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DVD-Besprechung - Sie nannten ihn Mücke

Story:
Eigentlich könnte Ex-Football-Profi Mücke (Bud Spencer) ein ruhiges Leben auf seinem kleinen Boot nahe einem verträumten italienischem Küstendorf leben. Doch erst versenkt ihm ein U-Boot aus Versehen sein Fischerboot, dann gerät er mit stationierten Soldaten der amerikanischen Armee aneinander. Vorbei ist es mit der Beschaulichkeit. Ehe er sich versieht, befindet er sich in einer Fehde mit Sergeant Kempfer (Raimund Harmstorf), deren Höhepunkt ein American-Football-Spiel ist. Darin sollen durchtrainierte GIs, trainiert von Kempfer, mit einem gemischten Haufen wenig sportlicher Jungs aus dem Dorf, mit Mücke als ihren Coach, um den Sieg spielen. Damit das kräftemäßig mehr als ungleiche Duell zumindest zum Teil ausgeglichen wird, genügt dem Team der Einheimischen ein einziger Punkt zum Sieg. Aber selbst diesen zu erspielen, erscheint mehr als unwahrscheinlich. Doch Ex-Profi Mücke bleiben 3 Wochen, um der wilden Horde Kraft für den Wettkampf anzutrainieren, und aus einem Haufen Individualisten ein verschworenes Team zu formen.

Meinung zum Film:
"Sie nannten ihn Mücke" war der erste Film aus einer Reihe weiterer Zusammenarbeiten zwischen Regisseur Michele Lupo, Drehbuchautor Marcello Fondato und Hauptdarsteller Bud Spencer, die solch beliebte Werke wie "Buddy haut den Lukas" und "Der Bomber" hervorbrachte. Oftmals gesellten sich auch die Gebrüder Guido und Maruizio de Angelis, besser bekannt unter ihrem Bandnamen "Oliver Onions", als Komponisten hinzu und bereicherten die Filme mit stimmigen Ohrwürmern, die noch lange nach dem Sehen im Kopf blieben und nur schwer wieder loszuwerden waren. "Bulldozer", der Titelsong zu "Sie nannten ihn Mücke", ist einer dieser Dauerbrenner, wenn nicht sogar der bekannteste überhaupt. Hat man ihn erst einmal gehört, beschwingt er einen noch Tage später. 4 Jahre später endete die Zusammenarbeit des Trios mit "Der Bomber", der im Grunde nur ein Remake von "Sie nannten ihn Mücke" war, mit einer Verlagerung in den Boxsport.

Die Geschichte von Mücke beschränkt sich nicht auf die Prügeleien des Titelhelden, sondern nimmt viel mehr eine Gruppe junger Menschen in den Fokus, die im sportlichen Football-Wettkampf, der dem Aufeinandertreffen Davids gegen Goliath gleicht, bestehen wollen. Allerdings gehen bei der ansonsten wieder einmal gelungenen Synchronisation durch Rainer Brandt die Regeln des amerikanischen Volkssports ein wenig unter und werden stellenweise auch verfälscht. Dies mag sicherlich hauptsächlich daran liegen, dass in den 70er-Jahren nur die wenigsten Europäer mit den Regeln des American Football vertraut waren und man von daher das ganze aus der vertrauteren Sichtweise des in unseren Breitengraden beliebten Fußballsports sah. Dem Spaß tut dies jedoch zu keiner Sekunde einen Abbruch, denn um Authentizität ist der Film eh in keiner Sekunde bemüht.

Im Grunde ist der große Reiz des Filmes immer wieder zu sehen, wie Mücke in aller Seelenruhe jeder Gewaltandrohung und Konfrontation gelassen entgegensieht und am Ende derjenige ist, der mächtig austeilt. Er ist der ruhende Fels im tosenden Sturm, der selbst beim Armdrücken, das an sich wenig lustig ist und auch nur wenig Platz für Spielereien lässt, durch seine Grimassen und seine Spielereien zum großen Vergnügen werden lässt. In großen Massenprügeleien läuft er zu gewohnter Höchstform auf und ohne auch nur die geringste Spur von Anstrengung nimmt er es mit einem ganzen Regiment auf, ohne selbst auch nur einen Kratzer abzubekommen. Wenn die Action letzten Endes auf dem Football-Feld losgeht, kann er selbst als Coach durch seine Kommentare und Mimik unterhalten. Doch schon der Weg bis zum Spiel ist mit einem Schenkelklopfer nach dem anderen gepflastert und so wird dieser knapp 100-minütige Mückenstich eine reine Wohltat für die Lachmuskeln.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht keinen besonders guten Eindruck. Es ist verrauscht, helle Flächen überstrahlen mal mehr und mal weniger und die Farben wirken im Zusammenspiel mit dem zu tiefen Kontrast stellenweise zu kräftig. Immerhin sind Verschmutzungen und Störungen nur selten auszumachen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 1.0 verzerrt ein wenig in den Spitzen und wirkt insgesamt ein wenig zu dumpf.

Als Bonus ist lediglich der Trailer zum Film zu finden.

Fazit:
"Sie nannten ihn Mücke" ist eine eindeutige Empfehlung an all jene, die mit wilder Haudrauf-Komik ohne viel Hintergrund etwas anfangen können. Für Freunde von Bud Spencer gibt es aber auf gar keinen Fall einen Weg vorbei am Kauf dieses Klassikers, der vielleicht der beste seiner gesamten Karriere ist. Die digitale Umsetzung ist zwar nicht besonders gut, reicht aber noch so eben aus, um den Filmgenuss nicht zu sehr zu stören.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
97:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Sie nannten ihn Mücke - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Sie nannten ihn Mücke
La chiamavano Bulldozer

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
La La La La La La here comes Bulldozer...


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Italien, 1978
Regie:
Michele Lupo
Drehbuch:
Marcello Fondato, Francesco Scardamaglia
Darsteller:
Bud Spencer, Raimund Harmstorf, Joe Bugner, René Koldehoff, Ottaviano Dell'Acqua, Enzo Santaniello, Marco Stefanelli, Giovanni Vettorazzo

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
03.03.2005