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DVD-Besprechung - Sympathy for Mr. Vengeance

Story:
Der taubstumme Ryu (Shin Ha-kyun) hat nur einen einzigen Wunsch: Er will seiner todkranken Schwester eine Nierentransplantation ermöglichen, damit sie weiterleben kann. Als das benötigte Organ zur Verfügung steht, fehlt es allerdings am notwendigen Geld um die Operation bezahlen zu können. Ryu entschließt sich gemeinsam mit seiner Freundin Cha Yeong-mi (Chao Du-na) die Tochter von Park Dong-jin (Song Kang-ho) zu entführen, um den benötigten Betrag zu erpressen. Als er jedoch den Koffer mit dem Geld in den Händen hält und alles für die Transplantation bereitsteht, hält das Schicksal eine fatale Wendung mit blutiger Konsequenz bereit.

Meinung zum Film:
Der koreanische Star-Regisseur Park Chan-Wook hat zu letzt mit seinem "Oldboy" auch im Westen für reichlich Aufsehen gesorgt. 2003 kam selbst die Jury in Cannes zu der Ansicht, dass der Film eine außergewöhnliche Klasse besitzt und zeichnete den Filmemacher mit dem großen Preis der Jury aus. Mit "Sympathy for Mr. Vengeance" erscheint von I-On New Media nun ein weiterer große Erfolg aus Süd-Korea von Park Chan-Wook, nachdem sein erster abendfüllender Film "JSA - Joint Security Area" bereits seit längerem in Deutsch zu haben ist. Inhaltlich bietet "Mr. Vengeance" eine Art Zwischenschritt zu "JSA" und "Oldboy". Zum einen hat er ernsthafte und dramatische Momente zu bieten, wie sie das Grenzdrama "JSA" die meiste Zeit über dominieren, zum Anderen gibt es aber auch die actionreichere und blutigere Gangart zu erleben, die "Oldboy" prägte.

Etwas neues stellt der Humor im Film dar, der in einer nicht immer ganz leicht einzuordnenden Weise präsentiert wird. Beschreiben lässt er sich am ehesten als tragikkomischer Slapstick, der teilweise schwer zu verdauen ist. Denn während z.B. bei den Filmen Takashi Miikes ("The City of Lost Souls") der Witz eindeutig überzogen und wenig real wirkt, behalten die spaßig anmutenden Momente in Chan-Wooks-Film eine tiefe Ernsthaftigkeit, wodurch das Lachen teils von einem dicken Klos im Hals erstickt wird. Der Regisseur versteht es wie nur wenige, mit seinen Filmen zu bewegen, blutige Gewaltphantasien ohne Effekthascherei zu zelebrieren und ohne dabei eine klare Grenze zwischen Gut und Böse zu ziehen. So ist Ryu z.B. die tragische Figur, die nur das Leben seiner Schwester retten möchte, dabei allerdings mit einer kindlichen Naivität an die Sache herangeht, die ihn ins Verderben stürzt und anderen Menschen das Leben kostet. Es gibt zwar auch eindeutig als böse abgestempelte Charaktere, die allerdings nur in Nebenrollen agieren. Die als Hauptfiguren, sich gegenüber stehenden Personen, bewegen sich allesamt in einem grauen Bereich, der die Verteilung der Sympathien des Publikums alles andere als leicht macht.

Über weite Strecken wird die Geschichte interessant erzählt, doch gerade zu Beginn gibt es auch die ein oder andere Länge zu überstehen. Auch die Tatsache, dass es bis auf wenige Ausnahmen keine Musik gibt, macht es nicht immer ganz leicht, die Stimmung des Films zu greifen. Ein letzter kleiner Kritikpunkt ist die nicht immer ganz schlüssige Handlung in der zweiten Hälfte des Filmes, wo man sich als Zuschauer schon mal fragt, ob man nicht grundlegende Erklärungen verpasst hat. Doch diese kleineren Unschönheiten ändern nichts daran, dass "Sympathy for Mr. Vengeance" ein Action-Drama mit gutem Unterhaltungspotential ist. Allerdings könnten die teils blutigen Bilder, die es trotz einer FSK-16-Einstufung in voller Länge in den Film geschafft haben, dem ein oder anderen zartbesaiteten extrem übel aufstoßen. Wer sich daran nicht stört sollte auf jeden Fall einmal überprüfen, wem er seine Sympathien schenkt.

Digitale Aufarbeitung:
Für eine Produktion aus Fernost ist das Bild recht gut geworden. Die Konturen sind zwar nicht sonderlich scharf ausgefallen, teilweise sind bei Lichtübergängen Abstufungen durch die Kompression zu erkennen, leichte Nachzieheffekte sind auszumachen und die Farben wirken insgesamt ein klein wenig matt, doch sind dies nur kleinere Unschönheiten, gerade wenn man andere asiatische Veröffentlichungen zum Vergleich heranzieht. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 fällt sehr klar aus und auch im räumlichen Bereich gibt es auch was zu erleben. Wie z.B. gleich zu Beginn, bei Szenen in der Fabrik, wenn der Zuschauer durch rundum Tumult mitten in die laute Arbeitswelt versetzt wird.

Das Bonusmaterial fällt eher dürftig aus. Außer drei Trailern und einem rund 30-minütigen Blick hinter die Kulissen des Drehs, der unkommentierte Aufnahmen vom Set im O-Ton präsentiert und eher ermüdend als bereichernd ist, ist in dieser Sektion nichts zu vermelden.

Fazit:
"Sympathy for Mr. Vengeance" ist ein durchdachtes und packendes, stellenweise allerdings auch ein klein wenig langatmiges Action-Drama, dass nicht ganz an "Oldboy" heranreichen kann, aber dennoch absolut sehenswert ist. Die DVD-Umsetzung ist ordentlich gelungen, lediglich beim Bonusmaterial hätte man sich etwas mehr Hintergrundinformationen gewünscht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
121:02 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Behind the Scenes
Sympathy for Mr. Vengeance - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Sympathy for Mr. Vengeance
Boksuneun naui geot

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Die Verteilung der eigenen Sympathien zu Gunsten einer der beiden Parteien im Film ist alles andere als einfach


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2002
Regie:
Park Chan-Wook
Drehbuch:
Lee Jae-sun, Lee Mu-yeong, Lee Yong-jong, Park Chan-wook
Darsteller:
Song Kang-ho, Shin Ha-kyun, Bae Du-na, Lim Ji-Eun, Han Bo-bae

Label Deutschland :
I-On New Media
Verkaufsstart Deutschland :
30.05.2005