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DVD-Besprechung - Vor Hausfreunden wird gewarnt
Story:
Earl Victor Rhyall (Cary Grant) ist nicht mehr unbedingt der Reichste seines Standes, doch reicht das Geld noch immer für ein annehmbares Leben aus. Seine Frau Lady Hilary Rhyall (Kim Novak) stört der fehlende Reichtum nicht zu sehr, vielmehr ist es die Zuneigung ihres Gatten, die ihr zu schaffen macht. Als ihr der reiche Amerikaner Charles Delacro (Robert Mitchum) den Hof macht, verfällt sie den Liebesmühen ihres Verehrers. Victor weiß von der Liaison, ist aber zu stolz und zu unsicher, wie er sich in der Situation verhalten soll, um sich dagegen zur Wehr setzen zu können. Doch gemeinsam mit der alten Freundin der Familie, Hattie Durant (Jean Simmons), schmiedet er einen Plan, wie er den Nebenbuhler vom Hof jagen und das Herz seiner Frau zurückgewinnen kann.
Meinung zum Film:
"Vor Hausfreunden wird gewarnt" ist ein typischer Vertreter des großen alten Hollywood-Starkinos. Allerdings mit der kleinen Eigenart, dass er keine Hollywood-Produktion ist. Gedreht wurde der Film in Großbritannien unter der Leitung des nicht ganz unbekannten Stanley Donen. Ihm verdankt der Filmfreund solch großartige Werke wie "Singin' in the rain" oder "Charade". Für die Titelsequenz des Filmes zeichnet sich ebenfalls ein ganz Großer seines Fachs verantwortlich, der später durch seine fantasievollen Vorspänne zu den James-Bond-Filmen fast schon zur Legende wurde - Maurice Binder. Und auch in dieser frühen Arbeit von ihm beweist er großes Geschick, indem er die Namen von Cast & Crew in Verbindung mit Babys auf Zelluloid bannte.
Wie es sich für großes Starkino gehört, wird mit großen Namen nicht gespart. Allen voran steht mit Cary Grant ("Arsen und Spitzenhäubchen") einer der beliebtesten Darsteller seiner Zeit im Mittelpunkt, dessen rauher Charme ihn zum begehrten Objekt bei den Frauen machte. Ihm zur Seite steht mit Kim Novak ("Verdammt in alle Ewigkeit") eine ebenfalls recht beliebte Darstellerin, die zwar nicht ganz an den Ruhm und die Ausstrahlung ihres Filmgatten heranreichen kann, aber dennoch äußerst positiv in Erscheinung tritt. Ganz anders ist die Präsenz des oftmals unterschätzten Robert Mitchum ("El Dorado") , der in Sachen Charme und Ausstrahlung mit seinem Kollegen Grant durchaus mithalten kann und dem man trotz seiner eher unsympathischen Rolle als Ehebrecher zu keiner Sekunde böse sein kann. Abgerundet wird das Ensemble durch Jean Simmons ("Fackeln im Sturm"), die eine bezaubernde Darbietung als Seelentrösterin für den betrogenen Lord liefert.
Die Geschichten des großen Starkinos sind in der Regel keine großen Meisterstücke. Hier macht die Warnung vor den Hausfreunden auch keine Ausnahme und bietet lediglich eine wenig hintergründige Dreiecksbeziehung. Es gilt auch hier, dass die Stars der Film sind und die eher seichte Story tragen. Teilweise kommt es dadurch zu kleineren Längen, vor allem während des sehr zähen Beginns, doch einzelne Situationen wissen dies durch Charme und Komik während der im Verlauf immer besser werdenden Geschichte vergessen zu machen. Vor allem die verschiedenen Duelle zwischen Earl Viktor und Delacro sind mit so manch erstklassigem (Wort-)Witz gespickt. Freunde dieser Art Unterhaltung werden mit dem Dreigestirn Grant-Noval-Mitchum, unter Mithilfe der bezaubernden Jean Simmons, frohe 100 Minuten verbringen.
Digitale Aufarbeitung:
Nicht nur vor Hausfreunden sollte gewarnt werden, sondern in gleichem Maßen auch vor der Qualität dieses Bildes. Die Farben wirken extrem unnatürlich und die Helligkeit viel zu steil und ungleichmäßig überzogen. Die einzelnen Farbtöne unterliegen den ganzen Film hindurch obendrein noch recht extremen Schwankungen, so dass die Gesichtsfarbe innerhalb weniger Sekunden schon einmal von bleich zu gelbstichig wird. Um die Gefahr von nachhaltigen Schäden in der Wahrnehmung zu verhindern, ist deutliches Nachregeln an den Bild-Einstellungen unumgänglich. Auch wenn das Ausgangsmaterial wohl in miserablen Zustand war, kann man trotzdem ein wenig mehr Mühe beim Aufbereiten für die DVD aufwenden. Ein Großteil der Probleme hätte mit ein bisschen Sorgfalt ausgeglichen werden können. Der Ton in Dolby Digital 1.0 ist ein wenig verrauscht und dumpf, geht aber insgesamt in Ordnung.
Als Bonusmaterial gibt es lediglich Infotafeln zu Cary Grant und Robert Mitchum. Nicht einmal der Trailer zum Film hat es auf die DVD geschafft.
Fazit:
"Vor Hausfreunden wird gewarnt" ist gutes Starkino nach bewährtem Strickmuster. Beschwingt, charmant und fröhlich wissen die Hauptdarsteller über Schwächen in der Geschichte hinwegzutäuschen und für lockere Unterhaltung zu sorgen. Käufer der DVD sollten sich allerdings auf ein gruselig abgestimmtes Bild gefasst machen, bei dem nachhaltiges Umstellen von Kontrast, Helligkeit und Farbe notwendig ist. Gegen die diversen Schwankungen im Bild ist man allerdings machtlos.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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100:05 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Vor Hausfreunden wird gewarnt
The Grass is Greener
Vor der Farb- und Kontrastabstimmung dieser DVD wird gewarnt
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 1960 Regie: Stanley Donen Drehbuch: Hugh Williams, Margaret Williams Darsteller: Cary Grant, Deborah Kerr, Robert Mitchum, Jean Simmons, Moray Watson
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 22.03.2005
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