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DVD-Besprechung - Wer tötete Bambi? (Special Edition mit Director's Cut)
Story:
Die angehende Krankenschwester Isabelle (Sophie Quinton) wird nach einem Schwächeanfall im Krankenhaus von Dr. Philip (Laurent Lucas) nur noch Bambi genannt. Der Mediziner beginnt, sich ein wenig um die junge Frau zu kümmern. Auf sein Drängen hin lässt sie sich untersuchen und wie sich herausstellt, kommen die Schwindelanfälle von einer Krankheit, die einen chirurgischen Eingriff erfordern. Während Isabelle noch überlegt, ob sie den Eingriff durchführen lassen soll, verschwindet eine Patientin aus dem Krankenhaus und Dr. Philipp zeigt auf einmal ein Gesicht, das sich mit dem hilfreichen Mann, den sie bislang in ihm sah, überhaupt nicht vereinbaren lässt.
Meinung zum Film:
Dass es in deutschen Krankenhäusern mitunter recht mordlustig zugeht, hat Regisseur Stefan Ruzowitzky in seinen beiden "Anatomie"-Filmen recht anschaulich gezeigt. Nun tritt der eher als Drehbuchautor in Erscheinung getretene Gilles Marchand ("Schlusslichter") den Beweis an, dass man auch in französischen Kliniken nicht unbedingt seiner Unversehrtheit sicher sein kann. Anders als in der deutschen Variante erlebt man die Vorgänge hier nicht aus der Perspektive angehender Mediziner, sondern gemeinsam mit einer Schwesternschülerin. Dieses macht das ganze fast noch spannender für den Zuschauer, da der Zauber des Unheimlichen vor den Taten der Mediziner gewahrt bleibt. Denn auch Isabelle kann nicht alles medizinische bis ins Detail verstehen, was vor sich geht. Vor allem in den Szenen im OP kann man sehr gut das Unwohlgefühl der jungen Frau nachvollziehen.
Die Besetzung der Hauptrolle mit der hierzulande recht unbekannten Sophie Quinton war eine gute Entscheidung. Ihr Spiel ist zwar nicht perfekt, doch kleinere Schwächen gleicht sie problemlos durch ihre natürliche sympathische Ausstrahlung aus. Die Rolle des mysteriösen Dr. Philipp besetzte man mit Laurent Lucas ("Die neue Eva"), der eine gute Mischung aus helfender Seele und mysteriöser Eisblock darstellt. Die beiden Hauptdarsteller harmonisieren recht gut in den gemeinsamen Szenen und man weiß nie so genau, wie sie wirklich zueinander stehen. Genauso wie es das Drehbuch vorgesehen hat. Der Film setzt in erster Line auf Dialoge, unterstützt von der guten Kameraarbeit und dem atmosphärischen Soundtrack, und von daher ist die gute Leistung der Darsteller ein wichtiges Glied für das Gelingen des Films.
Die Geschichte wird recht spannend erzählt und es sind weitestgehend zwei Fragen, die interessieren. Zum Einen ist da natürlich das Verhalten von Dr. Phillip, der immer wieder in der Nacht bei offensichtlich bewusstlosen Patientinnen zu sehen ist. Zum Anderen gibt es da aber auch die körperlichen Probleme von Isabelle, bei denen man auch nicht so recht einordnen kann, inwiefern sie die Geschichte beeinflussen. Es ist auf jeden Fall für ausreichend Material gesorgt, um über die kompletten fast 2 Stunden für Spannung zu sorgen und das große Rätsel hinter den mysteriösen Vorgängen im Krankenhaus hält in Atem. Das Ende selbst ist dann allerdings ein wenig zu sehr auf Symbolik zum Erwachsenwerden ausgelegt, was nicht so recht passt und den positiven Gesamteindruck ein wenig schmälert. Doch die bis dahin erlebte, leicht düstere Atmosphäre des Films, die sich von Minute zu Minute immer weiter verdichtet, gleicht diese Unschönheit aus, so dass man Thriller-Freunde die Frage "Wer tötete Bambi?" nur wärmstens empfehlen kann.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist zeitweise von Rauschen geprägt und die Farben wirken ein wenig blass, ansonsten bietet es jedoch keinen Grund zur Kritik. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist klar verständlich zu vernehmen, kann aber kein besonders breites Stereospektrum vorweisen.
Die 2-Disc-Director's-Cut-Version zu "Wer tötete Bambi?" beinhaltet neben der bereits im Verleih erhältlichen Version noch eine um 10 Minuten längere Fassung des Films, die sich vom Seherlebnisse recht deutlich von der kürzeren Version unterscheidet. Der Hauptunterschied ist, dass man hier von Beginn an weiß, wer was im Krankenhaus anstellt, wodurch die Mystery-Spannung natürlich gänzlich verloren geht und der etwas zähe Anfang noch ein wenig gestreckt wird. Als Ausgleich dafür erhält man allerdings eine wesentlich harmonischer wirkende Story, die am Ende auch nicht ganz so verwirrend erscheint, sondern ein ziemlich klares Bild abwirft. Wer mehr wert auf ein sehr gut erzähltes Spannungs-Drama legt, ist somit bei der Director's-Cut-Version eindeutig besser aufgehoben. Wer für Mystery-Spannung gerne auf aufklärende Details verzichtet, ist mit der durch inhaltliche Kürzungen leicht verfälschten 110-Minuten-Variante besser bedient. Die restlichen Extras sind identisch mit denen der Single-Disc-Variante und bestehen aus Texttafeln mit 3 Biografien und Interviews sowie dem Trailer.
Fazit:
"Wer tötete Bambi?" ist ein spannend erzählter Thriller um rätselhafte Vorkommnisse in einem französischen Krankenhaus, der ohne Längen über die gesamte Spieldauer zu fesseln weiß. Das Ende verzettelt sich zwar ein wenig zu sehr in mystischer Symbolik, aber trotzdem ist er genau das Richtige für einen spannenden Filmabend in den heimischen vier Wänden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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110:06 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Französisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Texttafeln mit Interview mit Gilles Marchand und Sophie Quinton
- Biografien
- Trailer
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Wer tötete Bambi?
Qui a tué Bambi?
Spannendes Rätselraten um Geschnisse in einem französischen Krankenhaus
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2003 Regie: Gilles Marchand Drehbuch: Gilles Marchand, Vincent Dietschy Darsteller: Sophie Quinton, Laurent Lucas, Catherine Jacob, Yasmine Belmadi, Michéle Moretti
Label :
Epix
Verkaufsstart : 13.04.2006
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