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DVD-Besprechung - Sisters - Die Schwestern des Bösen

Story:
Bei der Geburt waren die Zwillinge Daniel und Dominique Breton miteinander verwachsen, wurden jedoch später durch eine Operation getrennt. Als Daniel den jungen Phillip (Lisle Wilson) mit nach Hause nimmt und mit ihm eine aufregende Nacht verbringt, dreht Dominique am nächsten Morgen durch und tötet den Liebhaber ihrer Schwester. Die Journalistin Grace Collier (Jennifer Salt) hat den Mord teilweise durch das Fenster gesehen und ruft die Polizei. Eine Leiche wird allerdings nicht am vermeintlichen Tatort gefunden, woraufhin die Beamten die Sache gar nicht erst ernst nehmen. Grace entschließt sich auf eigene Faust zu ermitteln und begibt sich dabei in große Gefahr.

Meinung zum Film:
In den 70er Jahren schien es, als hätte Alt-Meister Alfred Hitchcock einen würdigen Nachfolger in Sachen Suspense gefunden. Brian de Palma hat mit Filmen wie "Der schwarze Engel" und "Dressed to Kill" wirkungsvolle Suspense-Thriller geschaffen, wendete sich anschließend jedoch von dem Genre ein wenig ab und schlug mit Filmen wie "The Untouchables" und "Scarface" ebenfalls sehr erfolgreich den Pfad des Action-Dramas ein und landete schließlich mit Werken wie "Mission: Impossible" im Action-Thriller-Genre. "Sisters" stellte Anfang der 70er Jahre den Durchbruch des Regisseurs dar, rückte ihn in das Interesse des Publikums und ebnete dadurch den Weg für die Erfolgsfilme de Palmas.

Im Film ist schon sehr gut, die Klasse von de Palma in Bezug auf das inszenatorische Geschick zu erkennen. Wenn die Kamera langsam wie ein Eindringling durch die Kulissen streicht oder aus voyeuristischer Perspektive auf das Geschehen blickt, ist das ein klares Plus für die Atmosphäre. Auch die Splitscreen-Aufnahmen, in denen parallel ablaufende Handlungen aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt werden, wurden hervorragend ein- und umgesetzt und sorgen für zusätzliche Spannung. Unterstützt werden die stimmungsvollen Bilder durch den perfekten Soundtrack von Bernard Herrmann, der durch die Musik aus Hitchcocks "Psycho" unsterblich wurde und dessen Sounduntermalung beim Mord unter der Dusche zum Inbegriff dramatischer Spannung wurde. Die Musik bei "Sisters" ist zwar nicht ganz auf dem Level des Klassikers, hebt sich aber klar über den Durchschnitt hinweg.

Die Hauptrolle in dem Film spielt Margot Kidder, die den meisten als Lois Lane aus den Superman-Kinofilmen bekannt sein dürfte. Ihre Darstellung der grundverschiedenen Zwillinge Daniel und Dominique ist gut gelungen und ihre Darbietung als psychisch gestörte Dominique ist furchteinflößend. Die Story spielt geschickt mit den unterschiedlichen Charakteren und selbst wenn man heutzutage sicherlich recht schnell erahnen kann, wohin die Geschichte am Ende führen wird, verliert der Film dadurch kaum an Reiz. Verleiher "Epix" sei gedankt, dass dieser Klassiker des Suspense nun auch endlich in digitaler Form in Deutschland zu erhalten ist und von der Indizierungs-Liste gestrichen wurde, was den Erwerb wesentlich erleichtert.

Digitale Aufarbeitung:

Das Bild kann nicht immer sein Alter verbergen. Defekte und Verschmutzungen huschen schon einmal durchs Bild und auch Farbschwankungen sind immer wieder zu entdecken. Aber als schlecht kann es auf gar keinen Fall bezeichnet werden, sondern ist gemessen am Alter und der Tatsache, dass es sich um eine eher kleinere Produktion handelt sogar sehenswert. Der deutsche Ton in Dolby-Digital-2.0-Mono ist klar verständlich, zeigt in den Höhen allerdings leichte Verzerrungen auf.

Als Bonus gibt es auf der DVD eine sehr interessante Sezierung von Sisters, bei der über Schrifttafeln eine detaillierte Analyse von de Palmas Frühwerk geboten wird. In Form von Texttafeln gibt es auch noch eine Biografie des Regisseurs so wie verschiedenes Poster-Artwork.

Etwas unübersichtlich ist die Navigation in den Menüs, da die farbliche Hervorhebung des aktiven Elementes teilweise nur schwer zu erkennen ist.



Fazit:
"Sisters" war der erste Durchbruch von Brian de Palma, der ihm die Türen in der Filmbranche öffnete und den Grundstein zum Ruf als "Meister des Suspense" legte. Endlich in digitaler Form und nicht länger indiziert, ist die DVD von "Epix" eine eindeutige Empfehlung für Freunde des Suspense- und Thriller-Kinos.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
88:23 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Alternatives Artwork
  • "Sisters" auf dem Seziertisch
  • Biografie zu Brian de Palma
Sisters - Die Schwestern des Bösen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Sisters - Die Schwestern des Bösen
Sisters

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Meisterwerk des Suspense


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1972
Regie:
Brian de Palma
Drehbuch:
Brian de Palma
Darsteller:
Magot Kidder, Jennifer Salt, Charles Durning, Bill Finley, Lisle Wilson, Mary Davenport, Dolph Sweet, Barnard Hughes

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
14.07.2005