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DVD-Besprechung - Unleashed - Entfesselt

Story:
Der skrupellose Gangster Bart (Bob Hoskins) hat ein ganz besonderes Haustier, wie er es nennt: einen überragenden Martial-Arts-Kämpfer namens Danny (Jet Li), der mit tödlicher Präzision jeden Gegner tötet, ohne dabei eine andere Waffe als seinen Körper zu benutzen. Als Bart bei einem Attentat schwer verletzt wird, flüchtet Danny und begibt sich in die Obhut des blinden Klavierstimmers Sam (Morgan Freeman) und dessen Zieh-Tochter Victoria (Kerry Condo"). hier lernt der bislang wie ein Tier gehaltene Kämpfer, was Liebe und Zuneigung bedeutet, doch schon bald kommt es zu Problemen, als Bart mit den Mitteln eines brutalen Verbrechers seinen "Besitz" zurückverlangt.

Meinung zum Film:
"Unleashed" ist gerade erst gestartet und Bob Hoskns hat nur ein kurzes "Hol sie dir" losgelassen, da darf Kampfsport-As Jet Li ("Romeo must die") gleich zeigen, wo er einer der Größten ist - in wilder Handkantenakrobatik gegen eine schiere Übermacht an Gegnern zu bestehen. Und die anfängliche Action ist auch gleich ein echter Reißer. Wo Jackie Chan in komödiantischer Art und Weise mit rasanten Stunts zu den Besten seiner Art zählt, kann Landsmann Jet Li dies von sich behaupten, wenn es um ernste Fights geht. Allerdings ist es nicht schwer zu erkennen, dass der Action-Granate ein wenig die Mimik und Gestik fehlt, um ernste Rollen lebensecht und authentisch herüberzubringen. Dieses wird auch diesmal wieder mehr als offensichtlich, wenn er versucht, die Leiden und das stoische Verhalten seines Charakters auf den Schirm zu bringen. Doch sollte dies kein Problem für die angepeilte Zielgruppe darstellen, da sicherlich niemand von ihnen oscar-reife Glanzleistungen in darstellerischer Hinsicht erwartet.

Als schauspielerischer Garant wurde u.a. Bob Hoskins ("Falsches Spiel mit Roger Rabbit") verpflichtet, der den schurkischen Bart mit einer solchen Leidenschaft verkörpert, dass es dem Zuschauer schon alleine durch seinen bösen Blick kalt den Rücken herunter läuft. Eine noch prägendere Leistung bringt wie in beinahe allen seinen Filmen Morgan Freeman ("Miss Daisy und ihr Chauffeur") als gute Seele im Leben von Danny. Mit einer schier unendlichen Ruhe verbreitet er eine Weisheit nach der nächsten und führt Danny immer wieder auf den rechten Weg. Regisseur Louis Leterrier ("The Transporter") nutzte beim in Szene setzen seines Filmes immer wieder Zeitlupenaufnahmen, um die Action spektakulärer erscheinen zu lassen und lässt die Fausthiebe und Tritte mit leichten Zeitraffer ablaufen, um sie noch wilder und erstaunlicher aussehen zu lassen. Zum Glück des geneigten Auges übertreibt er es mit dem Beschleunigen nicht so sehr, dass man nie den Überblick verliert und die Action zu ganz großem Kino gerät.

Das Drehbuch zum Film wurde von niemand geringerem geschrieben, als vom großen Franzosen Luc Besson ("Leon - Der Profi") persönlich Doch das Skript zu "Unleashed" ist nicht unbedingt eine Glanzleistung. Die Story verlässt sich größtenteils auf die Action und es gelingt dem Autor und dem Regisseur nicht, die an sich tragische Geschichte um Danny dramatisch genug wirken zu lassen, als dass man diese richtig ernst nehmen kann. Zwar sind die Actioneinlagen sehr gut herausgearbeitet und bieten reichlich gute Unterhaltung, doch ist das Problem des Films sind eindeutig die ruhigen Momente, in denen der Funke nicht so recht überspringen möchte und die teilweise extrem zäh sind. Das Warten auf den nächsten Fight wird dadurch ein wenig zur Geduldsprobe. So kann man es drehen und wenden wie man will - das einzig wirklich überzeugende an "Entfesselt" sind die Actionszenen, die gar nicht oft genug vorkommen können.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist geprägt von Farbfiltern, die der Regisseur beim Dreh verwendete. Eine objektive Beurteilung des Bildes fällt dadurch schwer, doch kann man immerhin sagen, dass es keine störenden Elemente zu sehen gibt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar abgemischt, allerdings wird bei Weitem nicht das an Effekten herausgeholt, was die Handlung hergeben würden.

Das Making Of bietet 30 Minuten lang ein paar interessante Blicke hinter die Kulissen des Drehs, wirkt aber insgesamt ein wenig zusammenhangslos. Ein Szene mit einer Kamerafahrt durch ein Klavier wird anschließend kurz ein wenig näher betrachtet und erklärt, genauso wie verschiedene Kampfszenen, die in einer Rohfassung ohne zusätzliche Soundeffekte zu sehen sind. Den Abschluss der Extras bilden die Outtakes, der Trailer zum Film so wie das Musikvideo "Baby Boy" von Thea.

Fazit:
"Unleashed - Entfesselt" weckt zwiespältige Gefühle. Die Action ist hervorragend, aber der Rest maximal als "so lala" zu bezeichnen. Wer mit letzterem Leben kann und gute Action erleben möchte, sollte sich auf jeden Fall von Jet Li entfesseln lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
97:42 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Making of FX
  • Unbearbeitete Kampfszenen
  • Entfallene Szenen
  • Outtakes
  • TRailer
  • Musikvideo "Baby Boy" von Thea
Unleashed - Entfesselt - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Unleashed - Entfesselt
Danny the Dog

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
In Sachen Action erste Klasse, in Sachen Dramaturgie eher ein Blindgänger


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / UK / USA, 2005
Regie:
Louis Leterier
Drehbuch:
Luc Besson
Darsteller:
Jet Li, Morgan Freeman, Bob Hoskins, Kerry Condon, Vincent Regan, Dylan Brown, Tamer Hassan, Michael Jenn, Jaclyn Tze Wey

Label Deutschland :
Universal Pictures Germany
Verkaufsstart Deutschland :
20.10.2005