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DVD-Besprechung - Van Veeteren 1

Story:
Chefinspektor Van Veeteren (Sven Wollter) quittiert seinen Dienst bei der Kriminalpolizei und geht in Pension. Als jedoch in kurzer Folge zwei mit einer Axt geköpfte Mordopfer aufgefunden werden, zwischen denen zunächst keine Zusammenhänge erkennbar sind, mischt sich Van Veeteren wieder in die Ermittlungen ein. Dabei gerät er schnell mit dem übereifrigen und reichlich phantasielosen Chefermittler De Klerkk (Ulf Friberg) aneinander. Nebenbei muss sich Van Veeteren jedoch auch noch mit innerfamiliären Problemen in Gestalt seines drogenabhängigen Sohnes Erich (Josef Säterhagen), der 5 Tage Freigang hat, herumschlagen und strebt eine Versöhnung mit ihm an.

Meinung zum Film:
Håkan Nesser, der Autor der zehnteiligen Van Veeteren-Krimireihe, ist momentan neben Henning Mankell der wohl bekannteste und meistgeschätzte Kriminalautor Schwedens. Von den Van Veeteren-Romanen wurden alleine im deutschen Sprachraum deutlich mehr als 2 Millionen Exemplare verkauft. Håkan Nesser wurde bereits dreimal mit dem Schwedischen Krimipreis ausgezeichnet. "Der unglückliche Mörder" erhielt 1999 von der Skandinavischen Krimigesellschaft den "Glasnyckel", den Preis für den besten skandinavischen Kriminalroman. Die sechs Verfilmungen der Van-Veeteren-Krimis, "Das vierte Opfer", "Münsters Fall", "Moreno und das Schweigen", "Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod", "Der unglückliche Mörder" und "Sein schwerster Fall" erscheinen chronologisch in drei DVD-Boxen mit jeweils zwei Titeln. Die TV-Erstausstrahlung der ersten Folge, "Das vierte Opfer", erreichte in der ARD 2,98 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 11,9 Prozent. Produziert wird die Krimireihe von AB Svensk Filmindustri in Kooperation mit der ARD/Degeto Film GmbH, TV 4, Gotland Filmfond, TV 2 Dänemark, TV 2 Norwegen und mit Unterstützung von Canal + und AV Nordisk Film & TV Fond/Sven Abrahamsen. Die Ausstrahlung der restlichen Folgen vollzieht sich vom 8.7. - 12.8. 2007., jeweils sonntags um 21:45 Uhr.

Komissar Van Veeteren beginnt sich bereits kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst zu langweilen und reaktiviert daher seine Kontakte zu Kommissar Münster (Thomas Hanzon) und seiner Kollegin Ewa Moreno (Eva Rexed), die er stets als Mentor und väterlicher Freund begleitet hat. Die Identifikation mit Van Veeteren wird dem Zuschauer von Beginn an alles andere als einfach gemacht. Van Veeteren weiß mit seinem untrüglichen, jahrelang bewährten Riecher grundsätzlich alles besser, erweist sich als schlechter Vater, der seine Arbeit stets seinem Sohn vorgezogen hat und frisst, laut Aussage eines langjährigen Kollegen, jeden auf, der in seiner Nähe ist. In der ersten Folge wird außerdem mit dem Holzhammer das Motiv Altwerden bemüht. Van Veeteren steht zweifelnd vor dem Spiegel, seine Kollegen konfrontieren ihn ständig damit, wie alt er doch aussehe und die von ihm eingeschlagene Gehgeschwindigkeit in Kombination mit der gebeugten Körperhaltung erinnert eher an einen 85-jährigen in schlechter körperlicher Verfassung, denn an einen Menschen Mitte 50. Leider passt sich die Entwicklung der Geschichte nahtlos dieses äußerst gemächliche Tempo an und kommt auf der kriminalistischen Seite nie wirklich in die Gänge. Immer wieder werden die Ermittlungen im Fall des Axtmörders durch den Vater-Sohn-Konflikt unterbrochen. Van Veeteren betont dabei zwar immer wieder seine guten Vorsätze, handelt aber genau gegenteilig und bringt Erich immer wieder gegen sich auf. Erich konfrontiert ihn dann auch folgerichtig mit der Einschätzung seines Gefängnispsychologen, er sei nur kriminell geworden, um seine Aufmerksamkeit zu erringen.

Die Ermittlungen selber verlaufen sehr linear und bieten nahezu keine Chance zum Mitraten. Von Anfang an besteht kein Zweifel daran, dass Van Veeteren der richtigen Spur folgt, während der junge Chefermittler De Klerkk offensichtlich nicht in der Lage ist, den Fall zu überblicken und nur an einem schnellen Abschluss interessiert ist. Dadurch kann der einzige Verdächtige schnell als potentieller Täter ausgeschlossen werden, ohne dass aber andere Verdächtige präsentiert werden. Die Auflösung des Falls ist dementsprechend überraschend und macht im Rückblick auch durchaus Sinn. Jedoch ist diese Auflösung für den Zuschauer nicht vorhersehbar und der Täter wird quasi kurz vor Schluss aus dem Hut gezaubert. Leider weist der Film auch einige Ungereimtheiten auf, so stellt sich u.a. die Frage, warum alle Zeugen einem pensionierten Kommissar so bereitwillig Auskunft erteilen, woher dieser plötzlich den Schlüssel für die Wohnung eines Tatverdächtigen hat, oder warum Van Veeteren plötzlich dem Urteil eines Ex-Knackis vertraut, den er kurz zuvor noch mehr oder weniger als Abschaum betrachtet hat. Die Auflösung des Falls ist zwar schlüssig, das Ende des Films aber eher nicht, denn es erscheint schwerlich logisch nachvollziehbar.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der vorliegenden DVD wird leider von einem ziemlich starken Rauschen beeinträchtigt. Ansonsten befindet sich die DVD qualitativ auf gutem TV-Niveau. Die deutsche Tonspur ist zu jeder Zeit gut verständlich. Weitere Tonspuren oder Untertitel gibt es jedoch nicht.

Als einziges Extra gibt es eine Bio-/Bibliographie im Umfang von lediglich 3 Texttafeln.

Fazit:
"Das vierte Opfer" präsentiert sich als äußerst gemächlicher Krimi, der jedoch im Kontrast dazu die Tatorte erstaunlich blutig darstellt und auch ohne jeglichen Humor auskommt. Der Mitrate-Faktor des Films geht gegen Null und die Hauptfigur des Krimis ist alles andere als ein Sympathieträger. Zudem treten die Ermittlungen teilweise fast völlig in den Hintergrund, nur um dem Vater-Sohn-Konflikt mehr Raum zu gewähren. Technisch ist die DVD nur solide und es gibt keine interessanten Extras.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
86:08 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Bio-/Bibliographie von Håkan Nesser
Van Veeteren 1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Van Veeteren - Das vierte Opfer
Borkmanns punkt

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Ein sehr gemächlicher Krimi, der nicht zum Mitraten einlädt und einige Ungereimtheiten aufweist


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Dänemark / Finnland / Norwegen / Schweden, 2005
Regie:
Erik Leijonborg
Drehbuch:
Nicklas Rockström (nach einem Roman von Håkan Nesser)
Darsteller:
Sven Wollter, Eva Rexed, Thomas Hanzon, Lars-Erik Berenett, Ulf Friberg, Josef Säterhagen

Label Deutschland :
MFA+
Verkaufsstart Deutschland :
16.07.2007