 |
DVD-Besprechung - Verflucht
Story:
Nach einem unglücklichen Autounfall werden Jimmy (Jesse Eisenberg) und seine Schwester Ellie (Christina Ricci) von einem monströsen Wesen angegriffen und dabei leicht verletzt. Wie sich schon bald herausstellt, handelte es sich bei dem Angreifer um einen Werwolf, der seine Opfer infizierte und welche sich nun selbst immer mehr zu wilden Bestien entwickeln.
Meinung zum Film:
1996 ließen Regisseur Wes Craven ("Last House on the left") und Drehbuchautor Kevin Williamson die (Horror-)Welt aufhorchen, als sie mit "Scream" quasi über Nacht das Horror-Genre im Allgemeinen und den Slasher-Film im Besonderen salon- und wettbewerbsfähig machten. Craven erlebte nach unzähligen Fehlschlägen sein gefeiertes Comeback, während Kevin Williamson mit einem Schlag zu den gefragtesten Horror-Autoren zählte und Fans mit seinen Drehbüchern zu Filmen wie "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast" mit weiterer spannender Unterhaltung versorgte. In den letzten Jahren wurde es immer ruhiger um die beiden Horror-Ikonen des ausklingenden 20. Jahrhunderts und um dies zu ändern, entschloss man sich 2005 dazu, erneut gemeinsam das Horror-Genre zu entstauben. Diesmal sollte ein klassisches Thema dieses Zweigs herhalten - der Werwolf-Film. Doch anstatt für frischen Wind zu sorgen, reichte es diesmal nur für die Bestätigung, dass sich Erfolg nur selten wiederholen lässt.
Das Einfließenlassen von Highschool-Motiven in den Horror-Stoff, was in "Scream" noch hervorragend funktionierte, ist bei "Verflucht" das ganz große Problem. Die Teenie-Momente sind durchweg albern oder peinlich, die Probleme der Protagonisten können nicht mitreißen und die Story, eine krude Mischung aus "Teenwolf" und "Blade", ist ohne jeden Zweifel ein Griff in die Keramik-Abteilung. Offensichtlich hat der Drehbuchautor zwischenzeitlich zu viel Zeit mit TV-Serien wie "Dawsons's Creek" verbracht, was ihn des grünen Daumen für fesselnden Horror offensichtlich beraubte. Es gibt zwar hinreichend einzelne Momente, welche die einstige Klasse im Heraufbeschwören nervenaufreibender Spannung aufblitzen lassen, doch sind diese immer nur für kurze Zeiten zu erleben und was flächendeckend zwischendurch geboten wird, lockt keinen alten Werwolf hinter dem warmen Ofen hervor.
Auch bei der Besetzung gibt es nicht durchweg positives zu vermelden. So läuft Joshua Jackson ("Düstere Legenden") fast den ganzen Film über mit dem gleichen Gesichtsausdruck durch die Szenerie, übertreibt es Judy Greer ("30 über Nacht") stellenweise mit ihrer überdrehten Art, kann Kristina Anapau ("Eiskalte Engel 3") selbst den Part des schmückenden Beiwerks nicht so recht ausfüllen und geht Milo Ventimiglia ("Die Gilmore Girls") unter in den peinlichen Klischees, unter denen sein Charakter leidet. Warum Portia de Rossi ("Ally McBeal") im Film vorkommt und was ihre Rolle für eine Bedeutung hat, bleibt eben so am Ende als offene Frage stehen wie die, ob Christina Ricci ("The Gathering") auf die beiden großen Namen Craven/Williamson reingefallen ist, als sie sich für die Rolle verpflichten ließ. Es bleibt also nur zu hoffen, dass sich das einstiege Dream-Team des Horrors noch einmal für ein paar Jahre auf seine Stärken besinnt, um dann mit einem neuen Nerven-Schocker die Freunde des Horror-Kinos zu erfreuen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ohne Fehl und Tadel und kann den Ansprüchen an eine neuzeitige Produktion gerecht werden. Gleiches gilt auch für den deutschen Dolby-Digital-5.1-Sound, der voluminös, kräftig und mit einer guten Räumlichkeit aus den Lautsprecher kommt.
Bei den Extras gibt es ein rund 7,5-minütiges Making Of, das eine Mischung aus Interviews und Bildern vom Dreh ist. In knapp 7 Minuten wird noch einmal ein Blick auf die Spezialeffekte geworfen, während dem Werwolf-MakeUp von Jimmy noch einmal knapp 8 MTV-gerechte Minuten gewidmet werden. Es folgen 5 sehr interessante Minuten über die Schnitttechnik des Films, sowie 4 Szenen mit Kommentar von Effekt-Meister Greg Nicotero und Werwolf-Darsteller Derek Mears.
Fazit:
Außer ein paar wirklich guten Spannungsmomenten hat "Verflucht" nur eine Story zu bieten, die selbst für das Genre als schlecht und platt zu bezeichnen ist. Doch auf Grund der wenigen Spannungsmomente lohnt es sich als Horror-Freund immerhin, den Film einmal anzusehen. Doch durch die nervige Handlung muss man sich dabei durchkämpfen.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,40:1
|
95:14 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Englisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Das Verfluchte Making Of
- Die Spezialeffekte von Verflucht
- Verflucht und geschnitten
- Verwandlung in einen Werwolf
- Ausgewählte Szenen mit Audiokommentar vom Maku-Up Supervisor für die Spezialeffekte Greg Nicotero und Schauspieler Derek Mears
|
|  |
Verflucht
Cursed
Verflucht nochmal, schießt dieser Film trotz Dream-Team weit am Ziel vorbei
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Wes Craven Drehbuch: Kevin Willamson Darsteller: Christina Ricci, Jesse Eisenberg, Joshua Jackson, Judy Greer, Kristina Anapau, Shannon Elizabeth, Portia de Rossi, Mya, Derek Mears
Label :
Miramax
Verkaufsstart : 08.12.2005
|