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DVD-Besprechung - Vom Suchen und Finden der Liebe
Story:
Als Mimi Nachtigall (Moritz Bleibtreu) in einer verregneten Nacht Venus Morgenstern (Alexandra Maria Lara) trifft, ist er sich sicher, die Frau fürs Leben gefunden zu haben. Doch nach sieben Jahren endet die Liebe im Frust und die Beiden trennen sich. Mimi zerbricht immer mehr an der Trennung und nimmt sich letzten Endes selbst das Leben. Just in diesem Augenblick entschließt sich Venus, ihre laufende Tournee abzubrechen und zu Mimi zurückzukehren.
Meinung zum Film:
"Vom Suchen und Finden der Liebe" ist schwer einzuordnen. Die Geschichte an sich hört sich eher tragisch an, was am Ende beim Zuschauer hängen bleibt, dürften aber eher die witzigen Momente sein. Zu den tragisch-schönen Momenten gehören Einstellungen wie Mimi, der am Klavier seine Gattin beim Chanson singen begleitet und beide ihre tatsächlichen Probleme als Text wiedergeben. Diese Momente haben etwas märchenhaft-poetisches und Regisseur Helmut Dietl ("Rossini") fängt diese Stimmung sehr schön ein. Das Liebespaar mit Parallelen zur griechischen Mythologie um Orpheus und Eurydike ist anfangs zu Stolz, um aufeinander zuzugehen, sich gegenseitig seine Gefühle einzugestehen und erst als es eigentlich schon zu spät ist, merken beide, wie sehr man sich im Grunde liebt. Gespielt werden die tragischen Figuren von Moritz Bleibtreu ("Das Experiment") und dem deutschen Shooting-Star Alexandra Maria Lara ("Der Untergang"), die beide eine sehr gute Leistung darbringen und dafür sorgen, dass ihre Charaktere glaubhaft herüber kommen.
Den krassen Gegensatz und den humoristischen Mittelpunkt stellen Anke Engelke ("Ladykracher") und Uwe Ochsenknecht ("Männer", "Schtonk!") als im Terminkalender gefangenes Ehepaar dar, bei dem Sex nur nach vorheriger Terminabsprache funktioniert und wo die Findung eines passenden Momentes sich als schwieriger darstellt als eine Audienz beim Papst. Wenn man die beiden hervorragend agierenden Darsteller auf dem Bildschirm sieht, sind einige Lacher garantiert. Und auch ihre charakterlichen Veränderungen, die sie in der zweiten Hälfte durchmachen, sind dermaßen von Humor geprägt, dass sie den tragisch Verliebten eindeutig die Schau stehlen. Für weitere vergnügte Momente sorgen vor allem Justus von Dohnáhnyi ("Napola - Elite für den Führer") als Venus' zwischenzeitlicher Lebensabschnittsgefährte Harry und Heino Ferch ("Straight Shooter") als sexuell schwer einzuordnender Hermes.
Helmut Dietl hat sich für seinen neuesten Film erneut mit Patrick Süskind zusammengetan, dessen Erfolgsroman "Das Parfüm" gerade von Tom Tykwer verfilmt wird. Beiden gelingt es wunderbar, den Spagat zwischen ernsten Tönen, märchenhafter Aufnahmen, offener Auslegung der griechischen Mythologie und herzerfrischender Komik hinzubekommen, ohne dabei einen der Teile als unnötig oder unpassend erscheinen zu lassen. Selbst die immer wieder eingestreuten Sangeseinlagen, in denen Alexandra Maria Lara durchaus annehmbar selbst singt, haben eine Bedeutung für die Story und werden nicht, wie so oft vorkommend, als notwendiges Übel hingenommen, sondern haben sogar Qualität. Wenn man dem Film etwas vorwerfen kann, dann vielleicht, dass er die emotionalen Momente nicht sonderlich gut herüberbringt, die reine Liebesbeziehung zwischen Mimi und Venus ein wenig zu kühl darstellt und dadurch teilweise die Gefühle auf der Strecke bleiben. Aber trotzdem gehört "Vom Suchen und Finden der Liebe" ohne Zweifel zu der besseren deutschen Unterhaltung, die es auf jeden Fall Wert ist, gesehen zu werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und lediglich ein feines Rauschen ist ein kleiner Makel am schönen Äußeren. Der Ton liegt sowohl in Dolby Digital 5.1 als auch in dts vor, doch teilweise ist die Verständlichkeit der Sprache recht schlecht und Verzerrungen sind klar zu vernehmen. Ob der Schwarze Peter an das Master oder an die Digitalisierung geht, kann nicht geklärt werden, wahrscheinlich liegt es aber an der Vorlage, da die Verzerrungen sowohl bei der dts- als auch bei der Dolby-Digital-Spur auftreten. Unschön sind auch die fehlenden deutschen Untertitel, die es Gehörlosen schwer macht, dem Film angemessen folgen zu können und bei einer aktuellen Produktion eigentlich zum Standard gehören sollten.
Als Extras befinden sich ein lustiges und informatives Making Of, Interviews und Infotafeln zu den Künstlern auf der DVD.
Fazit:
"Vom Suchen und Finden der Liebe" ist ein gelungener Versuch des deutschen Erfolgsregisseurs Helmut Dietl, märchenhafte Fantasie mit großem Witz zu vereinen. Der schlechte Ton der DVD führt zu leichtem Unmut, aber er sollte auf gar keinen Fall der Grund dafür sein, sich den Film nicht anzusehen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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105:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Interviews
- Filmografien
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Vom Suchen und Finden der Liebe
Vom Suchen und Finden der Liebe
Helmut Dietl hat gesucht und die richtige Mischung aus Komik und Poesie gefunden
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2005 Regie: Helmut Dietl Drehbuch: Helmut Dietl, Patrick Süskind Darsteller: Moritz Bleibtreu, Alexandra Maria Lara, Uwe Ochsenknecht, Anke Engelke, Justus von Dohnáhnyi, Heino Ferch, Harald Schmidt
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 11.08.2005
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