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DVD-Besprechung - Weisser Oleander

Story:
Die junge Miranda Wells (Gene Tierney) wird von ihrem Cousin Nicholas Van Ryan (Vincent Price) dazu eingeladen, für eine gewisse Zeit auf dessen stolzem Anwesen Schloss Dragonwyck zu verbringen. Trotz anfänglicher Zweifel ihres Vaters Ephraim (Walter Huston) nimmt sie die Einladung an und zieht von ihrem ländlichem Heim in Connecticut ins prunkvolle Schloss. Die anfängliche Freude über das feudale Leben, dass ihr in der nächsten Zeit bevorsteht, erhält jedoch leichte Dämpfer, als sie über Dr. Jeff Turner (Glenn Langan) erfährt, dass der Gutsbesitzer Nicholas Van Ryan ein Ausbeuter ist, der von den auf seinem Land arbeitenden Bauern gleichermaßen gehasst und gefürchtet wird. Und dies ist nur ein erster Eindruck der Probleme, die in Verbindung mit Schloss Dragonwyck auf die junge Frau hereinstürzen werden.

Meinung zum Film:
"Weisser Oleander" war der erste Film, in dem der spätere Grusel-Meister Vincent Price ("Theater des Grauens") eine Hauptrolle spielte. In der Rolle des düsteren und durch und durch elitären Nicholas Van Ryan lässt der noch sehr junge Price schon sehr früh erkennen, wodurch er in seinen späteren Filmen zu überzeugen wusste: Hochnäsig, über den Dingen schwebend und stets von einer Aura des Unheimlichen umgeben zeigt er einen stolzen und von sich selbst stets überzeugten Patron, der von seiner Unfehlbarkeit überzeugt ist.

An seiner Seite spielt Gene Tierney ("Laura"), die in den 40er Jahren zu den gefragtesten weiblichen Darstellerinnen zählte. Sie verleiht der Figur der Miranda Wells eine große Portion Charme und man kann als Zuschauer gar nicht anders, als mit ihr mitzufiebern und ihr nur zu wünschen, nicht auf Van Ryan hereinzufallen, der offensichtlich ein böses Spiel mit ihr treibt und sie nur als Mittel zum Zweck sieht. Aber auch ihre natürliche Art, sich durch die spießige und dekadente Art der oberen Klasse nicht gleich beeindrucken und einschüchtern zu lassen, ist sehenswert und macht sie noch mehr zur großen Sympathieträgerin des Films.

Sein erstes ernstzunehmendes Regiedebüt bei dem Film, der auf einem Roman von Anya Seton basiert, feierte Joseph L. Mankiewicz, der später mit "Ein Brief an drei Frauen" und "Alles über Eva" zu Oscar-Ehren kam. Und auch beim "Weissen Oleander" bewies der Filmemacher sein Gespür für atmosphärische Erzählungen und dem Aufbau von Dramatik. Obwohl der Film inhaltlich nur ganz dezent mit geisterhaften Vorkommnissen zu tun hat, ist doch immer wieder eine unheimliche Gruselatmosphäre präsent, die neben dem Verlauf der Geschichte für zusätzliche Spannung sorgt. So ist "Dragonwyck", wie der Film im Original heißt, auch noch heute sehenswertes Kino mit Unterhaltungspotential, das man sich vor allem als Freund von Vincent Price auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen ordentlichen Eindruck, ist insgesamt jedoch ein wenig verrauscht, unterliegt stellenweise Kontrastschwankungen und auch Verschmutzungen huschen immer mal wieder durchs Bild. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0-Mono wirkt ein klein wenig dumpf und es gibt Verzerrungen in den Spitzen. Gemessen am Alter ist er jedoch annehmbar gut.

Die Extras sind knapp bemessen und bestehen lediglich aus Bio-/und Filmografien sowie einer Bildergalerie.

Fazit:
"Weisser Oleander" bietet eine stimmungsvolle Geschichte, die vor allem durch den unheimlich und sehr präsent aufspielenden Vincent Price in seiner ersten Hauptrolle und die Natürlichkeit von Gene Tierney zu überzeugen weiß. Auch heute bietet er noch ausreichend Atmosphäre, um in seinen Bann zu ziehen und über die gesamte Spieldauer zu unterhalten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
98:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Bio-/Filmografien
  • Fotogalerie
Weisser Oleander - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Weisser Oleander
Dragonwyck

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Vincent Price in seiner ersten großen Rolle, in der er seine Klasse gleich unter Beweis stellen kann


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1946
Regie:
Joseph L. Mankiewicz
Drehbuch:
Joseph L. Mankiewicz (nach dem Roman von Anya Seton)
Darsteller:
Gene Tierney, Walter Huston, Vincent Price, Anne Revere, Glenn Langan

Label Deutschland :
MC One
Verkaufsstart Deutschland :
21.04.2005