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DVD-Besprechung - The Big White
Story:
Paul Barnell (Robin Williams) ist nahezu pleite. Die medizinische Behandlung seiner Frau Margaret (Holly Hunter), die unter dem Tourette-Syndrom leidet, kann er sich somit nicht leisten, worüber er sehr unglücklich ist. Als er in einem Müllcontainer eine Leiche findet, kommt ihm der Gedanke, mit deren Hilfe die Lebensversicherung für seinen seit fünf Jahren vermissten Bruder Raymond (Woody Harrelson) zu kassieren. Doch neben dem misstrauischen Versicherungsagenten Ted (Giovanni Ribisi) gefährden auch die Mörder des gefundenen Toten, die die Leiche zurückhaben wollen, seinen Plan.
Meinung zum Film:
Regisseur Mark Mylod wurde bisher vor allem durch die Komödie "Ali G in da House" mit Sacha Baron Cohen bekannt. Diese Komödie konnte allerdings selbst Fans von Ali G nicht wirklich überzeugen, da die einzelnen Auftritte von Ali G durch eine minimalistische und äußerst flache Geschichte nur sehr mühevoll zusammengehalten wurden. Mit "The Big White - Immer Ärger mit Raymond" startete Mark Mylod einen neuen Versuch, mit einem gänzlich anderen Ansatz, um im Komödienbereich Fuß zu fassen. Für Drehbuchautor Collin Friesen stellte der Film sein Kinodebüt dar. Trotz dieses nicht unbedingt große Erwartungen weckenden Duos konnten mit Robin Williams ("König der Fischer"), Holly Hunter ("Copykill") und Woody Harrelson ("Natural Born Killers") jedoch einige Stars gewonnen werden. Im Zusammenhang mit "The Big White" wird immer wieder der Film "Fargo" von den Coen-Brüdern genannt. Dieser Vergleich hinkt jedoch, denn wo "Fargo" eher ein Thriller mit deftigen Einlagen und tiefschwarzem Humor ist, ist "The Big White" eher eine vergleichsweise harmlose, warmherzige Komödie mit dramatischem Einschlag. Beiden gemeinsam ist jedoch, dass sie in tiefster Schneelandschaft spielen. In diesem Zusammenhang könnte aber auch "Ein einfacher Plan" von Sam Raimi genannt werden, der inhaltlich wohl sogar eine etwas größere Schnittmenge bietet.
Zunächst stechen bei "The Big White", der in Alaska spielt, die wunderschönen Aufnahmen der verschneiten Landschaft ins Auge, die ihren ganz eigenen Reiz haben. Hinzu tritt eine recht prominente und gut aufgelegte Darstellerriege, die den einzelnen Charakteren auf überzeugende Art und Weise Leben einhaucht. Robin Williams in der Hauptrolle des finanziell und allgemein vom Leben gebeutelten Paul Barnell liefert eine gute Leistung ab. Man nimmt ihm den, schon anhand seiner Körperhaltung zu identifizierenden, vom Leben gebeugten Ehemann, der bereit ist für seine geliebte Ehefrau alles zu riskieren, sofort ab. Angenehm ist dabei zu beobachten, dass sich Robin Williams in dieser Rolle selbst stark zurücknimmt. Durch das Fehlen seiner typischen, vollkommen überdrehten Art ist der Film damit auch für Williams-Hasser durchaus genießbar. Holly Hunter hingegen stellt im Gegensatz zu ihrem Ehemann einen, durch das Tourette-Syndrom bedingten, äußerst aufgedrehten Charakter dar. Es gelingt ihr dabei jedoch, diese Rolle nicht überzogen komödiantisch auszuleben und ihr auch einen ernsten Einschlag angedeihen zu lassen. Ein echter Glücksgriff ist Giovanni Ribisi ("Heaven") in der Rolle des schnüffelnden Versicherungsagenten Ted Waters. Im Verlauf des Films stolpert er von einer Beziehungskrise und einer Schlägerei in die nächste, was sich zu einer beeindruckenden psychischen und physischen Leidensgeschichte im Verlauf des Films addiert, die deutlich an seinem lädierten Gesicht ablesbar ist. Woody Harrelson schließlich spielt den lange Zeit verschollenen Raymond und darf dabei nach Lust und Laune den gewalttätigen, geistig verkümmerten Hinterwäldler heraushängen lassen, was ihm auch vortrefflich gelingt. Leider sind die Charaktere insgesamt doch recht flach ausgearbeitet, über Pauls Frau beispielsweise erfährt man außer ihrer Krankheit quasi nichts, auch Pauls Beziehung zu seinem Bruder bleibt größtenteils im Dunkeln. Das anfängliche Duell zwischen Paul und Ted, der ihm auf die Schliche zu kommen versucht, wäre ebenfalls ausbaufähig gewesen. Die Geschichte verläuft dann auch recht konventionell und vorhersehbar.
"The Big White" ist eine eher ruhig erzählte Geschichte, es gibt kaum wirklichen Slapstick und der Humor zeigt zwar bestimmte Ansätze in dieser Richtung, ist aber niemals wirklich tiefschwarz. Er ist, vor allem aufgrund des Einbaus tragischerer Elemente und der Berücksichtigung des Gefühls- und Liebeslebens der Akteure, eine warmherzige, kleine Komödie, die niemandem richtig wehtun will. Obwohl der Film keine echten Schenkelklopfer bietet und das Genre auch nicht neu erfindet, kann er aber über die gesamte Spielzeit gut unterhalten.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist in jeder Hinsicht sehr gut und bietet keinen Anlass zur Kritik. Die beiden Tonspuren sind qualitativ ebenfalls einwandfrei.
Die Verleihversion enthält keinerlei Extras außer einem Trailer.
Fazit:
"The Big White" überzeugt durch eine gut aufgelegte Darstellerriege, sehr schöne Landschaftsaufnahmen und einen dezenten, aber gut dosierten Witz. Eine bitterböse Satire mit vielfachen Plot-Twists sollte man von ihr jedoch nicht erwarten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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100:51 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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The Big White: Immer Ärger mit Raymond
The Big White
Versicherungsbetrug mit Hindernissen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland/Kanada/Neuseeland/USA, 2005 Regie: Mark Mylod Drehbuch: Collin Friesen Darsteller: Robin Williams, Holly Hunter, Giovanni Ribisi, Woody Harrelson, Tim Blake Nelson
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 07.12.2006
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