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DVD-Besprechung - Zorro gegen Maciste

Story:
König Philipp IV. von Nogara verstirbt überraschend. Das Testament des Königs befindet sich jedoch auf der Insel Guadarrama, deshalb ist die Nachfolge zunächst ungeklärt. Als Nachfolgerinnen kommen die Prinzessinnen Malva (Moira Orfei) und Isabella (Maria Grazia Spina) in Betracht. Malva ist machthungrig und durchtrieben, Isabella dagegen rechtschaffen und nur auf das Wohl ihres Volkes bedacht. Während Malva den Muskelmann Maciste (Segio Ciani) anheuert, um ihr das Testament zwecks Manipulation zu besorgen, betraut Isabella Zorro (Pierre Brice) mit dem Auftrag, das echte Testament sicher zu ihr zu bringen.

Meinung zum Film:
Bevor Umberto Lenzi ("Der Berserker") in den 70er Jahren mit Poliziottos, Giallos und Kannibalenfilmen, sowie in den 80ern mit Zombie- und Kriegsfilmen auf sich aufmerksam machte, drehte er, wie die meisten seiner italienischen Kollegen in den 60er Jahren vor allem Sandalen- und Eurospyfilme. "Zorro gegen Maciste" ist einer dieser Vertreter des Sandalenfilms und vereint zwei Helden auf dem Bildschirm, die unterschiedlicher wohl kaum sein könnten. Maciste wurde vom italienischen Dichter Gabriele D'Annunzio als Heldengestalt mit herkulischen Kräften zur Zeit Karthagos erschaffen. Zorro, der maskierte Rächer hingegen ist eine amerikanische Romanfigur, die 1919 von Johnston McCulley erfunden wurde und im Kalifornien des 19. Jahrhunderts zu Hause ist. Beide treffen in diesem Film im fiktiven Königreich Nogara aufeinander.

"Zorro gegen Maciste" verfügt über die typischen Zutaten eines Sandalenfilms. Neben dem antiken räumlichen und zeitlichen Hintergrund gibt es eine scharfe Trennlinie zwischen gut und böse, hier in Form der edlen Prinzessin Isabella auf der einen, sowie der bösartigen Malva und ihres finsteren Schergen Baron Garcia (Massimo Serato) auf der anderen Seite. Strahlende Helden gibt es bei diesem Film jedoch direkt im Doppelpack, auch wenn beide zunächst Gegenspieler sind. Maciste wurde nämlich über die wahren Hintergründe und Pläne von Malva getäuscht und wird somit unwissend zu einem Mitstreiter des Unrechts. Zorro hingegen ist von Anfang an im Auftrag Isabellas unterwegs, der er auch persönlich zugetan ist. Damit wäre auch der nächste Punkt auf der Checkliste abgehakt, die Entwicklung einer Liebesgeschichte mit Hindernissen. Bevor sich einer der beiden Helden überhaupt des Testaments bemächtigen kann, fällt es jedoch gewaltsam in die Hände des Banditenanführers Rabek (Andrea Aureli). Maciste macht sich daraufhin auf den Weg zum Lager der Banditen, wobei er bereits von Zorro beobachtet wird. Ohne großartige Vorbereitungen oder Listen fällt Maciste direkt über die versammelte Schar der Banditen her und schlägt sie mit bloßen Fäusten in die Flucht. Der Besitz des Testaments ist jedoch kein allzu lange währender Zustand, denn Zorro gelingt es, Maciste mit einer List das Testament zu entreißen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt entbrennt ein erbitterter Wettstreit um das Testament zwischen Zorro und Maciste, aber auch die Banditen sind den beiden auf der Spur.

Im Verlauf dieses Konfliktes kommt es zu mehreren Gefechten mit den Banditen, die Anzahl dieser Scharmützel, bzw. Mantel- und Degen-Einlagen ist jedoch erstaunlich gering und auch deren Dauer ist recht kurz. Erstaunlicherweise tritt Zorro im Verlauf des Films immer stärker in den Hintergrund und Maciste übernimmt die Hauptrolle. Jedoch ist er keineswegs nur ein tumber Muskelprotz, im Gegenteil, er ist so listenreich, dass er selbst Zorro übervorteilt und schließlich auch hinter die Intrige von Malva kommt. Erwartungsgemäß verbünden sich schließlich die beiden Helden und werden zu einem unbesiegbaren Duett aus geschmiedetem Stahl und Muskeln. Die optische Präsentation der Helden regt allerdings eher zum Schmunzeln an. Zorro stellt wohl das erste schwarze Ganzkörperstoffkondom der Filmgeschichte dar, was seine Aussprache auch dementsprechend undeutlich gestaltet, während Maciste eher wie ein Nasenbär im Strampelanzug anmutet, der mit einer Herkules-Gedenkfrisur/-Barttracht durchs Leben schreitet.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität von "Zorro gegen Maciste" ist gelinde gesagt eine Katastrophe. Das Bild weist Verschmutzungen und Beschädigungen auf, die Farben sind ausgewaschen und Helligkeitsschwankungen sorgen für ein mal zu helles, mal zu dunkles Bild. Das Bild ist äußerst unscharf geraten und Kantenflimmern, bzw. Treppchenbildung sind erkennbar. Hinzu kommt ein sehr starkes, störendes Rauschen und auch die Kompression macht sich bemerkbar. Auf der DVD liegt lediglich die deutsche Tonspur vor, diese ist allerdings qualitativ zufriedenstellend, klingt allerdings ein wenig blechern.

Die Extras bilden ein Trailer, eine Bildergalerie mit Aushangfotos, sowie kurze Bio-/Filmographien von Pierre Brice, Sergio Ciani, Andrea Aureli, Moira Orfei, Maria Grazia Spina und Umberto Lenzi. Zusätzlich liegt der DVD ein 8-seitiges Booklet mit einem Abdruck des Filmprogramms bei.

Fazit:
"Zorro gegen Maciste" vermag Freunde des Sandalenfilms auf niedrigem Niveau halbwegs zu unterhalten, das Potential der vollkommen gegensätzlichen Heldengestalten wird jedoch nicht ausgeschöpft. Das Drehbuch ist innovationslos und sehr einfach gestrickt, das niedrige Budget des Films wird außerdem in Macistes Kampf gegen ein Plastikkrokodil peinlichst offenbart. Die Qualität der DVD schließlich ist ein Schlag ins Gesicht jedes potentiellen Käufers und wird selbst von den meisten Wühltisch-DVDs überboten!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
81:25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Filmo-/Biographien von Pierre Brice, Sergio Ciani, Andrea Aureli, Moira Orfei, Maria Grazia Spina und Umberto Lenzi
  • 8-seitiges Booklet
  • Bildergalerie (Aushangfotos)
  • Trailer
Zorro gegen Maciste - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Zorro gegen Maciste
Zorro contro Maciste

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Typischer Sandalenfilm ohne besondere Stärken und in grottenschlechter technischer Präsentation


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1963
Regie:
Umberto Lenzi
Drehbuch:
Umberto Lenzi, Guido Malatesta
Darsteller:
Pierre Brice, Sergio Ciani, Andrea Aureli, Maria Grazia Spina, Moira Orfei, Aldo Bufi Landi

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
12.04.2007