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DVD-Besprechung - Vier Brüder
Story:
Nach dem Tod ihrer Adoptiv-Mutter Evelyn Mercer (Fionnula Flanagan) entschließen sich die Brüder Bobby (Mark Wahlberg), Angel (Tyrese Gibson), Jeremiah (André Benjamin) und Jack (Garrett Hedlund), die Mörder ihrer Ziehmutter zur Strecke zu bringen. Was anfangs wie ein Mord bei einem Überfall aussieht, stellt sich schon bald als gezielte Hinrichtung heraus, bei der der große Unterweltboss Victor Sweet (Chiwetel Ejiofor) seine Finger im Spiel hat.
Meinung zum Film:
1965 waren John Wayne und Dean Martin zwei der vier Söhne der Katie Elder, die sich auf die Jagd nach den Mördern ihres Vaters begaben. 2005 begeben sich Mark Wahlberg ("Three Kings") und Tyrese Gibson ("2 Fast 2 Furious") zusammen mit ihren beiden Brüdern auf die Suche nach den Mördern ihrer Adoptiv-Mutter Evelyn Mercer. Während Henry Hathaways Elder-Sprösslinge Cowboys in einem amerikanischen Western waren, sind die Mercer-Brüder von Regisseur John Singleton ("Shaft") knallharte Boys from the Hood, die ohne zu zögern und ohne Erbarmen mit aller Härte auf der Suche nach dem Initiator des Mordes sind. Inszeniert wurde der Film in düsteren Bildern als cooler Hip-Hop-Western, der zeigt, wie böse Outlaws und einsame Cowboys im heutigen Amerika aussehen.
Die Helden des Films sind ohne jede Zweifel Mark Wahlberg und Tyrese Gibson. Sie sind der Prototyp des coolen Kämpfers und man nimmt ihnen Härte und Durchschlagskraft zu jeder Sekunde ab. Mark Wahlberg ist der perfekte wortkarge, hitzköpfige Einzelgänger, der sich durch seine Gewaltausbrüche vieles im Leben kaputt gemacht hat. Tyrese Gibson ist nicht minder gewaltbereit, hat sich allerdings mehr im Griff und vergisst nicht, frühzeitig nachzudenken, wenn das Adrenalin beginnt, sich im Körper zu verteilen. Aber auch Fionnula Flanagan ("The Others") beeinflusst die Stimmung des Films gewaltig, obwohl ihre Bildschirmzeit sehr begrenzt ist. Doch die wenigen Minuten reichen aus, um die gutherzige Dame in die Herzen und das Bewusstsein der Zuschauer zu tragen. Der bodenständigste der Brüder wird von André Benjamin dargestellt, der vielen unter dem Namen André 3000 von der Band "Outkast" am ehesten ein Begriff sein dürfte. Der letzte der vier Brüder wird von Garrett Hedlund ("Troja") gespielt und bei ihm handelt es sich um das Nesthäkchen der Familie, der von seinen Brüdern wohl behütet, aber auch nur wenig ernst genommen wird. Herauszuheben ist auch noch Terrence Howard ("L.A. Crash") in der Rolle des Lt. Green, der allerdings wie der gesamte Part der Gesetzeshüter reichlich untergeht.
Was den Actionpart, die Besetzung und die Coolness betrifft, hat "Vier Brüder" wirklich alles zu bieten, was man von einem guten Actionfilm erwarten kann. Dass Regisseur John Singleton ein Könner ist, der genau weiß, wie man seine Helden ins rechte Licht rückt, steht außer jeder Frage und auch diesmal beweist er sein großes Geschick. Wo es allerdings ein wenig hakt bei dem Film ist in seiner Geschichte. Das Tempo wird nach dem Start der Suche hoch gehalten, was sehr auf Kosten der Charaktere geht, die meist nur angerissen werden und dadurch sehr blass bleiben. Hinzu kommen einige comichafte Personen, die zu der ansonsten knallharten Stimmung überhaupt nicht passen wollen. Hierzu gehört vor allem der Obergangster Victor Sweet, der schlichtweg viel zu überdreht und freakig daherkommt. Auch die Szenen mit Angels Freundin Sofi sind größtenteils störend und hätten besser rausfallen sollen. Aber sieht man von diesen kleineren Störungen ab, ist "Vier Brüder" ein klasse Neo-Western der Playstation-Generation, mit zwei herausragenden Helden, reichlich mitreißenden Bildern und reichlich cooler Sprüche.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bietet eine sehr gute Schärfe, ist aber auf Grund des Einsatzes von Filtern in den Farben recht kraftlos. Hierbei handelt es sich jedoch um ein gezielt eingesetztes Stilmittel des Regisseurs, durch das Details allerdings so gut wie nicht verloren gehen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr kraftvoll und nutzt in den Action-Sequenzen gezielt die Surround-Möglichkeiten für reichlich Spektakel.
Als Extra gibt es einen sehr informativen Audio-Kommentar von Regisseur John Singleton, bei dem man einiges über seine Art Filme zu machen und die Arbeit am Set erfährt. Das Making Of teilt sich in 4 Kapitel auf, in denen recht ausführlich auf die Entstehung des Filmes eingegangen wird und wo man einiges über die Intentionen der kreativen Köpfe erfährt. Es folgen noch einige entfernte Szenen und der Kinotrailer. Insgesamt eine gute Fülle an Hintergrundinformationen, die einem auf Wunsch deutsch untertitelt gezeigt werden.
Fazit:
"Vier Brüder" ist die coole Hip-Hop-Version alter Western. Mark Wahlberg und Tyrese Gibson sind die großen Helden in einer allerdings nicht immer ganz stimmigen Story. Aber dank der großartigen Inszenierungskunst John Singletons sollte man sich als Action-Freund die Rache der 4 Brüder nicht entgehen lassen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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104:19 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Arabisch, Dänisch, Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Holländisch, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Audio-Kommentar von Regisseur John Singleton
- Das Design von "Vier Brüder"
- Die Herstellung von "Vier Brüder"
- Hinter der Bruderschaft
- Schießerei im Mercer Haus
- Entefernte Szenen
- Kinotrailer
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Vier Brüder
Four Brothers
Die vier Söhne der Evelyn Mercer - Ein moderner Hip-Hop-Rächer-Western
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: John Singleton Drehbuch: David Elliot, Paul Lovett Darsteller: Mark Wahlberg, Tyrese Gibson, André Benjamin, Garrett Hedlund, Terrence Howard, Josh Charles, Sofía Vergara, Fionnula Flanagan, Chiwetel Ejiofor, Taraji P. Henson
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 13.04.2006
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 13.04.2006
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