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DVD-Besprechung - Verrückte Weihnachten

Story:
Luther (Tim Allen) und Nora Krank (Jamie Lee Curtis) haben sich entschlossen, das Weihnachtsfest dieses Jahr komplett ausfallen zu lassen und sich stattdessen am 1. Weihnachtsfeiertag auf eine Kreuzfahrt in die Karibik zu begeben. Der Weihnachtsboykott bezieht sich auch auf sämtliche vorweihnachtlichen Bräuche, was schon sehr bald auf den Unmut der Nachbarschaft stößt, die sich vehement dagegen ausspricht, dass das Haus der Kranks nicht dem üblichen Weihnachtsidyll entspricht. Doch selbst durch größere Protestaktionen lassen Luther und Nora sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen und so kommt es zu mancher Eskalation. Als sich Tochter Blair (Julie Gonzalo) dann allerdings am Heiligabend spontan samt ihres Verlobten zur traditionellen Weihnachtsfeier anmeldet, müssen die Kranks eine Entscheidung treffen. Doch will man die geliebte Tochter nicht enttäuschen, bleibt nur noch ein halber Tag, um eine Weihnachtsparty mit allem auf die Beine zu stellen, was dazu gehört.

Meinung zum Film:
Wer hätte gedacht, dass John Grisham ("Die Firma"), eine der großen Ikonen in Sachen Gerichts-, Wirtschafts- und Politik-Thriller, eine klamaukhafte Komödie über die Verrücktheit der Menschen in Sachen Weihnachten schreibt. Mit Chris Columbus ("Gremlins") nahm sich ein Multitalent der Romanvorlage an und setzte sie in einer herzerfrischenden Slapstick-Komödie um, die zwar nicht an das Kultpotential der "Schönen Bescherung" bei der Familie Griswold heranreicht, aber durchaus einige Stärken aufzuweisen hat, die ihn zu einem amüsanten Spaß machen und trotz dem Fehlen eines echten Sinns in der Geschichte absolut sehenswert macht. Eine harmlose Geschichte über eine Rechnung, die plausibel war. Etwas über 6300 $ kostet Weihnachten inkl. aller Feiern, jeden Schmucks und mit Geschenken, während eine Kreuzfahrt mit der Gattin für unter 4000 $ zu haben ist. Allerdings wurde die Variable "Nachbarschaft" in der Gleichung vergessen, die am Ende zum Tragen kommt.

Es beginnt damit, dass die Pfadfinder diesmal ihren Baum nicht loswerden können, Luther nicht den Cop-Kalender für wohltätige Zwecke kauft und einen Höhepunkt in der Weigerung findet, den traditionellen "Frosty, der Schneemann" auf dem Dach aufzubauen, was zu großen Protestaktionen vor dem Haus der Kranks führt. Da führt der selbsternannte Bürgermeister der Straße so manches Geschütz auf, um die uneinsichtigen Nachbarn umzustimmen. Von choralen Sternsängern vor dem Haus bis hin zu einem großen Artikel in der lokalen Zeitung, welche die Kranks als geizig und nachbarschaftsfeindlich hinstellt und sie als Grund dafür nennt, dass man dieses Jahr nicht den "am schönsten weihnachtlich dekorierte Siedlung"-Preis bekam. Doch auch wenn es schwer fällt und man sich fast wie Schwerverbrecher behandelt fühlt, die Kranks bleiben stark. Doch als sich die von Mutter Nora sehnsüchtig vermisste Tochter zur heißgeliebten Nachbarschafts-Weihnachtsfeier im Elternhaus kurzfristig anmeldet, ist der Widerstand schnell gebrochen und die Anstrengungen, alle weihnachtlichen Dekorationen und Partyvorbereitungen nachzuholen, sind mindestens genauso witzig wie der Widerstand gegen den Weihnachtswahn.

Die Besetzung, die Regisseur Joe Roth ("America's Sweethearts") für seinen Film versammeln konnte, ist ein Garant für die gute Laune im Film. Allen voran natürlich Tim Allen, der schon zweimal als Weihnachtsmann ("Santa Claus") in Aktion treten durfte und auch als Hobbybastler ("Hör mal wer da hämmert") so manche Weihnachtsdeko kreierte. An seiner Seite spielt Jamie Lee Curtis, die nach ihren Erfolgen in Horror-Streifen ("Halloween") schon seit längerem im Comedy-Fach ("Freaky Friday") angekommen ist und dort bestens unterhält. Dan Aykroyd ("Blues Brothers") als Bürgermeister der Nachbarschaft, so wie Cheech Marin ("Cheech & Chong") und Jake Busey ("Tomcats") als Chaos-Cops, M. Emmet Walsh ("Snow Dogs") als griesgrämiger Nachbar und Erik Per Sullivan ("Untreu") als spitzbübischer Sohn des Bürgermeisters wissen dem Film seine witzige Note zu verleihen. Man sollte nicht zuviel Anspruch erwarten von dem Film, sondern einfach nur eine Anreihung von Gags. Wenn man dies tut, kann man sich sicher sein, allerbeste Unterhaltung zu bekommen, die Weihnachten mal aus einem ganz anderen Blickwinkel präsentiert und klar vor Augen führt, dass man sich in manchen Fällen dem Wirbel um Weihnachten auf gar keinen Fall entziehen kann.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen und bietet keinen Anlass zur Kritik. Natürliche Farben, scharfe Konturen und eine angenehme Detailfülle sind zu sehen. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 steht dem Bild in nichts nach und kommt klar verständlich aus den Lautsprechern. Der hintere Bereich erhält vor allem durch die Musik etwas zu tun.

Als enttäuschend ist das Bonusmaterial anzusehen. Denn außer dem Trailer zum Film gibt es nichts filmbezogenes zu finden. Der Beitrag "Weihnachtsbeleuchtung in der Hemlockstreet", in dem in rund 15 langatmigen Minuten gezeigt wird, wie man ein Haus am besten zu einem leuchtenden weihnachtlichen Kunstwerk schmückt, ist alles andere als sehenswert oder gar interessant.

Fazit:
"Verrückte Weihnachten" ist eine herrliche Weihnachts-Slapstick-Komödie, die durch witzige Einfälle, platte Schenkelklopfer und einer erstklassigen Besetzung für lockere Unterhaltung sorgt. Als Freund von der "Schönen Bescherung" sollte man sich die "Verrückten Weihnachten" auf gar keinen Fall entgehen lassen und am besten beide Filme im Doppelpack sehen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
2,40:1
2,40:1
94:54 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Weihnachtsbeleuchtung in der Hemlockstreet
  • Trailer
Verrückte Weihnachten - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Verrückte Weihnachten
Christmas with the Kranks

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Oh du fröhliche, oh du schräge Weihnachtszeit


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
Joe Roth
Drehbuch:
Chris Columbus (nach dem Roman "Das Fest" von John Grisham)
Darsteller:
Tim Allen, Jamie Lee Curtis, Dan Aykroyd, M. Emmet Walsh, Elizabeth Franz, Erik Per Sullivan, Cheech Marin, Jake Busey, Austin Pendleton, Tom Poston, Julie Gonzalo, René Lavan

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
08.11.2005