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DVD-Besprechung - Sliver
Story:
Carly Norris (Sharon Stone) hat gerade ein Appartement in einem Hochhaus mit traumhaften Ausblick bezogen, als die Freude über das neue Heim getrübt wird. Ihre Vormieterin sah ihr nicht nur recht ähnlich, sondern stürzte auch von ihrem Balkon im 20. Stockwerk. Die Eingewöhnung wird ihr allerdings gleich wesentlich vereinfacht, als sie Zeke Hawkins (William Baldwin) kennenlernt, der gleich ihr Interesse weckt. Ganz anders als der einmalige Bestseller-Autor Jack Landsford (Tom Berenger), der mit seinen Macho-Sprüchen auf wenig Gegenliebe bei ihr stößt. Doch über allen Ereignissen schwebt immer die Frage, wer Carlys Vormieterin vom Balkon schubste.
Meinung zum Film:
Über viele Jahre hinweg versucht der aus Ungarn stammende Drehbuchautor Joe Eszterhas zu Ruhm und Anerkennung in Hollywood zu gelangen. Doch trotz recht ordentlicher Dreh-Vorlagen zu Filmen wie "Flashdance" oder "Das Messer", wollte es nicht so recht klappen. Das Ziel erreichte er dann nicht zuletzt dank des wohl bekanntesten Beinüberschlags, den das Kino je erlebte. Als Sharon Stone 1992 in der Rolle der Catherine Tramell in "Basic Instinct" im Verhör verführerische Einblicke gab, zählte Joe Eszterhas über Nacht zu den gefragtesten Autoren, die in aller Munde waren. Der Erotik-Thriller war auf einmal das boomende Genre und in den folgenden Monaten folgte noch manch anderer Vertreter dieser Stil-Richtung. Natürlich sorgte auch Eszterhas selbst wieder für einen neuen Beitrag und als Grundlage diente ihm der Roman "Sliver" von Ira Levin ("Rosemary's Baby"), dessen Verfilmung 1993 in die Kinos kam.
Die Macher dachten sich bei der Besetzung der Hauptrollen, dass man neben dem Drehbuchautoren auch den zweiten, wesentlichen Erfolgsfaktor von "Basic Instinkt" wieder mit an Bord holen sollte. Sharon Stone wurde mit Geld und der Aussicht, endgültig zur seriösen Erotik-Ikone Hollywoods aufzusteigen geködert und durfte in "Sliver" noch schärfer und hemmungsloser zu Werke gehen. Als Liebespartner stellte man ihr einen Spross aus dem Baldwin-Clan an die Seite, doch der junge William Baldwin ("Drei von ganzem Herzen") wird von Sharon Stone in den gemeinsamen Szenen zu sehr dominiert, obwohl die Rollenaufteilung eigentlich die umgekehrte Gewichtung vorsieht. Da hat der kleine William nichts vom großen Bruder Alec lernen können. Der dritte im Bunde ist Tom Berenger ("Platoon"), der nach einigen Erfolgen Mitte bis Ende der 80er Jahre so langsam in der Versenkung verschwand. So bleibt ihm auch nur die Rolle des unbeliebten, da stets überheblich und selbstverliebt auftretenden Autors, der weder bei Carly noch beim Publikum Sympathien sammeln kann und nur über begrenzte Bildschirmzeit ins Geschehen eingreifen kann.
Als Regisseur wurde Phillip Noyce verpflichtet, der mit "Die Stunde der Patrioten" und "Todesstille" bereits bewiesen hat, dass er stilsicher für Spannung sorgen kann. In optischer Hinsicht ist ihm auch hier wieder ein bemerkenswerter Film gelungen. Bilder, Ausstattung, Beleuchtung und die Musik sorgen für einen stimmungsvollen und ansprechenden Rahmen. Die Reggae-Version zu dem Elvis-Presley-Klassiker "(I can't help) Falling in love with you" von UB40 platzierte sich sogar weltweit wochenlang in den Charts und sorgte dafür, dass die Musiksender den Musik-Clip mit Ausschnitten aus dem Film rauf und runter spielten. Aber so ansprechend auch die Optik ist, so enttäuschend ist der Inhalt. Eszterhas ist es offensichtlich ein wenig zu Kopf gestiegen, dass die Szene mit dem Beinüberschlag so viel Aufmerksamkeit erlangte. Denn auf einmal konzentrierte er sich in erster Linie auf den Erotik-Teil und vernachlässigte den Thriller-Part. Dadurch will keine rechte Spannung aufkommen, und die Frage nach dem Mörder ist nur jeweils ein kurzes Intermezzo zwischen den (Liebes-)Spielereien von Carly und Zeke. Die Auflösung des Täters ist dann in vielen Punkten zum gesehenen Filmverlauf unlogisch und zusätzlich höchst unspektakulär präsentiert und auch gänzlich anders als in der Romanvorlage.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bietet für einen Film aus dem Backlist-Programm ein gutes Ergebnis und kommt ohne nennenswerte Schwächen daher. Das gleiche gilt für den deutschen Ton in Dolby Surround, der gut zu vernehmen aus den Lautsprechern kommt.
Extras gibt es keine auf der DVD.
Fazit:
"Sliver" kann von der optischen Seite her betrachtet vollauf überzeugen und auch Hauptdarstellerin Sharon Stone legt einen guten Arbeitsnachweis ab. Die Crux des Erotik-Thrillers ist das Überbetonen der Erotik und das grobe Vernachlässigen des Thrillers. Optisch extrem hui, inhaltlich eher pfui.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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103:03 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Surround | Englisch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Surround |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Holländisch, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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Sliver
Sliver
Zu viel Erotik auf Kosten von zu wenig Thriller
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2003 Regie: Phillip Noyce Drehbuch: Joe Eszterhas (nach dem Roman von Ira Levin) Darsteller: Sharon Stone, William Baldwin, Tom Berenger, Polly Walker, Colleen Camp, Amanda Foreman, Martin Landau, Nina Foch
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 06.04.2006
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