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DVD-Besprechung - Three...Extremes

Story:
"Dumplings" erzählt von der alternden Schauspielerin Lee Ching (Mi Mi Lee), die sich bei der mysteriösen Mei (Bei Ling) eine Teigtasche mit besonderer Wirkung kauft. Angeblich hat das Nahrungsmittel eine verjüngende Wirkung und selbst als Lee hinter das Geheimnis der Verjüngungskur kommt, lässt sie sich nicht von der Einnahme abhalten - mit fatalen Folgen. Die Probleme des Regisseurs Ryu (Lee Byung-hun) in der Folge "Cut" sind ganz anderer Art. Ein ehemaliger Statist (Lim Won-hie )hält ihn und seine Frau (Kang Hye-jeong) in seinem Haus gefangen und der Eindringling verlangt von ihm, dass er ein Kind erwürgt. Tut er dieses nicht, wird der Gewalttäter seiner Frau, die eine erfolgreiche Pianistin ist, die Finger abtrennen. Die Ängste von Kyoko (Kyoko Hasegawa) liegen in der Episode "Box" in ihren Alpträumen, die sie Nacht für Nacht durchleben muss und in denen sie lebendig in einer Schachtel begraben wird. Irgendwann wird ihr bewusst, dass ein Schachtel schon einmal in ihrer Vergangenheit eine große Rolle gespielt hat.

Meinung zum Film:
Drei große Regisseure aus dem asiatischen Raum haben sich zusammengetan, um in 3 Episoden ohne Zusammenhang dem Zuschauer das Fürchten zu lernen. In der ersten Episode "Dumplings" erzählt der in Europa eher unbekannte Fruit Chan über eine Hexe der Moderne. Seine Episode glänzt in erster Linie durch das herrliche Spiel der Kamera mit den Kulissen, die langsam durch die Gegend streift und nach interessanten Dingen Ausschau hält. Die Kurzgeschichte ist ein kurzer Vorgeschmack auf den abendfüllenden Spielfilm "Dumplings", in der die durch ihren freizügigen Berlinale-Auftritt ins große Rampenlicht der Boulevard-Presse getretenen Bai Ling ("The Crow") die Hauptrolle spielt. Aber schon in der Kurzfassung kann man den Ekel und den Unwohlseinfaktor des jugendlichen Schönheitswahn erkennen, den man mit jedem noch so abstoßenden Mittelchen befriedigen will. Für so manch schwachen Magen wird die Erkenntnis über die Zutaten der Teigtaschen eine echte Probe darstellen, vor allem wenn Lee Ching diese trotz des Wissen genüsslich verspeist. Selten wurde der Magen des Zuschauers so dazu ermuntert, das zuvor verspeiste wieder ans Tageslicht zu holen.

In der zweiten Episode mit dem Titel "Cut" erzählt der zu den Süd-Koreanischen Künstlern gehörende Park Chan-Wook eine gewohnt verzwickte Geschichte. Wie schon in seinen Meisterwerken "Sympathy for Mr. Vengeance" und vor allem "Oldboy" gibt es auch in seiner Kurzgeschichte eine fatale Situation, die durch ihre Verstrickung und der Begründung, aus der heraus sie entstanden ist, tragisch wirkt. Allerdings hat der Film teilweise einen recht schwarzhumorigen bis albernen Unterton, der nicht so recht gefallen will. Die Episode ist dadurch vor allem zu Beginn etwas langatmig und von der Stärke eines "Oldboy" meilenweit entfernt. Die Mischung aus Zynismus und Ernsthaftigkeit will einfach nicht so recht zünden. Die Grundidee ist nicht schlecht, die Umsetzung eher durchschnittlich, stellenweise sogar viel zu albern. Erst zum Ende hin bekommt "Cut" die Klasse, die man von Park Chan-Wook gewohnt ist und die letzten 10 Minuten sind dann die von ihm gewohnt hohe Kunst.

Den Abschluss des Trio Infernal bildet das Enfant Terrible Japans -Takashii Miike ("Dead or alive", "Ichi - Der Killer"). In seinem Beitrag mit dem Titel "Box" bedient er sich einer menschlichen Angst, die so manchen um den Schlaf bringen kann - lebendig begraben zu sein. Wer nun aber einen mit schrillen und comichafter Gewalt vollgestopften Film erwartet, wird erstaunt sein. Denn die Episode von Meister Miike ist sehr ruhig ausgefallen und steht im krassen Gegensatz zu dem, was man von ihm gewohnt ist. Wüsste man im Vorfeld nicht, von wem "Box" stammt, man würde sicherlich nicht darauf kommen. Der japanische Kultregisseur beweist, dass er auch die leisen Töne zu präsentieren weiß und er zieht das Publikum langsam in die graue Welt seiner Hauptdarstellerin, die verfolgt von ihrem nächtlichen Alptraum wie abwesend durch die Welt läuft. Er hat einen sehr feinsinnigen Grusel-Stoff erschaffen, der in den Augen vieler den Höhepunkt der drei Episoden darstellen dürfte. Miike sollte sich in Zukunft ruhig öfter auf ruhige Gruselstimmung konzentrieren, und dadurch die Welt mit mehr Material dieser Art beglücken!

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild sieht gut aus und lediglich die eher mageren Details und leichten Überblendungen an den Kanten entsprechen nicht ganz dem Maßstab, den man von aktuellen Produktionen gewohnt ist. Der deutsche Ton in wahlweise Dolby Digital 5.1 oder dts ist klar zu verstehen, hat im hinteren Bereich aber eher selten etwas zu bieten.

Als Bonus gibt es lediglich den Trailer zum Film.

Fazit:
"Three ... Extremes" ist eine gute Horror-Mischung von drei führenden Regisseuren aus Fernost. Auch wenn es keine Verbindung zwischen den Geschichten gibt, bietet der Film in gut 2 Stunden beste Unterhaltung für Freunde derartiger Unterhaltungskost.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
121:10 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Japanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Three...Extremes - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Three...Extremes
Three...Extremes

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine bunte Kiste dreier Horror-Extreme aus Fernost


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hong Kong / Japan / Südkorea, 2003
Regie:
Fruit Chan, Park Chan-Wook, Takashii Miike
Drehbuch:
Haruko Fukushima, Lilian Lee, Park Chan-wook, Bun Saikou
Darsteller:
Bai Ling, Kang Hye-Jeong, Atsuro Watabe, Lee Byung-hun, Yun Jung-ah, Mitsuru Akaboshi, Kyoko Hasegawa

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
05.01.2005