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DVD-Besprechung - Suspect Zero - Im Auge des Mörders

Story:
Tom Mackelway (Aaron Eckhart) ist gerade erst von der FBI-Zentrale in ein abgelegenes Nest versetzt worden, als er auf die Jagd nach einem Serienkiller angesetzt wird. Unterstützt wird er zu seinem Erstaunen durch seine ehemalige Kollegin und Lebensgefährtin Fran Kulok (Carrie-Anne Moss), die von Bureau entsandt wird. Doch der Killer Benjamin O'Ryan (Ben Kingsley) geht akribisch bei der Ausübung seiner Taten vor und hinterlässt nur die Spuren, die er bewusst für die Ermittler plaziert. Die Wahl der Opfer ist alles andere als zufällig - und schon bald stellt sich die Frage, wie verwerflich die Taten O'Ryans gewertet werden können.

Meinung zum Film:
Sir Ben Kingsley gehört mit zu den beeindruckendsten und wandlungsfähigsten Darstellern, die Hollywood derzeit zu bieten hat. Ob als Friedensbote Mahatma Gandhi im gleichnamigen Film, als sturköpfiger und bis in den Tod vom Stolz zerfressener Immigrant in "House of Fog and Sand" oder nun als gezeichneter und kaltblütiger Killer, er gibt allen Figuren das notwendige Gesicht, um sie glaubwürdig und authentisch wirken zu lassen. Die Figur des Benjamin O'Ryan wandelt zwischen tiefer Trauer, akribischer Sorgfalt, Kaltblütigkeit und tiefen Schmerz. Doch Ben Kingsley schafft es bemerkenswert, diese Aspekte allesamt präsent zu machen und als natürlich zusammengehörend zu zeigen. Selbst den übernatürlichen Part, der gegen Ende zum Tragen kommt, nimmt man ihm trotz der eher unglaubwürdigen Auslegung ab. Durch schlechtes Spiel wäre ab diesem Teil des Filmes die Glaubwürdigkeit der Figur O'Ryan zerstört gewesen.

Aber auch der Rest der Besetzung ist alles andere als "No Name"-Stangenware aus den langen Schlangen vor Hollywoods Casting-Büros. Aaron Eckhart konnte unter anderem als Großindustrieller in "Paycheck" den Unsympathen geben, nachdem er in "Erin Brockovich" bewiesen hat, dass Biker ein Herz aus Gold haben. In "Suspect Zero" spielt er nun bemerkenswert gut einen gescheiterten FBI-Agenten, der durch eine falsche Entscheidung sein Leben ruinierte, und nun in einer Kleinstadt einen Neuanfang machen will. An seiner Seite spielt Carrie-Anne Moss, die durch eine einzige Rolle Filmgeschichte schrieb. Durch die Verkörperung der komplett in Leder gehüllten Trinity in der Matrix-Trilogie regte sie nicht nur die S/M-Fantasien von Fetischisten an, sondern schaffte es auch in die Herzen der Fans. Als Ehemalige von Agent Mackelway kann sie diesmal nicht ganz so viel glänzen, vor allem da sie nur eine eher kleine Rolle hat, liefert aber immerhin eine solide, wenn auch recht unauffällige Leistung ab.

Regie führte E. Elias Merhige, der zuvor schon einmal einen bemerkenswerten Film schuf. Mit "Shadow of the Vampire" setzte er Friedrich Wilhelm Murnau, einer der größten Filmemacher aus den Anfängen des Films, ein Denkmal, indem er in seinem Spielfilm die Arbeit an "Nosferatu" mit Max Schreck in der Titelrolle zeigte und dabei mit einigen Legenden um die Entstehung spielte. Das Drehbuch zu "Suspect Zero" stammt aus dem Rechner von Zak Penn, der mit "X-Men 2" und "Elektra" schon positiv in Erscheinung trat. Doch trotz der geballten Power an Kreativität schafft es der Film nicht so recht, komplett in seinen Bann zu ziehen. Es fehlt im vor allem an dramatischen Szenen, die unterschwellige Spannung in temporeiche Anspannung wandelt. Der Thriller mit einem Touch Übersinnlichem ist bei weitem nicht schlecht, doch es fehlt ihm einfach das gewisse Etwas, das ihn aus der breiten Masse ähnlicher Produktionen hervorheben würde. Er ist ein solider Film, den man sich auf jeden Fall ansehen kann, der aber nicht unbedingt auf der Liste der Streifen stehen muss, die man auf gar keinen Fall verpassen darf.

Digitale Aufarbeitung:
Einziger Kritikpunkt an einem ansonsten guten Bild ist die etwas grobkörnige Erscheinung. In Bezug auf Farben und Kontrast gibt es keine Kritikpunkte. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich und die hintere Lautsprecherfront wird vor allem durch den Score immer wieder verwendet.

Das Bonusmaterial fällt mit lediglich dem Trailer zum Film recht mager aus.

Fazit:
"Suspect Zero" ist ein ordentlicher Thriller mit übernatürlichem Einschlag, der es allerdings nicht schafft, sich aus der Masse ebenfalls guter Thriller hervorzuheben. Es fehlt ihm insgesamt ein bisschen an Tempo und Dramatik. Mit Cast & Crew wäre eigentlich mehr drin gewesen, sehenswert ist das vorliegende Ergebnis aber allemal.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
95:31 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Suspect Zero - Im Auge des Mörders - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Suspect Zero - Im Auge des Mörders
Suspect Zero

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ordentlicher Thriller mit guter Besetzung, Tempo und Dramatik werden allerdings vermisst


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
E. Elias Merhige
Drehbuch:
Zak Penn
Darsteller:
Aaron Eckhart, Ben Kingsley, Carrie-Anne Moss, Harry J. Lennix, Kevin Chamberlin, Julian Reyes, Keith Campbell, Chloe Russell, Ellen Blake, William B. Johnson

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
19.04.2005