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DVD-Besprechung - Stripes - Ein Zebra im Rennstall

Story:
Als Stripes noch ein Zebra-Baby war, wurde er aus Versehen von seinem Heimatzirkus zurückgelassen und wuchs auf einem Bauernhof auf. Dumm nur, dass dort gleich nebenan Rennpferde gezüchtet werden, was Stripes auf den Gedanken bringt, selbst ein Rennpferd zu werden. Und obwohl er von den echten Galoppern auf Grund seines äußeren Erscheinungsbildes nur ausgelacht wird, lässt er sich von seinem Ziel nicht abbringen. Und dank seiner Beharrlichkeit bekommt er eines Tages die Chance, an einem Rennen teilzunehmen - nun liegt es an ihm, der Welt und seinen Zweiflern zu beweisen, dass er sehr wohl in der Lage ist, ein Wettrennen zu gewinnen.

Meinung zum Film:
Was hat es nicht alles schon gegeben, das mit menschlicher Zunge gesprochen hat, obwohl dies eigentlich nicht sein sollte. Unter anderem gab es dieses zuckersüßes Schweinchen, das auf den entzückenden Namen "Babe" hörte. Es war ein Waise, das nach seinem Platz in der Welt suchte. Und ein ähnliches, vergleichbares Prinzip verfolgt auch "Stripes - Ein Zebra im Rennstall", wo das Zebra Stripes ebenfalls als Findelkind sich in den Unwägbarkeiten einer neuen Umwelt zurechtfinden muss. Im deutschsprachigen Kino floppte der Film zwar auf der ganzen Linie, doch der Heimkino-Bereich ist ein ganz anderer und vielleicht kann das Rennzebra hier ja sein Publikum finden?

Gründe, sich den Film anzusehen, gibt es genügend. Der größte von allen sind sicherlich die herrlich auf den Bildschirm gebrachten Tiere, die sich "Lippensynchron" und mit reichhaltiger Mimik innerhalb von wenigen Sekunden tief in die Herzen des jungen Publikums spielen werden. Doch nicht nur die Kleinen werden an den Tieren ihren Spaß haben, auch reifere Semester werden sich ihrem Charme kaum entziehen können. Ob das Zebra einer Stute versucht, zu imponieren und dabei mit dem Kopf gegen einen Baum knallt oder ein verrückter Pelikan den großen Helden markiert, dann aber bei der kleinsten Aufregung gleich verschreckt zusammenzuckt - zu Lachen gibt es reichlich. Wenn dann auch noch die beiden abgedrehten Fliegen nach dem ersten Drittel in den Film einsteigen, ist die verrückte Familienunterhaltung perfekt. Die Handlung selbst bietet zwar nur Schonkost, dem Unterhaltungsfaktor schadet dies jedoch nicht.

Die Stimmen der Tiere haben fast durchgehend einen großen Wiedererkennungswert. Stripes wird vom "Millionär-Macher" Günther Jauch gesprochen und ist zusammen mit Pop-Sternchen Jeanette Biedermann als Stute Sandy im Vergleich zu den Kollegen eher als durchschnittlich zu bezeichnen. Ganz anders sieht das mit Mario Adorf ("Rossini") als brummeligen Mentor Stripes aus, der perfekt auf die Rolle passt. Als gute Freundin zur Seite steht ihm Iris Berben ("Die Patriarchin") als Ziege Franny. Für Comedy-Highlights sorgen die beiden Schmeißfliegen Buzz und Scuzz, die von Christian Tramitz ("Der Schuh des Manitu") und Rent-Boy Oliver Pocher gesprochen werden, sowie Moritz Bleibtreu ("Lola rennt") als großmäuliger Pelikan Goose, Ottfried Fischer ("Der Bulle von Tölz") als Gemüts-Hund Lightning und Heiner Lauterbach ("Opernball") als überdrehter Gockel Reggie. Es mag die Kino-Müdigkeit gewesen sein, die den Film an den deutschen Kinokassen scheitern lies. Jetzt, wo der Film in den Video-/Media-Theken steht, wird es aber höchste Zeit, sich die Abenteuer von Stripes und seinen verrückten Freunde anzusehen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bietet keinen Anlass zur Klage und gleiches gilt auch für den deutschen Ton in Dolby Digital 5.1, der klar verständlich und vor allem durch die Musik einen angenehmen Raumklang vermittelt.

Nach dem Ende des Filmes gibt es noch weiteren Spaß. Der Blick hinter die Kulissen ist eher unbedeutend, was man über die fünf nicht verwendeten Szenen nicht sagen kann, in denen vor allem der verrückte Hahn ein bisschen für Unterhaltung sorgt. Was nicht fehlen darf, ist ein Beitrag über die tierischen Darsteller und die Tricks, wie man sie dazu brachte, die gewünschten Aktionen zu vollbringen. Weiter geht es mit einem Beitrag darüber, wie man den Tieren mittels Computeranimationen Sprechen und passende Mimik beibrachte. Spätestens nach diesem Beitrag, der u.a. auch von den US-Synchronarbeiten berichtet, will man sich den Film noch einmal in der Originalversion ansehen, in denen u.a. Dustin Hoffman und Whoopie Goldberg zu hören sind. Es folgen ein alternatives Ende, ein Bericht über die Musik von Sting und Bryan Adams zum Film, eine ganze Menge Interviews mit den Darstellern, englischen Sprechern und der Crew, ein englischsprachiger Zeichentrickfilm mit der Vorgeschichte zum Film, sowie Audioberichte der deutschen Synchronstimmen. Insgesamt eine sehr gute Mischung aus Information und Unterhaltung, die sowohl von jungen als auch von älteren Zuschauern genossen werden kann.

Fazit:
Auch wenn "Stripes - Ein Zebra im Rennstall" im Kino gescheitert ist, sollte man ihn sich im Heimkino auf gar keinen Fall entgehen lassen. Vor allem wenn man jüngere Kinder hat, wäre es fast schon unverzeihlich, ihnen dieses unterhaltsame Filmvergnügen für die gesamte Familie vorzuenthalten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,78:1
1,78:1
97:39 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Blick hinter die Kulissen
  • Deleted Scenes
  • Tier-Training
  • Wie man Tiere zum Sprechen bringt
  • Alternatives Ende
  • Interviews
  • Die Musik
  • Zeichentrickfilm
  • Die deutschen Synchronstimmen
Stripes - Ein Zebra im Rennstall - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Stripes - Im Rennstall ist das Zebra los
Racing Stripes

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wenn man Filme mit dem Herzen dreht, hat man bereits gewonnen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südafrika / USA, 2005
Regie:
Frederik Du Chau
Drehbuch:
David Schmidt (nach einer Idee von David Schmidt, Steven P. Wegner, Kirk DeMicco, Frederik Du Chau)
Darsteller:
Günter Jauch, Mario Adorf, Iris Berben, Christian Tramitz, Oliver Pocher, Moritz Bleibtreu, Ottfried Fischer, Heiner Lauterbach

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
08.09.2005