein cleverer Thriller mit hervorragenden Darstellern, allen voran Christopher Walken und Denis Leary, viel schwarzem Humor und einem überraschenden Finale. Das Drehbuch vollzieht inhaltlich so manche Wendung, allerdings immer glaubwürdig, und der Zuschauer weiß bei den vielschichtigen Charakteren nie sicher, woran er ist. Die DVD von Kinowelt hat gegenüber der alten Auflage den Mehrwert der originalen Tonspur und des Audiokommentars.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
102:05 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher + Englischer Trailer
  • Fotogalerie
  • Audiokommentar von Regisseur Peter O'Fallon und Produzent Wayne Rice
  • Biographie von Christopher Walken
Suicide Kings - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Suicide Kings
Suicide Kings

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Einfallsreicher Thriller mit viel schwarzem Humor und einem großartigen Christopher Walken


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1997
Regie:
Peter O'Fallon
Drehbuch:
Don Stanford, Josh McKinney, Gina Goldman, Wayne Allan Rice
Darsteller:
Christopher Walken, Denis Leary, Henry Thomas, Sean Patrick Flanery, Jay Mohr, Jeremy Sisto

Label Deutschland :
Kinowelt
Verkaufsstart Deutschland :
11.05.2007