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DVD-Besprechung - Das Vermächtnis der Tempelritter
Story:
Seit frühester Kindheit hat Ben Gates (Nicolas Cage) nur ein Ziel - den sagenumwobenen Schatz der Tempelritter zu finden. Nach dem Finden eines Hinweises im ewigen Eis scheint die Suche jedoch ein Ende gefunden zu haben, da sich der nächste Hinweis auf dem geschichtlich wichtigsten Dokument der Vereinigten Staaten befinden soll - der Unabhängigkeitserklärung. Doch der skrupellose Förderer von Gates, Ian Howe (Sean Bean), sieht keinen Grund aufzuhören und entschließt sich, das Dokument zu stehlen. Aus Angst, Howe könnte die Urkunde beschädigen oder gar zerstören, überlegt sich auch Gates, gemeinsam mit seinem treuen Freund Riley Poole (Justin Bartha) einen Weg, um sich das Schriftstück vorübergehend auszuleihen. Dabei lernt er Abigail Chase (Diane Krüger), die Kuratorin des Nationalen Archivs, kennen, die sich eher unfreiwillig an der Jagd nach dem Schatz beteiligt.
Meinung zum Film:
Wenn der Name Jerry Bruckheimer als Produzent auftaucht und Nicolas Cage als Hauptdarsteller in diesem Actionfilm spielt, ist laute und krachende Action in der Regel vorprogrammiert. So war es in "The Rock", "Con Air" und auch in "Nur noch 60 Sekunden". Mit "Das Vermächtnis der Tempelritter" ging die erfolgreiche Zusammenarbeit in ihre 4. Runde und im Vergleich zu den Vorgängern wurde es erstaunlicherweise vergleichsweise ruhig. Unter der Regie von Jon Turteltaub ("Während du schliefst") sind es diesmal nicht die großen Actionszenen und wilden Stunts, die für den großen Unterhaltungswert sorgen, sondern vielmehr die Jagd nach dem Schatz. Es geht darum, Rätsel zu knacken und Hinweise zu deuten und weniger darum, mit den Fäusten oder Waffengewalt weiterzukommen. Mit diesem Hintergrund ist es auch unverständlich, warum der Film eine FSK-Einstufung "ab 16 Jahren" bekam, da es im Grunde keine Szenen gibt, die nicht auch ein 12-jähriger bereits problemlos verarbeiten könnte. Die Wege der Freiwilligen Selbstkontrolle sind teilweise unergründlich.
Wo der Film aber einer alten Bruckheimer/Cage-Tradition folgt, ist in seiner Geschichte. Erneut werden einzelnen Aktionen weniger auf Logik und Nachvollziehbarkeit hin überprüft, sondern ohne Zögern dem temporeichen Fortführen der Schatzjagd untergeordnet. Bei kritischer Betrachtung fallen somit auch diesmal unzählige Fehler und Unverständlichkeiten auf, die dem ein oder anderen die Freude an dem Abenteuer vermiesen könnten. Ein grober Fehler war es eindeutig, Diane Krüger ("Troja") sich selbst für die deutsche Fassung synchronisieren zu lassen. Während sie im O-Ton eine ganz ordentliche Leistung abliefert, wird ihre Leistung in deutscher Muttersprache extrem abgewertet. Vor allem im Dialog mit anderen Charakteren, die von professionellen Synchronsprechern vertont wurden, wirkt ihr Sprechen eindeutig wie bei einer drittklassigen Soap-Opera. Wenn das Ergebnis, so offensichtlich schlecht wie es hier der Fall ist ausfällt, sollte man konsequent sein und auch nachträglich noch auf professionelle Sprecher umsteigen. Ein annehmbarer Schauspieler ist halt noch lange nicht automatisch auch ein passabler Synchronsprecher.
