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DVD-Besprechung - Stephen King's Riding the Bullet

Story:
Als Alan Parker (Jonathan Jackson) vom Schlaganfall seiner Mutter (Barbara Hershey) erfährt, macht er sich gleich auf den Weg, sie im Krankenhaus zu besuchen. Da es 1969 allerdings noch nicht so üblich ist, dass Studenten einen eigenen Wagen besitzen und auch öffentliche Verkehrsmittel von seinem Campus ins entfernte Castle-Rock-Krankenhaus nicht regelmäßig verfügbar sind, entscheidet er sich zu trampen. Dies ist allerdings eine Alternative, die ihn auf Grund seiner Erlebnisse für den Rest des Lebens prägen soll.

Meinung zum Film:
Autor Stephen King liebt zwei Dinge in seinen Werken ganz besonders - zum einen seinen Heimatbundesstaat Maine, und dort insbesondere das Städtchen Castle Rock, zum anderen die wilden 60er Jahre, in denen der Autor seine Jugend erlebte. Beides vereinte er auch in seiner Geschichte "Riding the Bullet". Regisseur und Drehbuchautor Mick Garris, der u.a. mit den Verfilmungen zu "Sleepwalker" und "The Stand - Das letzte Gefecht" sein Gespür für die Umsetzung der literarischen Vorlagen Kings unter Beweis stellen konnte, scheint ebenfalls einen Gefallen an diesen Zutaten zu haben und setzte mit zeitgenössischer Musik und dem Hippie-Flair der Zeit den passenden Rahmen.

Während die Geschichten von Stephen King in der Regel immer sehr gut aufgebaut sind und eine sich langsam entwickelnde, durchgehend interessante Story zu bieten haben, ist dies bei "Riding the Bullet" eher weniger der Fall. Als grober Rahmen dient die Reise von Alan zum Krankenhaus, in dem seine Mutter liegt, zu der er in letzter Zeit nur wenig Kontakt hatte und dabei reichlich über sein bisheriges Leben nachdenkt. Geprägt wird der Film aber weniger durch den Inhalt, als vielmehr durch die visuellen Eindrücke, die zwischen Ebenen und Orten wechseln, wie man es aus einem Alptraum kennt. Sicherlich wird im Laufe der Ereignisse auch immer wieder der ein oder andere schicksalhafte Moment aus dem Leben Alans präsentiert. Doch wenn man den Film allein aus dieser Perspektive bewertet, kann er nur sehr wenig überzeugen, was zum Teil sicherlich auch am eher farblosen Spiels Jonathan Jacksons ("Dirty Dancing 2") liegen mag, zu dem sich nie eine rechte Bindung als Zuschauer aufbauen will.

Wo der Film dann aber eindeutig seine starken Momente hat, ist in seinen Bildern. Mick Garris wechselte immer wieder die Zeitebene und zeigt in Bildern, welche Momente Alan in seiner Kindheit durchgemacht hat. Für spannende Augenblicke sorgen die Vorausahnungen des Helden, in denen er sich immer wieder vorstellt, was schreckliches im nächsten Moment passieren kann. Es ist zwar meistens erkennbar, dass es sich wieder nur um ein Gedankenspiel handelt, aber dennoch verfehlen diese Einstellungen nicht ihren Effekt. Zusätzlich gibt es auch noch eine ganze Reihe von Erscheinungen, die Alan auf seinem Weg begleiten, wie in etwa sein Gewissen, das sich für ihn immer wieder in einer Zwillingsgestalt seiner selbst manifestiert. Durch diese Elemente behält der Film die ganze Zeit über eine alptraumhafte Stimmung, die ihn über die gesamte Spieldauer spannend gestaltet und durchaus sehenswert macht.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist klar und präsentiert sich in einer Form, wie man sie von aktuellen Produktionen erwarten kann. Der deutsche Ton, der sowohl in Dolby Digital 5.1 als auch dts vorliegt, kann durch seine kraftvolle Dynamik überzeugen und setzt zu den passenden Momenten gekonnt und unterstützend die Effektlautsprecher ein.

Die Verleihversion zu "Riding the Bullet" hat außer dem Trailer keine Extras zu bieten. Die Ende Juli erscheinende Verkaufsversion soll nach Angaben des Vertriebs mit reichlich Extras ausgeliefert werden.

Fazit:
Bei "Riding the Bullet" ist es sicherlich nicht die Story, die den Zuschauer fesselt. Vielmehr kann er auf Grund seiner visuellen und stimmungsvollen Art zu den gelungenen Umsetzungen eines Buches von Stephen King gezählt werden, die man sich als Freund von gepflegtem Horror nicht entgehen lassen sollte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
95:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Trailer
Stephen King's Riding the Bullet - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Stephen King's Riding the Bullet
Riding the Bullet

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine eher schwache Story, dafür aber eine albtraumhafte und sehenswerte Inszenierung


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
Mick Garris
Drehbuch:
Mick Garris (nach einem Roman von Stephen King)
Darsteller:
Jonathan Jackson, David Arquette, Cliff Robertson, Barbara Hershey, Erika Christensen, Barry W. Levy, Jackson Warris, Jeff Ballard

Label Deutschland :
MC One
Verkaufsstart Deutschland :
28.07.2005