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DVD-Besprechung - Stealth - Unter dem Radar

Story:
Lt. Henry Purcell (Jamie Foxx), Lt. Kara Wade (Jessica Biel) und Lt. Ben Gannon (Josh Lucas) sind Top-Piloten bei der Navy. Sie fliegen mit einer der neuesten Errungenschaften des Militärs, einem denkenden Tarnkappenbomber mit dem Namen EDI, der zielgenau und präzise jedes angepeilte Ziel zerlegt. Nach einem Blitzeinschlag beginnt der Bomber ein widerspenstiges Eigenleben zu führen, dessen Konsequenz ein neuer Weltkrieg sein kann. Die Piloten setzen ihre ganze Erfahrung und ihren ganzen Mut ein, um das Schlimmste zu verhindern.

Meinung zum Film:
Wenn man sich die Rahmenbedingungen zu "Stealth" ansieht, kann man großes Kino erwarten. Neben der Story, die reichlich Platz für Action bietet, sind es auf jeden Fall auch die Namen der Hauptdarsteller, die auf ausgeglichene Unterhaltung hoffen lassen. Allen voran Oscar-Preisträger Jamie Foxx ("Ray") der durch seine Leistung in den Filmen, in denen er mitspielte, stets die Aufmerksamkeit des Publikums erhielt. An seiner Seite spielt mit Jessica Biel ("Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre") die geeignete Partnerin, um dem männlichen Anteil der Zuschauer etwas fürs Auge zu bieten. Damit der weibliche Anteil, der mit Mr. Foxx vielleicht nicht ganz so viel anzufangen weiß, doch noch einen Eyecatcher bekommt, wurde der dritte Pilotensitz des Geschwadertrios mit Josh Lucas ("Sweet Home Alabama") besetzt. Doch auch weitere kleinere Rollen wurden recht namhaft vergeben. So finden sich unter den Schauspielern Sam Shepard ("Der Stoff aus dem die Helden sind"), Richard Roxburgh ("Van Helsing"), Joe Morton ("Einsame Entscheidung") und Jason Lee ("Vanilla Sky").

Aber vielleicht hätte Regisseur Rob Cohen ("The Fast and the Furious") besser etwas mehr Starpower in das Drehbuch investieren sollen, denn was W.D.Richter ("Needful Things - In einer kleinen Stadt") aufbietet, ist lediglich ein liebloses Sammelsurium geklauter Ideen, vermischt mit platten und teils peinlichen Dialogen, ohne Herz und relativ uninteressant. Höhepunkt der Peinlichkeiten sind vor allem die Gespräche zwischen den drei Piloten, die selbst so manche Teenie-High-School-Plattheit noch in den Schatten stellen. Nicht viel besser ist das sprechenden Flugzeug, das sich wie ein Roboter aus einem Science-Fiction-Film der 70er-Jahre verhält und nicht gerade zur Ernsthaftigkeit beiträgt. Das Finale ist dann die Kirsche auf der Sahnetorte und an Schmalzigkeit nicht zu überbieten. Abgerundet wird das Gesamtbild durch Actioneinlagen wie das millimetergenaue Sprengen eines Hochhauses mitten in einer Großstadt, das nach dem Einschlag einer Spezialrakete in sich zusammenfällt, ohne eines der sehr nahe gelegenen Häuser in irgendeiner Weise in Mitleidenschaft zu ziehen.

Aber ganz so schlecht wie es sich anhört, ist "Stealth" dann letzten Endes doch nicht. Denn die Action hat ihren Reiz und kann fesseln, was vor allem an den Hochgeschwindigkeitsaufnahmen liegt, die Rob Cohen sehr gut eingefangen hat. Wenn eine Actionsequenz an der Reihe ist, kann man mit einigem Krach und Krawumm rechnen. Zu den positiven Eindrücken gesellen sich auch einige tolle Aufnahmen, gemäß dem Thema in der Regel aus, bzw. in der Luft. Wem das für einen unterhaltsamen Abend vor dem Schirm reicht, wird sicherlich ordentlich bedient. Wer aber schon der Meinung ist, dass Michael Bay ("Armageddon") in seinen Filmen nur inhaltslose Action mit reichlich Pathos bietet, wird bei "Stealth" erkennen müssen, dass Bay das ganze wenigstens so gut verpackt, dass es nicht gleich so offensichtlich präsentiert wird wie eine Sonnenfinsternis in der Sahara. Da hilft es auch nicht, dass die Musik wie bei "Armageddon" geklaut klingt und die Helden des Films in Zeitlupe voller Stolz durch das Bild schleichen. "Stealth" liefert somit den Beweis, dass auch zum Drehen sinnfreier, dafür aber packender Action-Unterhaltung zumindest ein wenig Inhalt im Drehbuch vorhanden sein muss.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt bei den Konturen stellenweise ein wenig schwach und insgesamt nicht immer ganz scharf. In Sachen Ton bietet der Film aber alles auf, was man sich von einem Actionkracher erhofft. Mit einem äußerst breiten Raumklang und reichlich Effekten reißt er den Zuschauer mitten auf den Pilotensitz. Es gibt nur wenige Filme, die ein solch dreidimensionales Klangbild bieten. Die dts-Spur hat gegenüber der Dolby-Digital-5.1-Variante leichte Vorteile.

Das Bonusmaterial beschäftigt sich mit der Musik im Film und wie wichtig diese für Regisseur Rob Cohen war. Hintergründe zum Dreh und zu der Entstehung von "Stealth" gibt es keine. Diese sind für eine angekündigte Special Edition reserviert.

Fazit:
Was die Actioneinlagen betrifft, bietet "Stealth" feinste Kost, die nicht zuletzt durch den krachenden und dreidimensional wirkenden Sound funktioniert. Inhaltlich hätte der Film aber besser den Unsichtbarkeitsmodus einschalten sollen, denn was in dieser Hinsicht geboten wird, ist wahrlich unterirdisch und lässt die Filme Michael Bays wie Klassiker mit inhaltlichem Tiefgang erscheinen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,40:1
2,40:1
115:59 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Die Musik in "Stealth - Unter dem Radar"
  • Musikvideo "Make a move" von Incubus
  • Trailer
Stealth - Unter dem Radar - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Stealth - Unter dem Radar
Stealth

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Tolle Action, aber ein Drehbuch, das selbst für einen B-Movie reichlich dämlich wäre


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Rob Cohen
Drehbuch:
W.D.Richter
Darsteller:
Josh Lucas, Jessica Biel, Jamie Foxx, Sam Shepard, Richard Roxburgh, Joe Morton, Ian Bliss, Jason Lee

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
14.02.2006