Doch sieht man einmal von den inhaltlichen Fehlern, den nicht ganz nachzuvollziehenden Geistesblitzen und der misslungenen deutschen Stimme Abigail Chase' ab, ist der Film ein gelungenes Abenteuer, das für kurzweilige Unterhaltung sorgen kann. Es bietet genau die richtige Mischung aus Mythologie, Geschichte und Schnitzeljagd, um sein Publikum über die Spieldauer hinreichend zu fesseln. Kleinere Durchhänger und Längen, die es vor allem zu Beginn gibt, werden meist gleich durch die gute Besetzung abgefangen. Neben Nicolas Cage und Diane Krüger sind gestandene Darsteller wie Sean Bean ("Der Herr der Ringe") als Unsympath Howe, Jon Voight ("Mission: Impossible") als Papa Gates so wie Harvey Keitel ("Roter Drache") als Agent Sadusky zu sehen. Im Grunde sind sie dies aber alles nur Nebenrollen, da Ben Gates ohne Zweifel der Mittelpunkt der Geschichte ist. Sein Mitjäger Riley ist nur für die Scherze zuständig, Abigail sorgt für den Romanzeteil, Howe für den von vornherein zum Scheitern verurteilten Bösewicht, Vater Gates ist der zweifelnde Weise und Agent Sadusky der vermeintliche Stolperstein auf dem Weg zum Ziel. Letzten Endes ist es aber auch genau diese inhaltliche Einfachheit, die dem Film unter anderem seinen Reiz verleiht und ihn zu rund 2 Stunden lockerer Abenteuerunterhaltung macht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der DVD ist ohne Fehl und Tadel. Details sind ausreichend vorhanden, die Farben wirken natürlich und auch in dunkleren Bereichen ist für Durchblick gesorgt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar und hat auch im Surround-Bereich einiges zu bieten, lediglich in den Tieftönen ist eindeutig zu wenig los.
Das Bonus-Material fällt eher recht bescheiden aus. Der rund 10-minütige Blick an den Drehort ist im Prinzip nichts anderes als ein etwas längerer Werbeclip. Das Feature über echte Schatzsucher fällt wesentlich unspektakulärer aus, als man es auf den ersten Blick denken könnte. Gleiches gilt auch für den Infobeitrag über die Tempelritter, der sehr einseitig, oberflächlich und mit rund 5 Minuten relativ kurz ist. "Rileys Entschlüsselt das!" ist noch der interessantes Beitrag und erzählt über Hyroglyphen sowie alte Verschlüsselungsmethoden. Als weitere Extras gibt es ein alternatives Ende, zwei zusätzliche Szenen, die allesamt nicht der Rede wert sind, sowie eine Animatic-Sequenz der Eröffnungs-Szene. Die Idee, das Material erst nach einer Schatzsuche komplett zur Ansicht anzubieten, ist sicherlich passend zum Film, dürfte aber so manchen dazu verleiten, ganz darauf zu verzichten. Wer sich die mühselige Klickerei und Suche ersparen möchte, gibt als Master-Code die "405" ein und erhält anschließend vollen Zugriff auf das Material, inklusive der Trivia Tracks, die während des Films eingeblendet werden können.
Fazit:
"Das Vermächtnis der Tempelritter" bietet eine abenteuerliche Schatzsuche, die inhaltlich allerdings so einige Stolpersteine zu bieten hat. Wenn man sich von diesen jedoch nicht zu sehr beeindrucken lässt, bietet der Film unterhaltsame Entspannungskost für einen gemütlichen Filmabend.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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125:43 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Türkisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Arabisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Am Drehort von "Das Vermächtnis der Tempelritter"
- Die Eröffnungs-Sequenz als Animatic
- Alternatives Ende
- Zusätzliche Szenen
- Enthüllungen über die Schatzjäger
- Der Orden der Templer
- Rileys "Entschlüsselt das!"
- Trivia Film Facts
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Das Vermächtnis der Tempelritter
National Treasure
Abenteuerliche Schatzsuche für (fast) die ganze Familie
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Jon Turteltaub Drehbuch: Jim Kouf, Cormac Wibberley, Marianne Wibberley Darsteller: Nicolas Cage, Diane Krüger, Justin Bartha, Harvey Keitel, Jon Voight, Sean Bean, Christopher Plummer, David Dayan Fisher, Oleg Taklarov, Stewart Finlay McLennan
Label :
Disney DVD
Verleihstart : 28.04.2005 Verkaufsstart : 28.04.2005
Vertrieb :
Walt Disney Studios Home Entertainment Switzerland
Verleihstart : 28.04.2005 Verkaufsstart : 28.04.2005
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