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DVD-Besprechung - The Toolbox Murders

Story:
Nell (Angela Bettis) und Steve Barrows (Brent Roam) mussten aus beruflichen Gründen umziehen. Das neue Heim ist aber vor allem für Nell nicht besonders wohnlich. Viel zu dünne Wände, skurrile und teils auch beängstigende Nachbarn machen die Eingewöhnung in dem ohnehin recht düster wirkenden Gebäude nicht gerade leicht. Als dann auch noch Nachbarn scheinbar spurlos verschwinden, ist es mit der Ruhe von Nell endgültig vorbei und anstatt sich häuslich einzurichten, streift sie suchend durch die Etagen und kommt dabei einem Geheimnis auf die Spur.

Meinung zum Film:
Regisseur Tobe Hooper hat etwas geschafft, wovon viele Filmemacher ein Leben lang vergebens träumen. Mit seinem berüchtigten "Kettensägen-Massker - Blutgericht in Texas" hat er einen Film geschaffen, der nicht nur zu einem absoluten Kultobjekt wurde und auch heute noch unzählige neue Fans gewinnen kann, sondern obendrein auch prägend für das Genre wurde. In den letzten Jahren wurde es dann aber deutlich ruhiger um den Regisseur, doch nun meldet er sich mit "The Toolbox Murders", einem recht frei ausgelegten Remake eines faden B-Movie-Slashers aus den 70er Jahren, der in Deutschland unter dem Titel "Der Bohrmaschinenkiller" in den Regalen der Videotheken zustaubte, zurück. So sollte es ein leichtes sein, das Original an Unterhaltungswert zu übertreffen.

Künstlerisch bietet Tobe Hooper auch sein ganzes Können auf. Gekonnt spielt er mit den Erwartungshaltungen des Publikums und bietet Suspense vom Feinsten. Teils zögert er den Schock trotz Andeutungen bis zur Schmerzgrenze hinaus und schlägt dann aus einer eher harmlosen Situation zu. Interessant gemacht ist auch die Retro gehaltene Ausstattung, die das Publikum in die Hochzeit der Slasher, Ende der 70er Jahre versetzt. Würde man es nicht besser wissen, man könnte glatt meinen, bei den Werkzeugkasten-Morden handle es sich um einen Film der 70er. Gerade Nostalgik-Freunde werden daran ihren besonderen Gefallen finden, ohne dass dabei Freunden zeitgenössischer Filme vor den Kopf gestoßen wird. Handwerklich gibt es rein gar nichts an der neuesten Produktion Tobe Hoopers einzuwenden. Bei der Story sieht es allerdings gänzlich anders aus.

Das größte Problem ist, dass man immer wieder das Gefühl hat, zwei unterschiedliche Filme zu sehen. Zum einen geht es um das düstere Haus mit seinem angsterregenden Geheimnis. Zum anderen handelt der Film von einem Killer, der mit gebräuchlichen Handwerks-Werkzeugen Menschen tötet. Am Ende wird zwar beides irgendwie mehr schlecht als recht zusammengeführt, aber genauso wie eine ganze Reihe anderer Fragen nicht weiter erklärt. Hooper wäre gut beraten gewesen, den ganzen Murks um den Toolbox-Murder zu vergessen und sich allein auf die Geschichte um das Haus zu konzentrieren. Denn trotz ihrer grafischen Ausarbeitung schaffen es die Morde nicht, auch nur annähernd den Schauer beim Publikum zu erzeugen, wie es die angsteinflößenden Vorkommnisse rund um das Haus vermögen. Anstelle der teils überflüssigen Morde hätte er viel lieber ein wenig mehr Erläuterungen geben und den Zuschauer nicht mit zahlreichen Fragen zurücklassen sollen. So reißt der Regisseur selbst das mehr als gute Fundament seiner Geschichte Stück für Stück wieder ein. "The Toolbox-Murders" ist sicherlich kein schlechter Film und weiß auf jeden Fall auch spannend zu unterhalten, doch die mehr als offensichtlichen Unstimmigkeiten und Fragen rauben ihm eine Menge Unterhaltungswert und lassen ihn letzten Endes in der breiten Masse versinken.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht insgesamt einen guten Eindruck und auch in den häufig vorkommenden dunklen Szenen ist immer für genügend Durchblick gesorgt. Das einzig negativ auffallende sind die regelmäßig zu sehenden Fehler in der Vorlage, die man von aktuellen Produktionen nicht gewohnt ist. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut abgemischt und durch perfekt platzierte Soundeffekte werden die Schockeffekte beispielhaft verstärkt.

Als Bonusmaterial gibt es ein informatives Making Of, das mit einer Mischung aus Interviews und Bildern vom Dreh einen guten Einblick in die Entstehung des Films gewährt. Außer diesem Making Of gibt es nur noch den Trailer zum Film.

Fazit:
"The Toolbox-Murders" macht sich auf Grund seiner nicht unbedingt passenden Handlungsstränge und einiger offenen Fragen den durch die Atmosphäre geschaffenen guten Eindruck selbst wieder zunichte. Was bleibt, ist ein recht spannender Film, den man allerdings recht schnell wieder vergessen wird.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
91:04 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer
The Toolbox Murders - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Toolbox Murders
The Toolbox Murders

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Morde aus der Werkzeugkiste in einem unheimlichen Haus


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2003
Regie:
Tobe Hooper
Drehbuch:
Jace Anderson, Adam Gierasch
Darsteller:
Angela Bettis, Brent Roam, Juliet Landau, Greg Travis

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
07.06.2005